Stand: 04.09.2019 11:30 Uhr

Klimaschutz: Einfach machen

Essen und Trinken, Wohnen, Leben und Reisen: Unser Konsum hat Folgen für die Umwelt. Beim Thema Klimawandel geht es um wissenschaftliche Fakten und Prognosen, aber auch die persönliche Einstellung spielt eine große Rolle. Kleine Tipps und Anregungen für den Alltag können beim Klimaschutz helfen.

Lebensmittel: Richtig einkaufen!

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Vermeidbare Verschwendung: Lebensmittel gehören nicht in die Tonne.

Wer seinen Einkauf plant, regional und saisonal kauft, Lebensmittel richtig lagert, nichts wegwirft und zudem noch selbst kocht, schützt das Klima und spart richtig Geld, bis zu 940 Euro sind jährlich drin. Rund 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr landen hierzulande im Müll. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist übrigens kein Verfallsdatum! Besser vorsichtig probieren als gleich wegwerfen. Obacht bei Fleisch-Produkten, hier gibt es ein Verbrauchsdatum.

Der Papierverbrauch steigt

250 Kilogramm Papier verbrauchen die Deutschen jährlich, davon bis zu 19 Kilogramm für Hygienepapiere wie Toilettenpapier, Taschentücher oder Küchenrollen. Nur 46 Prozent davon stammen aus recyceltem Material (Quelle: Verbraucherzentrale NRW). Die Herstellung von Frischfaserpapier ist aufwendig und belastet die Umwelt mehrfach: Bäume werden gefällt, Bleichmittel eingesetzt und Wasser verbraucht. Recyclingpapier ist eine gute Alternative, auch beim Toilettenpapier, da dieses nicht wiederverwendet wird, sondern in der Kanalisation landet. Weitere Tipps: Kataloge, die man nicht benötigt, abbestellen, den Drucker auf beidseitigen Druck voreinstellen und die Altpapiertonne nutzen.

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28:30
Wie geht das?

Immer im Kreis - Papierrecycling

Wie geht das?

In blauen Tonnen wird es gesammelt: Altpapier. 75 Prozent davon wird recycelt. Bei Steinbeis Papier in Glückstadt wird es sortiert und zu neuem Papier verarbeitet - auf DIN A4 zurechtgeschnitten. Video (28:30 min)

Digitale Nutzung - der Preis ist hoch

Der weltweite Datentransfer ist für fast vier Prozent aller C02-Emissionen verantwortlich. Der Anteil des Flugverkehrs liegt im Vergleich bei rund 2,5 Prozent. Bewegtbilder sind der Stromfresser schlechthin, bis zu 60 Prozent aller Datentransfers sind Videos on Demand. 2018 verursachten sie rund 300 Millionen Tonnen CO2, so viel wie ganz Spanien in einem Jahr ausstößt (Quelle: The Shift Project, englisch). Mails löschen, den digitalen Papierkorb leeren, nicht benutzte Apps und Dienste deaktivieren, nicht jedes Foto verschicken: Wer regelmäßig in seinen digitalen Schränken, Schubladen und Kellern aufräumt, spart zudem Strom und schont das Klima!

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N-JOY

Wie Musikstreaming die Umwelt belastet

N-JOY

Eine Studie zeigt, dass das der Trend zum digitalen Musikkonsum deutlich umweltschädlicher ist als bisher angenommen - obwohl durch das Aussterben von CD und Co. deutlich weniger Plastikmüll entsteht. mehr

Konsum: Teilen, tauschen, leihen oder verschenken

Vielleicht hat eine Nachbarin den Akkuschrauber, der für ein Projekt gebraucht wird. Oder sie freut sich über ein buntes Sommerkleid, dass schon lange nicht mehr getragen wurde. Wer teilt, repariert oder verschenkt, schützt die Umwelt und nutzt Ressourcen sinnvoll. Das ist gut fürs Klima - auch in der Nachbarschaft! Der Durchschnittsdeutsche soll bis zu 10.000 Dinge besitzen. Brauchen wir wirklich alles? Der Sozialpsychologe Harald Welzer erklärt, warum Kaufen nicht glücklich macht.

Ernährung - Alles To Go?

