Stand: 23.05.2018 11:36 Uhr

Besuch im Museum für Hamburgische Geschichte

von Irene Altenmüller, NDR.de

Ob Wikingerangriff oder Choleraepidemie, Stadtbrand, Bombenangriff oder Sturmflut: Im Verlauf der Geschichte erlebte Hamburg eine Vielzahl von Katastrophen. Doch die Stadt konnte sich stets wieder erholen. Ihre Lebensader ist seit jeher der Hafen, für ihn ließen die Hamburger ganze Stadtviertel abreißen und neu errichten. Zwischen 1914 und 1922 setzten sie ihrer Stadt ein Denkmal - mit dem Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall.

Interview im Museum.

Einblicke in Hamburgs Vergangenheit

Rund um den Michel -

Das Museum für Hamburgische Geschichte ist eines der größten stadtgeschichtlichen Museen in Deutschland. Direktor Hans-Jörg Czech erklärt, wie aus den mehr als 500.000 Exponaten Ausstellungen entstehen.

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Auf drei Stockwerken informiert es über die wechselvolle Geschichte der Stadt und beleuchtet zusätzlich kulturhistorische Aspekte wie etwa die bürgerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts oder das jüdische Leben in der Hansestadt. Auch der Museumsbau selbst ist geschichtsträchtig: Entworfen wurde er von Hamburgs berühmten Architekten und Stadtplaner Fritz Schumacher. Er verbaute unter anderem Architekturteile von Gebäuden, die beim Großen Brand 1842 und beim Bau der Speicherstadt zerstört wurden. Dazu gehören etwa verschiedene Kaiserfiguren, die vom Alten Rathaus stammen.

Hammaburg, Hansestadt, Hafenmetropole

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Stammt dieser Schädel tatsächlich von Störtebeker? Wenn ja, dann ist das rekonstruierte Gesicht dahinter das des berühmten Piraten.

Ein stadtgeschichtlicher Rundgang führt im ersten Stock von den Anfängen der Hammaburg im 9. Jahrhundert über die frühe Neuzeit und das 19. Jahrhundert bis zur Entstehung der modernen Hafenstadt. Gleich zu Beginn des Rundgangs ist eines der bekanntesten Ausstellungsstücke des Museums zu bewundern: der mit einem Nagel durchbohrte Schädelknochen eines hingerichteten Piraten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um den Schädel des legendären Freibeuters Klaus Störtebeker handelt, ist laut Museum relativ groß. Weiteres Highlight - besonders für Kinder - ist die originale Schiffsbrücke des 1909 erbauten Dampfers "Werner".

Seit 1949 fahren die Modellzüge

Im Erdgeschoss präsentiert das Museum Exponate zu den Themen Musik, Theater und Kleidermoden vergangener Zeiten. Ein weiterer Bereich widmet sich der sozialen und politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts einschließlich der Nazi-Zeit. Eine Besonderheit ist die bereits 1949 eingerichtete Modellbahnanlage im zweiten Stock mit den nachgebauten Gleisanlagen des Bahnhofs Hamburg-Harburg. Vorführungen mit den mehr als 80 Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven finden zu fast jeder vollen Stunde statt (Mo, Mi, Do Fr 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr, Sa, So 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr, Sa zusätzlich 11 Uhr). Dann informieren Mitglieder des Modelleisenbahn-Vereins, der die Anlage führt, über die einfahrenden Züge.

Vielzahl der Exponate erschwert Orientierung

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Fotos, Modelle und Hunderte Ausstellungsstücke: Mancherorts fällt die Orientierung schwer.

Kunsthandwerk und Kleidung, Schiffs- und Stadtmodelle, Münzen und Möbel: Die Vielzahl und Verschiedenheit der Ausstellungsstücke ist sowohl Stärke als auch Schwachpunkt des Museums. Besuchern, die sich in der Geschichte der Stadt noch wenig auskennen, erschließt sich die riesige Ansammlung von Objekten und ihre zeitliche Zuordnung nur schwer. Die häufig kleinteilige, wenig auffällige Beschriftung macht die Orientierung nicht gerade leichter. Informativer und übersichtlicher ist an einigen Stellen der spezielle Rundgang für Kinder.

Hamburg Museum

Holstenwall 24
20355 Hamburg
Tel. (040) 42 81 32 100

Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Do, Fr 10 - 17 Uhr
Sa, So 10 - 18 Uhr
dienstags geschlossen

Informationen zu Eintrittspreisen und Sonderausstellungen auf der Website des Museums

Vom Handelskontor zum Single-Loft

Wer sich für Hamburgs historische Entwicklung interessiert, kommt dennoch auf seine Kosten. Die zahlreichen Stadtmodelle, von denen einige bereits selbst antik sind - darunter etwa ein Modell, das für die Weltausstellung in Paris 1900 angefertigt wurde - zeigen anschaulich, wie sich aus einer frühmittelalterlichen Siedlung die heutige Millionenstadt entwickelte. Auch die vielen Nachbauten historischer Räume sind eindrucksvoll - vom frühneuzeitlichen Handelskontor über bürgerliche Wohnzimmer des 19. Jahrhunderts bis zum WG-Zimmer der 70er und dem Single-Loft der 90er-Jahre. Nicht zuletzt lohnt sich die Besichtigung des eindrucksvollen Museumsbaus selbst mit seinem schönen Innenhof.

Ausreichend Zeit für den Besuch einplanen

Für einen einigermaßen gründlichen Rundgang durch das Museum sollten Besucher mindestens zwei, besser drei Stunden einplanen. Wer zusätzlich die Modellbahnanlage besichtigen möchte, sollte sich weitere 30 Minuten Zeit nehmen.

Rundgang durch Hamburgs Vergangenheit

Karte: Hier liegt das Museum für Hamburgische Geschichte
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