Stand: 19.06.2013 11:42 Uhr  | Archiv

Spreehafen: Neuer Freiraum für Wilhelmsburg

Drei Meter hoch, stacheldrahtbewehrt und gut zwei Kilometer lang war der Zaun, der die Bewohner Wilhelmsburgs und der Veddel vom Ufer der Elbe im Spreehafen trennte. Ab dem Jahr 1903 versperrte er den direkten Weg zwischen den Wohnquartieren und dem Hafenbecken und riegelte das Gebiet des Hamburger Freihafens ab. Seit Januar 2013 ist der Zollzaun Vergangenheit.

Jahrzehntelang führte für die Bewohner kein Weg an diesem Zaun vorbei zum Ufer des Spreehafens. Künftig sollen die Grün- und Freiflächen am Wasser neuen Erholungsraum bieten.

Für die Bewohner der angrenzenden Quartiere hat die Öffnung des Spreehafens einen ganz besonderen Stellenwert. Vor ihren Haustüren ist ein neuer grüner Freiraum direkt am Wasser entstanden. Abriss und Neugestaltung sind ein Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg. Neu entstanden ist ein 4,3 Kilometer langen Rundweg um das Hafenbecken. Die authentische Hafenkulisse mit Lagerhallen, Polderwänden und Containern verleiht dieser Route ein ganz eigenes Flair. Neun Tafeln entlang des Uferwegs erzählen seit Mitte Juni 2013 die Geschichte des Spreehafens. Zu lesen ist etwa von der Entstehung des Spreehafenbeckens, der Hafenbahn und der Bedeutung des Kakaohandels sowie vom Abriss des Zollzauns. Die Tafeln entstanden in Kooperation der IBA mit dem Hafenmuseum.

Neue Freiräume rund um den Spreehafen

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Rund 4,5 Kilometer lang ist der Uferweg, der um den Spreehafen herumführt.

Schon 2010 wurden im Zollzaun zwei Pforten geschaffen, durch die die Anwohner leichter zum Wasser gelangen konnten. Seither entwickelt sich das Ufer des Hafenbeckens mit seinen Hausbooten, den sogenannten Hafenliegern, zu einer Freiraum- und Erholungszone. Ein neuer Fuß- und Radweg verbindet seit 2011 das Wilhelmsburger Reiherstiegviertel mit dem östlichen Ende der Hafencity. Ein weiterer Radweg führt seit 2012 durch den Alten Elbtunnel zum westlichen Ende des Spreehafens und ebenfalls hinein ins Reiherstiegviertel.

Freitreppen laden zum Sitzen am Wasser ein

Drei breite Freitreppen führen auf den Deich und laden zum Sitzen mit Blick auf das Wasser ein. Von dort eröffnet sich eine ungewohnte Perspektive auf den Hafen und die Innenstadt. Zwei neue Ampeln schaffen zudem eine kurze Verbindung zwischen dem Hafenbecken und dem Stübenplatz im Reiherstiegviertel.

Beim Bau der Freitreppen kamen sogenannte Deckwerksteine zum Einsatz, die sich untereinander verzahnen. Sie verhindern, dass die Treppen bei Sturmfluten unterspült werden. Der Spreehafendeich ist entscheidend für den Hochwasserschutz der Elbinsel. Als er bei der großen Sturmflut 1962 brach, ergossen sich die Wassermassen vom Spreehafen in den Stadtteil. Mehr als 200 Wilhelmsburger kamen bei der Katastrophe ums Leben.

Per Fähre zum Spreehafen

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Seit Dezember 2012 verkehrt eine HADAG-Fähre zwischen Spreehafen und Landungsbrücken.

Zum IBA-Projekt der Öffnung des Spreehafens zählt auch die neue Fährverbindung zwischen Wilhelmsburg und dem nördlichen Elbufer. Von der Ernst-August-Schleuse am Spreehafen können Radfahrer und Fußgänger mit der HADAG-Linie 73 bis zu den Landungsbrücken fahren. Die Fahrt zum Tarif des Hamburger Verkehrsverbunds dauert etwa 15 Minuten.

Karte: Früherer Verlauf des Zollzauns am südlichen Spreehafenufer

Per Fähre nach Wilhelmsburg

Seit Ende 2012 gibt es eine regelmäßige Fährverbindung nach Wilhelmsburg. Die HADAG-Fährlinie 73 (Landungsbrücken - Oderhöft) hält seither an dem neuen Anleger Ernst-August-Schleuse im Klütjenburger Hafen in Wilhelmsburg.

Für die 15-minütige Fahrt von den Landungsbrücken ist lediglich ein gültiges HVV-Ticket erforderlich. Fahrräder dürfen ganztägig mitgenommen werden. Von Montag bis Freitag verkehrt die Fährlinie 73 künftig insgesamt 22 Mal im 40-Minuten-Takt. Zu Fuß sind es von dem neuen Anleger Ernst-August-Schleuse etwa zehn Minuten bis ins Wilhelmsburger Reiherstiegviertel.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.01.2013 | 19:30 Uhr

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