Stand: 21.07.2017 11:20 Uhr

Papenburg - das Venedig des Nordens

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Ihren zahlreichen Kanälen und Brücken verdankt die Stadt den Beinamen "Venedig des Nordens".

Papenburg ist die nördlichste Stadt des Emslandes. An der Grenze zu Ostfriesland gelegen, werden dort bereits seit Jahrhunderten Schiffe gebaut. Während es heute die Kreuzfahrtriesen aus der Meyer Werft sind, die in Papenburg entstehen, waren es früher kleine Schiffe wie Tjalk, Schoner und Brigg, die zum Warenverkehr mit anderen Orten genutzt wurden.

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Mit solchen Schiffen wurde früher Torf transportiert. Dieser Nachbau ist ein Eisenschiff, im Original bestanden die Frachter aus Holz.

Die Geschichte Papenburgs ist eng mit dem Torfabbau verknüpft. Nachdem Dietrich von Velen das "Gut Papenburg" im Dezember 1630 von Friedrich von Schwarzenberg erworben hatte, ließ er zur Entwässerung Kanäle, sogenannte Wieken, ziehen. Damit legte er den Grundstein für die Erschließung der bis dahin unzugänglichen emsländischen Moore. Die Kanäle nutzte er gleichzeitig, um den Torf mit schmalen Schiffen zu den ostfriesischen Ziegeleien zu liefern. So wurde Papenburg zur ersten Moorkolonie Deutschlands.

Binnenkanäle mit einer Gesamtlänge von mehr als 40 Kilometern führen bis ins Zentrum Papenburgs und verleihen der Stadt auch heute noch maritimes Flair. Wegen ihrer vielen Kanäle wird die Stadt an der Ems auch "Venedig des Nordens" genannt. Da liegt es nahe, die Stadt auf dem Wasserweg zu erobern. Mit einem Kanu etwa geht es unter Klapp- und Drehbrücken hindurch.

Lebendiges Schifffahrts-Museum

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Die "Friederike von Papenburg" ist der Nachbau eines Zweimasters mit Rahsegeln aus dem 19. Jahrhundert.

Eindrucksvolles Zeugnis der Seefahrergeschichte Papenburgs sind sechs Schiffsnachbauten in Originalgröße, die über die Stadt verteilt am Hauptkanal liegen und so ein ganz besonderes Freilicht-Schifffahrts-Museum bilden. Beliebtes Fotomotiv und Wahrzeichen ist die Brigg "Friederike von Papenburg", die vor dem 1913 errichteten Rathaus ankert und eine Nebenstelle der Touristinformation ist. Zur Museumsflotte gehören außerdem eine Tjalk (Spezialschiff für Flachgewässer), eine Spitzmutte (Torf-Lastkahn), eine Kuff (Plattbodenschiff), ein Schoner (schnelles Frachtschiff) und eine Schmack (Gaffelsegler).

Reise in die Vergangenheit im "Zeitspeicher" und Freilichtmuseum

Wer sich für die Entwicklung der Stadt interessiert, kann im "Zeitspeicher" eine Reise durch die Vergangenheit unternehmen. Das interaktive Erlebnismuseum führt Besucher durch die Geschichte Papenburgs als Zentrum des Torfabbaus, als Werftstandort oder als Stätte der Automobilentwicklung.

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Von der einfachen Hütte aus Torfplaggen zum gemauerten Haus: Die Von-Velen-Anlage zeigt, wie die Menschen früher lebten.

Vom "Zeitspeicher" führt ein Erlebnisweg entlang des Hauptkanals vorbei an Dreh- und Klappbrücken und den Museumsschiffen in die Innenstadt. Auch an einem Kanal, aber etwas außerhalb des Zentrums liegt die sehenswerte Von-Velen-Anlage. Das Freiluftmuseum zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie die Menschen früher lebten und mit viel Mühe das Moor kultivierten. Im angrenzenden "Papenbörger Hus", einem Ackerbürger- und Kapitänshaus aus dem Jahr 1820, wird eine Spezialität nach historischem Rezept serviert: Buchweizen-Pfannkuchen. Buchweizen war lange das einzige Getreide, das auf dem kargen Torfboden wuchs und wurde so zum Grundnahrungsmittel der armen Leute.

Kreuzfahrtriesen aus der Meyer Werft

Über die Grenzen Norddeutschlands hinaus ist Papenburg heute wegen der Kreuzfahrtschiffe bekannt, die auf der Meyer Werft gebaut werden. Die Überführung der eindrucksvollen Ozeanriesen auf der Ems lockt jedes Mal Tausende Schaulustige an die Ufer des Flusses. Die gigantischen Schiffe entstehen in den bis zu 500 Meter langen Trockendocks der Werft und werden nach dem Stapellauf in nervenaufreibender Zentimeterarbeit über die schmale Ems an die Nordsee manövriert.

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Die Meyer Werft ist auf Kreuzfahrtriesen spezialisiert - hier die 333 Meter lange "Norwegian Joy" kurz vor der Überführung.

Wer das Spektakel aus der Ferne beobachtet, bekommt den Eindruck, die Schiffe bewegten sich auf grünen Wiesen durch die Landschaft. Bei einer Werftbesichtigung haben Besucher Gelegenheit, einen Blick in das riesige Baudock zu werfen und sich über die mehr als 200-jährige Unternehmensgeschichte zu informieren.

Paradies für Radfahrer

Das flache Emsland um Papenburg lädt zu Ausflügen mit dem Rad ein. Rund 150 Kilometer Radwege sind in Papenburg ausgeschildert. Dazu kommen überregionale Radwanderstrecken wie die "Emsland-Route", die "Deutsche Fehnroute", die "Internationale Dollard Route" oder die "Dortmund-Ems-Kanal-Route", die allesamt durch Papenburg verlaufen. Wer in Papenburg in die Pedale treten möchte, aber kein eigenes Fahrrad hat, kann sich in der Stadt das "Papenburg Rad" ausleihen. Neben normalen Rädern sind auch E-Bikes im Angebot.

Ein Schiff im Papenburger Hafen

Der Papenburger Hafen - Tradition und Moderne

Hallo Niedersachsen -

In Papenburg befindet sich der südlichste Seehafen Deutschlands. Für die Stadt ist der Hafen ein wichtiger Standortfaktor. Tradition und Moderne liegen hier nebeneinander.

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