Stand: 13.02.2017 08:59 Uhr  | Archiv

PCO-Syndrom erkennen und behandeln

Diagnose

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Caroline G. leidet am polyzistischen Ovarialsyndrom, einer Hormonstörung bei Frauen vor den Wechseljahren.

Der Gynäkologe wird die Krankengeschichte erfragen, eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der Haut und der Körperbehaarung vornehmen und mittels Ultraschall die Eierstöcke untersuchen. Um den Hormonstatus festzustellen und Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse und der Nebenniere auszuschließen, sind umfangreiche Blutuntersuchungen notwendig: auf männliche Hormone, weibliche (Zyklus-)Hormone und das Anti-Müller-Hormon, das bei Betroffenen häufig erhöht ist. Weil mit dem PCO-Syndrom tiefgreifendere Stoffwechselveränderungen verbunden sind, werden auch die Blutfettwerte bestimmt und gegebenenfalls ein Glukose-Toleranz-Test (oGTT) gemacht. Zudem ist eine Untersuchung der Schilddrüsenhormone angeraten, da etwa jede dritte Betroffene auch an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leidet, der sogenannten Hashimoto-Thyreoditis. Diese Schilddrüsenunterfunktion kann, genauso wie das PCO-Syndrom selbst, Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein.

Therapie

Auch wenn sich die Krankheit nicht heilen lässt, können die Symptome doch deutlich gemildert werden. Vor allem wenn Übergewicht im Spiel ist, bewirkt die Gewichtsabnahme allein oft eine deutliche Besserung. Gleichzeitig ist die Gewichtsabnahme für Betroffene durch die gestörte Hormonkonstellation häufig erschwert. Verändern Betroffene ihren Lebensstil und ihre Ernährung - weniger Kalorien, mehr Bewegung -, hilft dies aber, den gestörten Hormonhaushalt wieder ins Lot zu bringen. Denn wenn die Muskeln aktiv sind und insbesondere das hormonproduzierende Bauchfett schmilzt, reagieren die Zellen besser auf Insulin, der Blutzuckerspiegel sinkt - und damit auch die Produktion männlicher Hormone. Daher sollten vor allem Weißmehlprodukte und Süßigkeiten möglichst gemieden werden. Stattdessen gehören mehr Gemüse, Vollkorn und sättigendes Eiweiß auf den Speiseplan, kombiniert mit omega-3-haltigen Ölen wie Walnuss- oder Leinöl.

Falls eine Insulinresistenz nachgewiesen ist, kann begleitend zur Ernährungstherapie zumindest vorübergehend auch eine Therapie mit oralen Diabetes-Medikamenten wie Metformin angezeigt sein. Dadurch bessern sich die Probleme mit dem Zuckerstoffwechsel, eventuell aber auch die Zyklusstörungen und andere Symptome. Bei unerfülltem Kinderwunsch kann der Arzt zusätzlich Medikamente verordnen, die die Eierstöcke stimulieren und den Eisprung fördern (Clomifen). Besteht kein Kinderwunsch, kann dagegen der Zyklus mithilfe der Antibabypille stabilisiert werden. Sie verhindert den Eisprung, einige Präparate wirken zudem anti-androgen, verringern also den Einfluss der männlichen Hormone, sodass Haarausfall, Bartwuchs und Akne nachlassen.

Viel schwerer noch als die körperlichen Probleme wiegen für viele Betroffenen ihre seelischen Nöte. Hier kann ebenfalls eine ärztliche Behandlung nötig sein, falls nicht der Austausch mit anderen Betroffenen hilft.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 13.02.2017 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung beim PCO-Syndrom

Betroffene auf genügend Ballaststoffe achten, eiweißreich und zuckerarm essen. Um den Blutzuckerspiegel zu schonen, Süßes am besten direkt nach einer Hauptmahlzeit genießen. mehr

Rezepte bei PCO-Syndrom

Einfache Gemüsegerichte sind günstig für Frauen mit dem PCO-Syndrom, denn sie liefern wichtige Nährstoffe und sind gut für die schlanke Linie: eine Auswahl leckerer Rezepte. mehr

Zum Ausdrucken (PDF)

40 KB

Die Therapie-Empfehlungen im DIN-A4-Format

Um die beim PCO-Syndrom häufig bestehende Insulinresistenz zu bessern und das Gewicht zu optimieren, ist eine blutzuckerschonende Ernährung mit wenig Weißmehlprodukten geboten. Download (40 KB)

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