Stand: 06.06.2016 14:35 Uhr

WWF gibt Tipps zum Fisch-Kauf

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Der WWF rät, sich beim Fischkauf am Siegel des MSC zu orientieren.

Hering und Austern ja, Aal nein. Die Umweltstiftung WWF hat den weltweiten Fischbestand unter die Lupe genommen und gibt in einem Einkaufsratgeber Tipps für Verbraucher. Demnach sind Hering und Sprotte in Nord- und Ostsee so gut vertreten, dass die Fische mit gutem Gewissen gefangen und verzehrt werden können. Alle anderen Fischarten sind nur mit mehr oder minder großen Einschränkungen zu empfehlen. Bei vielen Arten sei es entscheidend, wo und wie die Fische gefangen würden. Als stark überfischt stuft der WWF die Bestände von Hai, Schnapper, Granatbarsch, Blauflossenthunfisch, Aal und Venusmuschel ein. Auf diese Arten sollten Verbraucher verzichten.

Meeresfisch ist keine Alltagsnahrung

"Wildfisch ist eine begrenzte Ressource. Wer nur einmal die Woche Fisch isst, respektiert die Grenzen des Ozeans", mahnt der WWF. Fast 30 Prozent der weltweiten Bestände an Speisefischen seien überfischt oder erschöpft, 57 Prozent würden maximal befischt. Beim Kauf empfiehlt der WWF Verbrauchern, auf das MSC-Siegel zu achten, das ein Hinweis für nachhaltige Fischerei biete.

Probleme bei Zuchtfischen

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In solchen schwimmenden Zuchtbecken wachsen Fische heran.

Auch die Fischzucht, sogenannte Aquakultur, sieht die Stiftung kritisch und empfiehlt nur europäische Karpfen und Bio-Forellen uneingeschränkt. Beim beliebten Lachs, der etwa in Norwegen und Schottland im großen Stil gezüchtet wird, bemängelt der WWF, dass das Futter meist aus nicht-nachhaltiger Fischerei stamme und so die Wildbestände zusätzlich belaste. Gegen Krankheiten würden in den Netzgehegen, die im Meer hängen, Medikamente eingesetzt. Empfehlenswert seien daher nur Tiere aus Bio-Aquakulturen.

Ampelfarben bieten Überblick

Der Fischratgeber listet Dutzende Fische und Meeresfrüchte von Aal bis Zander auf. Mit den Ampelfarben Grün, Gelb und Rot bekommen Nutzer einen schnellen Überblick, ob die jeweilige Art eine "gute Wahl" ist, "zweite Wahl" oder in die Kategorie "lieber nicht" gehört. Zusätzlich gibt es umfangreiche Informationen über die Arten, den Bestand und ökologische Effekte der Fangmethoden. Den Einkaufsratgeber veröffentlicht der WWF auf seiner Website und bietet dort auch App für Smartphones an.

Einen ähnlichen Ratgeber erstellt auch die Umweltorganisation Greenpeace, die allerdings teilweise zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt, da sie strengere Kriterien anlegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.06.2015 | 17:15 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/warenkunde/WWF-Fisch,fischeinkauf106.html

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