Stand: 03.02.2018 07:00 Uhr  | Archiv

Bismarcktürme: Ausflugsziele mit Weitblick

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Auf 13 Meter bringt es der säulenartige Turm aus Granit-Findlingen bei Bad Schwartau.

In Bad Schwartau steht einer, in Hameln, im Harz und in Göttingen: Türme, die einst zu Ehren von Otto von Bismarck gebaut wurden. Allein in Niedersachsen gibt es heute noch elf Bismarcktürme, in Schleswig-Holstein weitere sechs. Bundesweit sollen es rund 150 sein. Viele stehen auf Anhöhen und sind als Aussichtstürme bekannt und beliebt. Weitere Gemeinsamkeiten: Gebaut wurden sie um das Jahr 1900, meist haben sie einen quadratischen Grundriss und wurden aus regionalen Steinen errichtet.

Türme im Osten Schleswig-Holsteins

In Schleswig-Holstein stehen die Türme überwiegend im östlichen Landesteil zwischen Hamburg und der Holsteinischen Schweiz. Der nördlichste Turm gehört zur Gemeinde Quern, östlich von Flensburg. Mit 30 Metern Höhe ist er einer der größten Bismarcktürme im Norden. In Lütjenburg gilt der knapp 19 Meter hohe Bismarckturm als Wahrzeichen der Stadt. Der verfallende Turm am Vierer See bei Plön liegt versteckt in einem Waldgebiet. Der wuchtige Bismarckturm auf dem Priner Berg nördlich von Bad Schwartau bietet einen guten Blick über das Umland. Das gilt auch für den 27 Meter hohen Turm in Aumühle, dessen untere Etagen die Gemeinde als Bibliothek nutzt. Dagegen ist die Bismarcksäule Friedrichsruh in Reinbek nicht zugänglich.

Der höchste Turm steht in Göttingen

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Der 31 Meter hohe Bismarckturm bei Göttingen wurde 1896 eingeweiht.

In Niedersachsen konzentrieren sich die Türme im südlichen Landesteil. Der mit 31 Metern höchste Bismarckturm steht am östlichen Stadtrand von Göttingen. Der stattliche Bau besteht aus einem sechseckigen Hauptturm und einem sogenannten Steigturm. Von April bis September ist die Aussichtsplattform auf dem Steigturm an Wochenenden und Feiertagen geöffnet. Sie bietet einen Fernblick der im Nordosten bis zum Brocken im Harz und im Westen bis ins Weserbergland reicht.

Studenten gaben den Anstoß für den Bau von Bismarcktürmen

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Es ist kein Zufall, dass sich die Bismarcktürme in Form und Material ähneln. Der Bau geht auf eine Bewegung zurück, die Studenten 1898 ins Leben riefen. Sie wollten, dass in Deutschland möglichst viele Türme entstehen, die an den gerade verstorbenen ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck erinnerten. Zwar war der Wegbereiter des Deutschen Reichs als Politiker durchaus umstritten, in weiten Teilen der Bevölkerung jedoch beliebt. So gab und gibt es in fast jedem größeren Ort eine Bismarckstraße. Für den Bau der einzelnen Bismarcktürme engagierten sich meist wohlhabende Bürger und lokale Geschäftsleute.

Feuer zum Geburtstag

Die Idee der Studenten war es, die Türme als Feuersäulen zu nutzen. Jeweils am Geburtstag Bismarcks sollten im ganzen Land Feuer lodern. So gab es auf vielen Bismarcktürmen Feuerschalen, die jedoch heute überwiegend nicht mehr existieren. Einen Überblick über alle Bismarcktürme in Deutschland bietet eine Karte des Bundesamtes für Kartographie sowie eine private Website mit vielen Informationen. Außerdem stehen in manchen Orten Bismarcksäulen oder -statuen, die größte in Hamburg.

Karte: Bismarcktürme in Niedersachsen
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