Stand: 20.02.2019 11:36 Uhr  | Archiv

Schleswig: Stadt der Kunstschätze

Segelboote im Stadthafen vor dem Dom St. Petri in Schleswig © Ostseefjord Schlei GmbH Foto: H. Matzen
Die Kirche St. Petri überragt alle Häuser Schleswigs und den Jachthafen.

Von Wikinger-Häusern und Moorleichen über mittelalterliche Kunstwerke bis zu einem stattlichen Dom reicht die Palette von historischen Schätzen in Schleswig. Die kleine Stadt an der Schlei, einer etwa 40 Kilometer langen Förde, war einst das kulturelle Zentrum im hohen Norden Deutschlands. Ein Besuch lohnt sich sowohl für Kunst- und Naturfreunde als auch für Familien. Wassersportler finden auf der Schlei beste Bedingungen, im Stadthafen liegen Dutzende Segelboote. Wer kein eigenes Boot besitzt, kann auf einem Ausflugsschiff Platz nehmen.

Rund um den Schleswiger Dom

Blick auf das spätgotische Chorgitter in St. Petri, dem Schleswiger Dom © picture-alliance/HB Verlag
Berühmtes Kunstwerk im Schleswiger Dom: der Brüggemann-Altar.

Zu einem Spaziergang lädt die malerische Altstadt Schleswigs samt Rathaus und Rathausmarkt ein, deren historisches Bild weitgehend erhalten geblieben ist. Eines der Wahrzeichen der Stadt ist St. Petri, der Schleswiger Dom, dessen Ursprünge auf das frühe 12. Jahrhundert zurückgehen. Ursprünglich als romanische Basilika angelegt, wurde er im 13. Jahrhundert zur gotischen Hallenkirche umgestaltet. Der 112 Meter hohe Turm hingegen wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. In 65 Metern Höhe gibt es eine Aussichtsplattform. Einer der Kunstschätze im Dom ist der 1521 fertiggestellte Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann, ein zwölf Meter hohes Meisterwerk der Schnitzkunst mit fast 400 Figuren aus Eichenholz.

Hochhaus als Aussichtsturm

Der Wikingturm ragt in den Himmel. © NDR Foto: Sebastian Parzanny
In dem mächtigen Wikingturm gibt es fast 250 Appartements.

Eine herrliche Aussicht über die Stadt und die Schlei bietet auch der 90 Meter hohe, südlich des Schlosses gelegene Wikingturm, ein Hochhaus aus den 1970er-Jahren. Im 26. Obergeschoss des achteckigen Baus mit 29 Etagen befindet sich ein Restaurant.

Mittelalterliche Klosteranlage

Im Osten der Stadt liegt das St. Johannis Kloster. Das mehr als 800 Jahre alte ehemalige Benediktinerinnen-Kloster gilt als besterhaltene, mittelalterliche Klosteranlage Schleswig-Holsteins. Dazu gehört auch der historische "Bibelgarten", in dem Bäume sowie Nutz- und Zierpflanzen wachsen, die in der Bibel erwähnt werden. Die Klosteranlage ist frei zugänglich, die Kirche kann allerdings nur im Rahmen von Führungen besucht werden.

Kulturelles Zentrum der Stadt: Schloss Gottorf

Weitere Informationen
Fassade von Schloss Gottorf © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Foto: Bodo Nitsch

Schloss Gottorf: Zwei Museen und ein Barockgarten

Die schöne Anlage in Schleswig beherbergt die Landesmuseen für Kulturgeschichte und Archäologie. Dahinter liegt ein weitläufiger Park. mehr

1544 wurde Schleswig Residenzstadt der Gottorfer Herzöge und damit politisches und kulturelles Zentrum des Fürstentums Schleswig-Holstein-Gottorf. Das Barockschloss Gottorf liegt idyllisch auf einer Insel in der Schlei. Heute beherbergt das Gebäude, das auf den Resten einer ehemaligen Bischofsresidenz erbaut wurde, die Landesmuseen für Kunst und Kulturgeschichte sowie für Archäologie. Berühmteste Ausstellungsstücke sind Moorleichen - überwiegend aus der nordeuropäischen Eisenzeit - und das Nydamboot, das mit fast 1.700 Jahren älteste erhaltene und seetüchtige Ruderboot Nordeuropas.

