Sendedatum: 27.03.2018 12:00 Uhr  | Archiv

Pflege-Wegweiser mit Tipps und Links

Verfügungen und Vollmachten

Weitere Informationen
Eine Frau liest in einem Informations-Heft über Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter durch Vollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung, © dpa-Report

Eine Vorsorgevollmacht richtig nutzen

Im Prinzip ist das Aufsetzen einer Vorsorgevollmacht für jeden Erwachsenen sinnvoll. Was ist dabei zu beachten? Wer kommt als Bevollmächtigter in Frage? mehr

Jeder Mensch sollte am besten schon vor einer Pflege-Situation seinen eigenen Willen bekunden - beispielsweise mit einer Patientenverfügung und auch einer General- oder Vorsorgevollmacht. Liegen diese vor, erleichtert das die Situation für die Angehörigen.

Da es viele verschiedene Musterformulare und Vorlagen gibt, sollten Sie sich auch hier beraten lassen, beispielsweise helfen die Verbraucherzentralen und Betreuungsvereine weiter.

Die passende Unterbringung finden

Ob Pflege zu Hause oder betreutes Wohnen, ob Senioren-WG oder Pflegeheim - alles hat Vor- und Nachteile.

Vorteile der häuslichen Pflege

  • Pflegebedürftiger kann in seinem Zuhause bleiben
  • bis zu einem gewissen Grad kann der alte Tagesablauf aufrechterhalten werden
  • üblicherweise geringere Kosten als stationäre Pflege
  • Pflege kann individuell auf den Bedarf abgestimmt werden
  • mehr eigener Raum für den Pflegebedürftigen

Ein nach eigenen Angaben unabhängiges und kostenloses Informationsportal ist der "Pflegelotse". Der Verband der Ersatzkassen e.V. bietet dort die Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung im gesamten Bundesgebiet und Infos über Qualität, Lage und Kosten der Anbieter.

Außerdem bietet die Angehörigen-Initiative "Heim-Mitwirkung" eine Informations-Sammlung für die Suche nach einem geeigneten Heim.

Entscheiden Sie nach persönlichen Wünschen, individuellen Möglichkeiten und Ihren finanziellen Mitteln.

Unterbringung im Senioren- oder Pflegeheim

Vorab muss man sagen: Es gibt eine ganze Reihe von "Checklisten", die detailliert auflisten, worauf man achten sollte. Die "Weisse Liste" der Bertelsmann-Stiftung bietet neben vielen detaillierten Informationen und Unterstützung bei der Heimplatz-Suche eine Checkliste mit wichtigen Fragen, die geklärt werden sollten.

Pflegegüte.de ist eine unabhängige Dokumentationsstelle der Stiftung Stark im Alter und bietet eine bessere Orientierung zu Anbietern von Pflegeleistungen in Deutschland. Die Ergebnisse der MDK-Qualitätsprüfungen werden von pflegegüte.de neu aufbereitet, analysiert und auf ihre Aussagekraft hin überprüft. Ergänzt werden Pflegenoten-Analysen mit weiteren Informationen zu Qualitätssiegeln, Zeitschriftenartikeln und mehr. Aus dieser Zusammenstellung ergeben sich neue Erkenntnisse, wie sie bisher noch nicht veröffentlicht wurden.

Buchcover "Pflegefall - was tun?" von Carina Frey. © Verbraucherzentrale
Der Ratgeber "Pflegefall - was tun?" von Carina Frey zeigt Schritt für Schritt auf, wie Sie bei einem Pflegefall vorgehen können.

Es gibt darüber hinaus weitere Bewertungssysteme anderer Anbieter mit anderen Bewertungsschwerpunkten und Kriterien. Eine Übersicht alternativer Heimbewertungssysteme und Verzeichnisse gibt es auf heim-mitwirkung.de. Das "Heimverzeichnis" überprüft beispielsweise Pflegeheime nach eigenen Kriterien zur Messung von Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit. Heime, die die Überprüfung bestehen, werden mit einem "Grünen Haken" ausgezeichnet.

Wichtig zu wissen: Bewertungen sind Momentaufnahmen und können somit immer nur eine grobe Orientierungshilfe sein. Ein perfektes Bewertungssystem kann es nicht geben - dazu sind auch die Erwartungen und Ansprüche der Menschen zu verschieden. Deshalb sollten Sie sich unbedingt ein eigenes Bild von mehreren Pflege-Einrichtungen machen, die eventuell infrage kommen.

Schauen Sie sich um, stellen Sie Fragen

Organisieren Sie Termine vor Ort und schauen Sie sich um. Zur Beurteilung sollten Sie alle Ihre Sinne sensibilisieren und nutzen. Und seien Sie gern kritisch, stellen Sie Fragen - an das Personal, die Bewohner und ihre Angehörigen:

Der erste Eindruck

  • Wie riecht es in der Einrichtung?
  • Welchen Eindruck machen die Bewohner? Wirken sie munter und aufmerksam oder eher lethargisch und vor sich hindämmernd?
  • Ist es überall sauber und macht es insgesamt einen "ordentlichen" Eindruck?
  • Werden viele verschiedene Aktivitäten (auch am Wochenende?) angeboten?
  • Hängt ein aktueller, gut lesbarer Essensplan aus?
  • Wirken die Pflegekräfte gehetzt, gestresst, missgelaunt, unmotiviert oder freundlich, nett, zuvorkommend und umsichtig?

 

Weitere Informationen
Zwei Hände © dpa - Bildfunk Foto: Oliver Berg

Aktionstag: Pflege im Alter

NDR 90,3 und Hamburg Journal berichteten über den Pflegestand in Hamburg, begleiteten pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und Pflegeeinrichtungen und beantworteten Ihre Fragen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 27.03.2018 | 12:00 Uhr

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