Stand: 14.04.2020 11:53 Uhr  - Nordtour

Barocke Pracht auf Schloss Clemenswerth

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Die einzigartige Symmetrie der Anlage zeigt sich vor allem aus der Luft.

Im Emsland bei dem kleinen Ort Sögel versteckt sich eine der bedeutendsten Schlossanlagen Niedersachsens: Schloss Clemenswerth. Neben dem Jagdschloss selbst gehören zahlreiche Pavillons, eine Kapelle, ein Marstall und eine Gloriette zu dem bestens erhaltenen Ensemble aus dem 18. Jahrhundert. Das Besondere: Das gesamte Gebäude-Ensemble folgt einer sternförmigen Anordnung mit dem Fürstenschloss in der Mitte und spiegelt so auch das politische Verständnis der Zeit wider, in der alles auf den absolutistischen Herrscher im Zentrum ausgerichtet war.

Schloss Clemenswerth: Ein Blick von oben

Nordtour -

Besonders einzigartig am Schloss Clemenswerth in Sögel ist die sternförmige Anordnung aus Gebäuden, Alleen und barocken Gartenanlagen - die letzte erhaltene Parforce-Sternanlage Europas.

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Besonders eindrucksvoll lässt sich die Geometrie dieser sogenannten Parforce-Sternanlage aus der Luft erkennen: ein Achteck, dessen Schneisen und Sichtachsen auf das Schloss zulaufen.

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Barocke Pracht im Inneren: Der Festsaal ist mit einem kunstvoll gestalteten Marmorboden ausgelegt.

Clemenswerth ist die letzte erhaltene Anlage dieser Art in Europa. Sie wurde speziell für die Parforce-Jagd konzipiert, eine besondere Form der Hetzjagd auf Hirsche. Die großen offenen Schneisen im Gelände waren notwendig, um mit den Hundemeuten den Hirsch zu jagen und schnell reiten zu können.

Barocke Schätze im Schloss

Aus dem Rundsaal des Schlosses können Besucher weit auf die geraden Wege des Parks schauen, der ansonsten dicht mit alten Bäumen bewachsen ist. Französische Seidentapeten, ein aufwendig gearbeiteter Fußboden sowie barockes Geschirr, Möbel und Gemälde belegen den Reichtum der früheren Besitzer.

Kurfürst Clemens August

Der Bauherr und Namensgeber des Schlosses war Kurfürst Clemens August. Er wurde am 17. August 1700 als Sohn von Max II. Emanuel von Bayern geboren. Seine Eltern schickten ihn zum Theologiestudium nach Rom. Von 1719 bis 1732 bekleidete Clemens, der in Bonn residierte, fünf Bischofsämter, unter anderem in Köln, Hildesheim und Osnabrück. Das Jagdschloss im Emsland diente seinem Hobby. 1761 starb der "Sonnenfürst vom Rhein".

Das Schloss entstand in den Jahren 1737 bis 1749 unter Leitung des Architekten Johann Conrad Schlaun im Auftrag von ClemenClemens August von Bayern. Der mächtige Herrscher und Bischof ließ die Anlage im nordwestlichen Zipfel seines Einflussbereichs bauen, um dort den Alltagsgeschäften zu entfliehen. Abseits der Politik und weit entfernt von seiner Residenz in Bonn ging er hier mit adeligen Freunden der Jagd nach.

Pavillons, Schlosskapelle und Teichanlage

Die sieben Pavillons, die sich um das zentrale Schloss gruppieren, tragen teilweise die Namen der Bistümer des Kurfürsten: Münster, Paderborn, Hildesheim und Osnabrück. Besonderes Schmuckstück des Ensembles ist die Schlosskapelle, die wegen ihrer Farben- und Formenpracht mit den Rokoko-Kirchen in Bayern verglichen wird. An die Kapelle schließt sich ein Kloster an, das seit 1741 vom Kapuzinerorden verwaltet wird. Die Mönche sollten den in der Reformation im Emsland geschwächten katholischen Glauben stärken. Noch heute bewohnen Kapuziner-Mönche das Kloster, zu dem auch ein weitläufiger Garten mit einer Sonnenuhr und einer historischen Eibenhecke gehören.

Zur Anlage zählen zudem der Marstall am westlichen Ende der Hauptachse sowie eine aufwendige Teichanlage mit zwei Brücken und fünf Inseln ganz im Osten. Hier ging Fürst Clemens auf Entenjagd.

Schloss Clemenswerth

Emslandmuseum
49751 Sögel
Tel. (05952) 93 23 25

Aktuelle Öffnungszeiten der Gebäude und Eintrittspreise auf der Webseite des Schlosses.

Park und Kapelle können ganzjährig kostenlos besucht werden.

Emslandmuseum im Schloss

Schloss und Gebäude werden heute größtenteils für Ausstellungen genutzt. Das Schloss selbst beherbergt das Emslandmuseum, die übrigen Gebäude zeigen unter anderem antike Schätze sowie moderne Kunst und Keramik. Auf dem Gelände finden in den Sommermonaten regelmäßig Veranstaltungen wie Museumsnächte und Kunstmärkte statt.

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 11.04.2020 | 18:00 Uhr

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