Stand: 22.08.2018 12:36 Uhr  | Archiv

Batnight 2018: Den Fledermäusen auf der Spur

Fledermaus im Flug © picture-alliance / OKAPIA KG, Germany Foto: Dietmar Nill/SAVE
In Wassernähe sind Fledermäuse häufig anzutreffen. Dort finden sie viele Insekten.

Sie orientieren sich mit ihrem Gehör auch in völliger Dunkelheit, sind meisterliche Flugakrobaten und schlafen mit dem Kopf nach unten: Fledermäuse gehören zu den faszinierendsten einheimischen Wildtieren. 25 Fledermausarten sind in Deutschland heimisch, viele davon gefährdet, drei Arten sogar vom Aussterben bedroht, weil die natürlichen Lebensräume der kleinen Säugetiere immer weiter abnehmen. Wer die geheimnisvollen Nachtjäger hautnah erleben möchte, hat am Wochenende (24.-26. August) bei der "Batnight 2018" vielerorts Gelegenheit dazu.

Aktionen, Exkursionen und Vorträge

In Norddeutschland finden zur Batnight Dutzende von Veranstaltungen statt - dazu zählen abendliche Wanderungen, gemeinsame Nistkästen-Kontrolle, Vorträge und Aktionen für Kinder. Im Fledermaus-Erlebniszentrum Noctalis in Bad Segeberg etwa stehen am Sonnabend unter anderem eine Wanderung und die Beobachtung von schwärmenden Fledermäusen an der Kalkberghöhle auf dem Programm. Der Naturpark Uhlenkolk in Mölln bietet ebenfalls am Sonnabend einen Infostand für Familien, Nistkastenkontrolle und eine abendliche Exkursion.

In Niedersachsen finden in Bad Pyrmont, Burgdorf, Hanstedt, Haselünne, Rotenburg und Springe bereits am Freitag Fledermaustouren statt. Am Sonnabend folgen Veranstaltungen unter anderem in Hannover, Holzminden, Nienburg, Rinteln und Winsen.

In Mecklenburg-Vorpommern lädt der Rostocker Zoo am Sonnabend zu einer Fledermaus-Nacht ein. In der Anlage leben wilde Fledermäuse, die Besucher mit Hilfe von Experten bestimmen und aus der Nähe sehen können. In Hamburg können Interessierte am Freitag an einer Exkursion rund um den Öjendorfer See teilnehmen. Der NABU informiert auf seiner Website über alle Veranstaltungen zur Batnight bundesweit.

Fledermäuse sehen und hören

Eine Fransenfledermaus hockt auf einem Holzstamm. © NABU
Die Fransenfledermaus bewohnt im Sommer gern Baumhöhlen und Scheunen. Sie kommt in Deutschland häufiger vor.

Bei den Abendführungen haben die Naturkundler meist einen sogenannten Bat-Detektor dabei: Die Ultraschallgeräte machen die Rufe der Fledermäuse, die das menschliche Ohr normalerweise nicht wahrnehmen kann, hörbar. Im August und September ist die Chance, Fledermäuse aufzuspüren, übrigens besonders groß. Denn im Spätsommer suchen die meisten europäischen Fledermausarten nach geeigneten Winterquartieren, sodass man sie besonders gut beobachten kann.

Werbung für den Fledermausschutz

Gefährdete und bedrohte Arten

Vielen Fledermausarten in Deutschland geht es nicht gut. Nach der "Roten Liste" sind folgende besonders stark betroffen:

Stark gefährdet:
- Bechsteinfledermaus
- Graues Langohr
- Mopsfledermaus
- Wimperfledermaus

Vom Aussterben bedroht:
- Große Hufeisennase
- Kleine Hufeisennase
- Nymphenfledermaus

Bereits zum 22. Mal organisiert der NABU in Deutschland die Aktionen zur Batnight, die alljährlich am letzten Wochenende im August stattfindet und an der sich inzwischen 35 Länder beteiligen. Internationaler Organisator ist das Europäische Büro für Fledermausschutz (Eurobats). Ziel der Veranstaltung ist es, die Fledermaus den Menschen als schützenswerte Tierart näher zu bringen und die Toleranz gegenüber den fliegenden Säugetieren, die noch immer vielen Menschen unheimlich sind, zu fördern.

Weitere Informationen
Fledermaus im Flug © imago images / Nature Picture Library

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Lust auf Norden | 19.08.2016 | 18:15 Uhr

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