Stand: 09.02.2017 11:50 Uhr  | Archiv

Schloss Wolfsburg: Renaissance und moderne Kunst

Das Schloss Wolfsburg. © Stadt Wolfsburg/Städtische Galerie Wolfsburg Foto: Klaus Reichardt
Das Schloss im Stil der Weserrenaissance gab der noch jungen Stadt Wolfsburg ihren Namen.

Als zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Grundstein für die Wolfsburg gelegt wurde, war an die Stadt, die heute ihren Namen trägt, noch nicht zu denken. Sie entstand erst im 20. Jahrhundert als Ort für das geplante Volkswagen-Werk. Von der Wolfsburg aus herrschte über Jahrhunderte das Adelsgeschlecht derer von Bartensleben. Mitte des 16. Jahrhunderts ließen sie das Gebäude zu einem Schloss im Stil der Weserrenaissance umbauen. Heute gilt es als einer der prachtvollsten Bauten aus dieser Epoche.

Als es im Hause Bartensleben keinen männlichen Nachfolger mehr gab, ging das Schloss Mitte des 18. Jahrhunderts an die Grafen von der Schulenburg. Seit 1962 gehört das Schloss der Stadt. Sie ließ das Gebäude renovieren und nutzt es für kulturelle und Bildungszwecke. Im Inneren des Schlosses befinden sich das Stadtmuseum, die Städtische Galerie, der Kunstverein, das Institut Heidersberger sowie eine Lernwerkstatt zur Lehrerfortbildung.

Von der Frühzeit zur Gegenwartskunst

Das Stadtmuseum hält die Erinnerung an die lange Geschichte des Schlosses wach und zeigt unter anderem einen Gründungspfahl. Auch die Ur- und Frühgeschichte der Region sind ein Thema sowie die Planungen der Nationalsozialisten und der Volkswagen-Konzern. Zu den Hunderten Exponaten gehören auch viele Alltagsgegenstände aus jüngerer Zeit, darunter ein kompletter Friseursalon aus den 1950er-Jahren.

Schloss Wolfsburg

Stadtmuseum, Städtische Galerie, Kunstverein und Institut Heidersberger
Schloßstraße 8
38448 Wolfsburg

Öffnungszeiten und weitere Informationen auf der Website des Schlosses

Eintritt zu allen Einrichtungen frei

Städtische Galerie und Kunstverein zeigen in ihren Dauer- und Wechselausstellungen schwerpunktmäßig zeitgenössische Kunst. Das Institut Heidersberger widmet sich wiederum dem Lebenswerk des gleichnamigen Künstlers und Architekturfotografen. Es befindet sich in den ehemaligen Atelierräumen Heidersbergers und unterhält unter anderem ein Archiv.

Gerichtslaube, Gartensaal und ein großer Park

In der Gerichtslaube des Schlosses können sich Paare trauen lassen, den Gartensaal nutzt die Stadt für Konzerte und feierliche Anlässe. Außerdem finden im Schloss jährlich zahlreiche Veranstaltungen statt, etwa eine Sommerbühne oder die "Schlossnacht". Einen Besuch lohnt auch der Schlosspark mit Barockgarten sowie einem weitläufigen englischen Landschaftsgarten.

Stichwort: Weserrenaissance

Der Begriff beschreibt die Architektur der Region entlang der Weser sowie östlich davon bis Wolfsburg und westlich bis Paderborn. Ihr Schwerpunkt lag im 16. Jahrhundert. Bis heute sind aus dieser Zeit zahlreiche stattliche Gebäude erhalten, meist Rat- und Bürgerhäuser sowie Adelssitze.

Charakteristische Merkmale sind das Baumaterial Wesersandstein, stark gegliederte Schaufassaden, Ornamente, geschwungene Giebel nach italienischem Vorbild und Stand-Erker, sogenannte Utluchten. Die Bauten zeugen vom einstigen Wohlstand des regionalen Adels und der Kaufleute sowie ihren Kontakten in den Mittelmeerraum.

Als typische Gebäude gelten Schloss Hämelschenburg bei Emmerthal, das Hochzeitshaus in Hameln und das Rathaus von Hann. Münden.

Karte: Hier liegt Schloss Wolfsburg
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