Stand: 24.07.2018 10:05 Uhr

Gottorf: Ein Schloss und zwei Museen

Ein weißes Schloss auf einer Insel im See: Idyllisch liegt Schloss Gottorf am Rand der Stadt Schleswig an der Schlei. Schon im 12. Jahrhundert stand dort eine Burg der Bischöfe von Schleswig, später gehörte der Landstrich zum Machtbereich des dänischen Königshauses. 1492 zerstörte ein Feuer weite Teile der Residenz von Herzog Friedrich I., der sie jedoch wenig später wieder aufbauen ließ. Aus dieser Zeit stammt auch die Gotische Halle, einer der ältesten erhaltenen Teile des Schlosses. Heute beherbergt das Schloss zwei Museen: das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie das Archäologische Landesmuseum.

Kunst und Kultur in Schloss Gottorf

Zwei Landesmuseen unter einem Dach

Der Rundgang durch die Dauerausstellung zur Kunst- und Kulturgeschichte beginnt in der Gotischen Halle mit einer Sammlung mittelalterlicher Altäre und religiöser Skulpturen. Im Westflügel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts treffen Besucher auf zahlreiche Gemälde niederländischer Meister der Renaissance sowie Werke von Lucas Cranach der Ältere. In der Geistlichen Schatzkammer gehört eine Gutenberg-Bibel, die zwischen 1452 und 1455 entstanden ist, zu den herausragenden Stücken.

Kunstgenuss von Barock bis Gegenwart

Schloss Gottorf

Schlossinsel 1,
24837 Schleswig
Tel. (04621) 81 32 22

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website der Landesmuseen

Im 17. Jahrhundert zählte Gottorf unter Herzog Friedrich III. zu den wichtigsten Kulturzentren Europas. Zahlreiche Gemälde, aber auch Möbel und Kunsthandwerk stammen aus der Barockzeit. Über Rokoko, Biedermeier und Jugendstil reicht die Bandbreite der im Museum ausgestellten Kunst bis zum modernen Kunsthandwerk der Gegenwart. Die Galerie der Klassischen Moderne wurde in ein Nebengebäude auf der Schlossinsel ausgelagert. Sie zeigt überwiegend Werke deutscher Expressionisten, unter anderem der Norddeutschen Emil Nolde, Christian Rohlfs und Ernst Barlach aus der Zeit um 1920. Wichtiger Bestandteil der Galerie ist die Sammlung Rolf Horn. An die Galerie der Klassischen Moderne schließt sich die Norddeutsche Galerie an. Sie zeigt rund 150 Werke norddeutscher Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts.

Holzboot der Germanen im Archäologischen Museum

Zu den spektakulärsten Ausstellungsstücken des Archäologischen Landesmuseums gehört das Nydamboot aus dem 3. Jahrhundert. Das offene Holzboot lag rund 1.500 Jahre im Nydam-Moor bei Sønderborg in Süddänemark, bevor es der dänische Archäologe Conrad Engelhardt 1863 entdeckte. Das Museum zeigt das konservierte, fast 23 Meter lange Boot gemeinsam mit anderen Gegenständen aus der Zeit der Germanen.

Von Neandertalern bis ins Mittelalter

Die Ausstellung geht noch deutlich weiter zurück in die Geschichte des Landes. Sie präsentiert 120.000 Jahre alte Faustkeile der Neandertaler, Jagdszenen aus der Steinzeit vor 11.000 Jahren sowie Exponate der Bronze- und Eisenzeit. Dazu gehören mehr als 1.800 Jahre alte Moorleichen aus Windeby, Rendswühren und Damendorf. Einen Schwerpunkt setzt das Museum beim Thema Mittelalter. In den vier Bereichen Dorf, Burg, Kirche und Stadt zeigt die Schau die unterschiedlichen Lebenswelten der damaligen Gesellschaft.

Neben den Dauerausstellungen laden die Landesmuseen immer wieder zu aktuellen Sonderschauen, Vorträgen und Sonderführungen ein.

Barockgarten und Globushaus

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Terrassen, Blumen, Buchsbaumhecken und Wasserspiele prägen den Barockgarten.

Zur Anlage von Schloss Gottorf gehört auch der Barockgarten, den die Herzöge Friedrich III. und Christian Albrecht zwischen 1637 und 1694 nach italienischem Vorbild anlegen ließen. Das Gelände wurde in diesem Jahrhundert rekonstruiert und umfasst den Herkulesteich im Süden, prächtige Freitreppen sowie das Globushaus - samt einem Nachbau des Gottorfer Riesenglobus. Der im Inneren begehbare Globus mit Sitzbank und ausgeschmückten Sternenhimmel gilt als das erste Planetarium der Geschichte. Im originalgetreuen Nachbau können Besucher von April bis Oktober eine achtminütige Tour unternehmen. Ein sogenannter Gartenpfad führt Besucher durch den weitläufigen Park und erläutert an elf Stationen zahlreiche Fakten zur Geschichte.

Schloss Gottorf und der Barockgarten sind außerdem regelmäßig Kulisse für Konzerte, etwa im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

In Zukunft sollen Schloss Gottorf und seine Museen größer und moderner werden. Ein "Masterplan 2025" sieht eine Neugestaltung der Ausstellungsräume und der Außenanlagen vor. Entstehen soll unter anderem ein neuer, gläserner Eingangsbereich. Wann die Umbauarbeiten genau starten, steht allerdings noch nicht fest.

2 Mitglieder der "Société Baroque" in Kostüm und Maske

Schloss Gottorf: Zeitreise ins Barock

Nordtour -

Die Mitglieder der "Société Baroque" machen gerne eine kleine Zeitreise ins Barock. Dann schlüpfen sie in ihre selbst genähten Gewänder und lustwandeln im Garten von Schloss Gottorf.

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Karte: Schloss Gottorf
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