Kaffee im eigenen Becher, Pausenstulle selbst schmieren, Obst am Stück oder Leitungs- statt Mineralwasser - das schont die Umwelt und spart richtig Geld. Wer selbst Kaffee kocht und seine Pausenstulle schmiert, kann so über 1.000 Euro sparen. Die Beispielrechnung: 5 mal 3 Euro für Kaffee, 5 mal 3 Euro für ein belegtes Brötchen, macht 120 Euro im Monat, das sind 1.440 Euro im Jahr. Zudem landen Wegwerfkaffeebecher, Brötchentüten und Plastikmüll für kleingeschnittenes Obst aus dem Supermarkt nicht im Abfall, das schützt die Umwelt und das Klima. Wiederverwendbare Kaffeebecher sind auf jeden Fall die bessere Alternative zum Pappbecher.

Kosmetik bewusst einkaufen

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Feste Seife braucht kein Plastik - weder bei der Herstellung, noch beim Transport, noch beim Verkauf.

Die Meere können sich vor Plastikmüll nicht retten und ihre Bewohner sterben, rund 94 Prozent der an der Nordsee tot aufgefundenen Eissturmvögel haben Plastik im Magen. (Quelle: Umweltbundesamt, PDF, Seite 15 ff.) Plastikfreie Kosmetik einkaufen ist eine Herausforderung. Aber es geht, zum Beispiel mit fester Seife, die Duschlotion oder Shampoo in Plastikflaschen ersetzt. Außerdem verbrauchen die Herstellung und Entsorgung von Verpackungen Energie und erzeugen CO2-Emissionen.

Defensiv und vorausschauend Auto fahren

Wenn man nicht auf das Auto verzichten kann: Rechtzeitig schalten lohnt sich, ab Tempo 30 in den dritten, ab 40 in den vierten und ab 50 in den fünften Gang.  Dieser Fahrstil kann bis zu 25 Prozent Kosten einsparen. (Quelle: Umweltbundesamt) Defensiv und vorausschauend fahren, produziert auch weniger CO2 und schont die Nerven. Den Reifendruck regelmäßig kontrollieren und die Klimaanlage ausschalten, spart zusätzlich Energie ein.

Klimaschutz fängt in der Küche an

Viele kleine Dinge lassen sich im Alltag prima umsetzen: Die Topfgröße muss zur Herdplatte passen, den Deckel nicht vergessen, den Herd rechtzeitig ausschalten und die Restwärme nutzen, einen Wasserkocher verwenden oder Lebensmittel nicht in der Mikrowelle auftauen. In privaten Haushalten helfen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit beim Klimaschutz, denn wer Strom einspart, schont die Ressourcen und spart auch noch Geld dabei. (Quelle: Umweltbundesamt)

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09:38
Mein Nachmittag

Palmöl vermeiden in Lebensmitteln und Co.

Mein Nachmittag

Für die Gewinnung von Palmöl werden Tropenwälder gerodet. NDR Reporter Uwe Leiterer hat Lebensmittel unter die Lupe genommen und erklärt, worauf Verbraucher achten sollten. Video (09:38 min)

Einfach mal abschalten!

In privaten Haushalten wird viel Energie vergeudet: Ungenutzte Räume werden beleuchtet, die Stand-by-Funktion verbraucht zusätzlich Strom oder der Kühlschrank kühlt auf höchster Stufe. Das belastet nicht nur die Umwelt und das Klima, sondern erhöht auch die persönlichen Kosten. Rund 400 Euro sparen energiesparende Geräte jährlich ein (für eine drei- bis vierköpfige Familie berechnet). Weitere Tipps: Geräte ganz ausschalten, Ladegeräte aus der Steckdose nehmen und die Wasch- oder Spülmaschine nur voll beladen anstellen. (Quellen: Umweltbundesamt, PDF des Umweltbundesamtes)

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CO2-Ausstoß: Die größten Verursacher im Norden

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Atmosphäre, Kohlendioxid oder Treibhauseffekt: Das Glossar listet häufig verwendete Begriffe zum Klimawandel, der globalen Erwärmung und ihren Folgen auf. mehr

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Wie hoch steigt der Meeresspiegel? Was haben Extremwetterereignisse mit dem Klimawandel zu tun? Informationen zu den Veränderungen des Klimas und den Folgen. mehr

#wetterextrem - Der Norden im Klimawandel

Die Erde wird immer wärmer. Wetterextreme oder der Anstieg des Meeresspiegels sind die Folgen - sie zeigen sich auch in Norddeutschland. Informationen und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

DIE REPORTAGE | 30.08.2019 | 21:15 Uhr

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