Stand: 27.04.2017 10:06 Uhr  - NaturNah  | Archiv

Evolutioneum: Bekommt Hamburg ein neues Museum?

Zwei präparierte Braunbären im Zoologischen Museum in Hamburg © NDR Foto: Kathrin Weber
Die Braunbären im Zoologischen Museum zählen zu den besonders eindrucksvollen Exponaten des Zoologischen Museums.

Wer Hamburgs naturkundliche Schätze kennenlernen will, hat es nicht leicht: Einzigartige Stücke wie versteinerte Urpferdchen, Walskelette und Meteoriten sind zwar in drei Museen zu sehen, diese liegen aber versteckt in unscheinbaren Universitätsgebäuden und haben teilweise nur an wenigen Wochentagen geöffnet. Zugleich zeigen die Ausstellungen jeweils nur einen kleinen Ausschnitt der Sammlungen. Der weitaus größere Teil der mehr als zehn Millionen Sammlungsstücke bleibt den Besuchern verschlossen. Fast wirkt es, als versuche Hamburg, die eindrucksvollen Exponate vor der Öffentlichkeit zu verstecken.

Ein Museum für die Geschichte des Lebens

Wenn es nach dem Willen der Universität Hamburg geht, soll sich das bald ändern: Sie setzt sich dafür ein, dass Hamburg ein modernes Naturkundemuseum bekommt. Einen Namen hat es bereits: Evolutioneum. Er deutet auf das Programm des künftigen Museums hin: Es soll die Entwicklung des Universums und des Lebens vom Urknall bis heute veranschaulichen.

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Das frühere Naturhistorische Museum in Hamburg © Centrum für Naturkunde Hamburg

Die Schätze der naturkundlichen Sammlungen

Das Naturhistorische Museum Hamburg war einst das meistbesuchte seiner Art in Deutschland. Nach der Zerstörung 1943 schlummert der Großteil der Sammlung in Archiven. Ein Rundgang. Bildergalerie

Die Idee für ein Naturkundemuseum ist nicht neu. Bis 1943 präsentierte die Stadt umfangreiche naturkundliche Sammlungen in einem repräsentativen Bau am Steintorwall. Doch das 1843 gegründete Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nie wieder aufgebaut. Die Sammlungen wurden rechtzeitig ausgelagert und nach dem Krieg sogar erweitert. Sie zählen heute zu den bedeutendsten Deutschlands. Ein Teil davon ist in den drei universitätseigenen Museen - dem Zoologischen, dem Mineralogischen sowie dem Geologisch-Paläontologischen Museum - zu sehen, darunter etwa ein mehr als 330 Jahre alter Schädel eines weiblichen Narwals mit zwei Stoßzähnen oder das frühere NDR Maskottchen Walross Antje. Seit Oktober 2014 sind alle naturkundlichen Sammlungen der Universität im Centrum für Naturkunde (CeNak) unter einer gemeinsamen Leitung zusammengefasst.

Neubau in der Hafencity?

Präparate in einer Vitrine im Zoologischen Museum Hamburg © NDR Foto: Kathrin Weber
Zehntausende Präparate und andere wertvolle Stücke befinden sich in den Sammlungen der Universität.

Doch die Museumsgebäude sind teilweise marode, zugleich fehlt es an Platz für eine zeitgemäße Präsentation. Die Universität wirbt deshalb dafür, alle Sammlungen unter einem Dach in einem neuen Museum unterzubringen. Sogar mehrere Architektur-Entwürfe von Studenten der Academy of Architetural Culture (AAC) gibt es bereits. Sie sehen einen Neubau an der westlichen Spitze des Baakenhafen in der Hafencity vor. Alternativ ist das ehemalige Fernmeldeamt an der Schlüterstraße in direkter Uni-Nähe im Gespräch.

Wird Hamburg das Museum finanzieren?

Die Universität bemüht sich nun, Stiftungen und Förderer für das Projekt zu gewinnen und den Senat von der Idee zu überzeugen. Denn offen ist neben der Finanzierung des Museumsbaus auch, wie sich die Kosten für den laufenden Betrieb decken lassen.

Vom 28. bis 30. April wirbt das Zoologische Museum mit einem Aktionswochenende für das Projekt und stellt zugleich der Öffentlichkeit seinen neuen, repräsentativen Eingangsbereich vor. Auf dem Programm stehen Führungen und Vorträge sowie ein Kinderprogramm mit Basteln und Schminken.

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Präparierter Eisbär in der Ausstellung des Zoologischen Museums Hamburg © NDR Foto: Kathrin Weber

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Das Museum der Steine und Außerirdischen

Das Mineralogische Museum in Hamburg lädt ein in die Welt von Edelsteinen, Erzen und Gold. Zur Sammlung gehört auch ein riersiger Meteorit. Der Eintritt ist kostenlos. mehr

Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 28.07.2017 | 18:15 Uhr

Blick von Plaza der Elbphilharmonie auf die Überseebrücke. © NDR Foto: Christine Raczka

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