Putenfilets auf einem Grillrost. © Picture-Alliance / imageBROKER Foto: Ulrich Niehoff

Geflügel grillen: Nur durchgegart ein Genuss ohne Keime

Stand: 12.06.2021 23:09 Uhr

Fettarm und leicht verdaulich: Geflügel ist zum Grillen beliebt. Huhn und Pute sind allerdings anfällig für Keime und Erreger. Verbraucher sollten deshalb auf Hygiene, Kühlung und richtiges Durchgaren achten.

Viele Verbraucher grillen im Sommer gern Geflügel als Alternative zu Würstchen und Schweinesteak. Allerdings kann das Fleisch mit Erregern wie Salmonellen oder Campylobacter belastet sein. Diese können sich mit Muskelschmerzen, Fieber oder Durchfall bemerkbar machen. Während der Grillsaison werden besonders viele Krankheitsfälle gemeldet. Fleisch deshalb lieber ungewürzt kaufen, denn so lassen sich Qualität und Herkunft besser beurteilen.

Kühlung, Hygiene und Durchgaren verhindern Keimbildung

Damit Grillen nicht zur Gesundheitsgefahr wird, rät die Verbraucherzentrale, beim Umgang und der Zubereitung von Geflügel auf Folgendes zu achten:

  • Eine ausreichende Kühlung sicherstellen: Kühlakkus und Kühltasche für den Transport und die Lagerung benutzen.

  • Kurze Transport- und Lagerzeiten: Geflügelfleisch nicht länger als eine Stunde offen am Grill liegen lassen, denn nach vier bis sechs Stunden bei Zimmertemperatur kann das Fleisch bereits verderben.

  • Konsequente Hygiene: Rohes Grillgut mit einer Zange oder Gabel anfassen. Kontakt zu anderen Lebensmitteln, Besteck und Geschirr vermeiden.

  • Geflügelfleisch gut durchgaren und niemals rosafarben essen: Nur wenn das Fleisch bis zum Knochen durchgegart ist, sind auch alle Erreger abgetötet.

Schadstoffe vermeiden: Nach Anbraten Hitze reduzieren - Grillplatte benutzen

Wer Schadstoffbildung beim Grillen vermeiden möchte, sollte nichts anbrennen lassen. Huhn- und Putenteile schmecken zwar am besten, wenn sie mit Haut gegrillt werden, das Fett unter der Haut macht das Fleisch zarter und lässt es nicht so stark austrocknen. Aber je mehr Fett in die Glut tropft, desto mehr Schadstoffe entstehen. Damit Geflügelbrust oder -schnitzel nicht verbrennen, das Fleisch zunächst auf den heißesten Stellen des Grills von beiden Seiten scharf anbraten und dann zum Durchgaren an den Rand schieben. Mit Keulen genauso verfahren, sie benötigen allerdings eine längere Garzeit.

Wer marinierte Geflügelteile bevorzugt, sollte am besten Grillplatten aus Gusseisen oder Keramik nutzen. Die Marinade sollte vor dem Grillen abgetupft werden, damit Gewürze, Kräuter und Öl nicht verbrennen und keine krebserregenden Substanzen entstehen.

Huhn und Pute mit Marinade oder am Spieß zubereiten

Marinierte Hähnchenfilets auf einem Grillrost. © Picture-Alliance / dpa Themendienst Foto: Monique Wüstenhagen
Geflügelfleisch hat wenig Eigengeschmack, erst Marinaden verleihen ihm die richtige Würze.

Da Geflügelfleisch wenig Eigengeschmack hat, sollte man es gut würzen oder - noch besser - marinieren. Dafür eine Marinade herstellen (Basis ist immer Öl, dazu kommen nach Geschmack Zitronensaft, Gewürze, Kräuter, Honig oder Sojasoße) und das Fleisch darin mehrere Stunden oder über Nacht einlegen. Wer spontan grillt und keine Zeit mehr zum Einlegen hat, kann die Marinade auch während des Grillens auftragen. Das Fleisch von einer Seite garen, umdrehen und dann die obere Seite mit der Marinade einpinseln.

Alternativ kann man das Fleisch auch füllen oder in grobe Würfel schneiden und mit Gemüse am Spieß als Schaschlik zubereiten. Weiterer Tipp: Besonders lecker ist Huhn vom Grill, wenn es vorher plattiert wird und schön dünn ist. Dazu schmeckt eine gegrillte Zitronenscheibe.

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