Idyllische Fischersiedlung Holm

Häuser und Kirche im Schleswiger Fischerviertel Holm. © Ostseefjord Schlei GmbH Foto: Matzen
Ein Friedhof ist der Mittelpunkt der Fischersiedlung Holm.

Sehenswert ist auch die Fischersiedlung im Stadtteil Holm. Einst standen die Häuschen aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf einer Insel. Sie gruppieren sich um einen kleinen Friedhof mit Kapelle. Einige Häuser haben noch sogenannte Klöndören, zweigeteilte Plaudertüren, deren obere Hälfte sich zum "Schnacken" mit Besuchern öffnen lässt. Ein kleines Museum dokumentiert die Geschichte der Siedlung.

Haithabu: Das Leben der Wikinger

Einen Blick zurück in die Eisenzeit können Besucher in der ehemaligen Wikinger-Siedlung Haithabu werfen. Seit Juli 2018 zählt sie zum UNESCO-Welterbe. Von der am Haddebyer Noor (Dänisch Nor für Bucht/Haff) gegenüber von Schleswig gelegenen Siedlung ist lediglich noch der ringförmige Befestigungswall zu sehen. Doch das angrenzende Wikinger-Museum zeigt anhand von jahrtausendealten Fundstücken, Rekonstruktionen, Modellen und Texten, wie das Leben der Wikinger wahrscheinlich ausgesehen hat.

Danewerk: Größtes Denkmal im Norden

Geschichte
Ein als Wikinger gekleidetes Paar sitzt vor einem rekonstruierten Reetdachhaus im Außenbereich des Wikinger-Museums Haithabu. © NDR Foto: Kathrin Weber

Haithabu und Danewerk: Auf den Spuren der Wikinger

Haithabu an der Schlei war im 10. Jahrhundert das größte Handelszentrum Nordeuropas. Dort lebten Wikinger als Handwerker und Kaufleute. mehr

An den Wallring Haithabus schließt die früh- bis hochmittelalterliche Befestigungsanlage namens Danewerk an, das gemeinsam mit der Siedlung den Welterbe-Titel erhielt. Sie wurde zwischen 650 und 1200 n. Chr. errichtet und hat sich auf einer Länge von 30 Kilometern zwischen Treene und Schlei erstreckt. Bis zu 80 Prozent der von Dänen gegen Sachsen und slawische Stämme errichteten Verteidigungsanlage sind noch erhalten. Das Danewerk gilt als das größte archäologische Denkmal Nordeuropas.

1.200 Jahre Stadtgeschichte

Von Haithabu hatte Schleswig im Mittelalter die Rolle eines überregional bedeutenden Handelsplatzes übernommen. Der Name der mehr als 1.200 Jahre alten Stadt stammt aus dem Dänischen und bedeutet so viel wie "Bucht an der Schlei". Im Laufe der Jahrhunderte eroberten und besiedelten Schweden, Dänen und Franken die Region.

Reiche Klostertradition

Mitte des 10. Jahrhunderts wurde Schleswig zum Bischofssitz. Zahlreiche Klöster und Kirchen prägten bis zur Reformation vor 500 Jahren das Stadtbild. Als Handelsmetropole verlor die Stadt ihren überregionalen Einfluss allerdings bereits im 14. Jahrhundert an Lübeck. Die verbliebene regionale Vormachtstellung übernahm später Flensburg. Diverse Herzöge hatten in den folgenden Jahrhunderten ihren Sitz in der Stadt. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde Schleswig Teil Preußens.

Karte: Sehenswertes in und um Schleswig

Weitere Informationen
Ein Fahrrad und ein Radler auf einem Holzsteg an der Schlei. © imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 22.02.2019 | 16:20 Uhr

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