Stand: 03.07.2019 14:32 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Die ältesten Speere der Menschheit bewundern

Bild vergrößern
Womit der Mensch vor 300.000 Jahren jagte, zeigen diese gut erhaltenen Speere im paläon.

Es war eine archäologische Sensation: 1994 stießen Forscher 1994 bei Grabungen im kleinen Ort Schöningen nahe Helmstedt auf acht vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz. Das Besondere: Die Speere sind etwa 300.000 Jahre alt und dank der geologischen Verhältnisse am Fundort bestens erhalten. Sie gelten als die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit.

Jagdszenen aus frühen Tagen der Menschheit

Bild vergrößern
In imposanten Gemälden wird die einstige Land- und Lebenswelt unserer Vorfahren, der "Homo heidelbergensis", lebendig.

Alle Details um den Fund und das Leben der Menschen vor 300.000 Jahren zeigt das Forschungsmuseum Schöningen. Die Ausstellung präsentiert neben den Speeren zahlreiche Knochen und Steinwerkzeuge und stellt Jagdszenen der damaligen Zeit in Bildern und Installationen nach. Außerdem bietet sie anhand von Erdschichten einen Einblick in die Klimageschichte der Erde. Da die Grabungen am Braunkohletagebau in Schöningen andauern, kommen immer wieder neue Funde ans Tageslicht. Das Museum verbindet Forschung, Sammlung und Vermittlung

Moderne Architektur für Funde aus der Altsteinzeit

Das futuristisch anmutende Gebäude des Museums wirkt von außen wie ein Spiegel, der die umliegende Wald- und Wiesenlandschaft reflektiert. Aus dem Inneren bieten sich Ausblicke auf den Fundort am Rand eines Braunkohle-Tagebaugebiets.

Schöninger Speere: Die Welt des Homo heidelbergensis

Bild vergrößern
Die Fassade des Gebäudes wirkt wie ein Spiegel, der Himmel und Landschaft reflektiert.

Für Wissenschaftler ist der Fund der rund zwei Meter langen Speere deshalb so bedeutend, weil er zeigt, wie der Homo heidelbergensis, ein Vorfahre der heutigen Menschen, in der Altsteinzeit lebte und jagte. Die Speere lagen inmitten eines Lagerplatzes mit weiteren Jagdwaffen sowie Tausenden Knochen von Wildpferden. Zahlreiche Thesen über die Entwicklung der Menschheit mussten aufgrund der Funde verworfen werden.

Forschungsmuseum Schöningen

Paläon 1 (an der L 652)
38364 Schöningen
Tel. (05352) 969 13

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Di bis So 10-17 Uhr
November bis Februar: Mi bis So 11-16 Uhr

öffentliche Führungen samstags und sonntags um 14.30 Uhr

aktuelle Eintrittspreise und weitere Informationen auf der Website der Ausstellung

Wildpferde im angrenzenden Park

Zu der Anlage gehört auch ein etwa 24 Hektar großer Park, der dem Landschaftsbild der Altsteinzeit nachgebildet wurde. Auf der steppenartigen Wiese grasen Wildpferde. Ein Erlebnisparcours mit verschiedenen Mitmachstationen bringt Kindern die Landschaft näher.

Neuer Name seit Juli 2019

Das Forschungsmuseum Schöningen trug bis Juni 2019 den Namen Paläon und wurde dann vom Land Niedersachsen übernommen, das nun einen Großteil der laufenden Kosten übernimmt. Das Museum stand wegen Verlusten in Millionenhöhe und sinkender Besucherzahlen in der Kritik.

Karte: paläon in Schöningen
Weitere Informationen

Paläon: Neustart als Forschungsmuseum

Das Land Niedersachsen hat den Betrieb des Paläon mit seinen einzigartigen Steinzeit-Speeren im Landkreis Helmstedt übernommen. Klar ist: Es bleibt ein Zuschussgeschäft. mehr

12 Bilder
NDR Info

Ausgrabungen am paläon in Schöningen

NDR Info

Im paläon sind 300.000 Jahre alte Speere zu bewundern. Archäologen fanden sie in den 90er-Jahren. Bis heute entdecken sie vor Ort weitere Spuren aus der Zeit der Urmenschen. Bildergalerie

03:41

Waldelefant: Sensationsfund in Schöningen

Ausgrabungstechniker Jens Lehmann beschreibt die Vorgehensweise der Ausgrabung in Schöningen (Landkreis Helmstedt). Dort wurden die Überreste eines Waldelefanten entdeckt. Video (03:41 min)

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 01.07.2019 | 18:00 Uhr

Urlaubsregionen im Norden