Stand: 02.03.2019 20:59 Uhr

Dünndarm-Fehlbesiedlung erkennen und behandeln

Diagnose

Die Diagnose wird durch einen Wasserstoff-Atemtest mit Glukose gestellt. Zudem klärt der Arzt ab, ob es funktionelle Ursachen für die Dünndarm-Fehlbesiedlung gibt, etwa durch bildgebende Verfahren (Magnetresonanztomografie - MRT nach Sellink). Ein Blutbild gibt Aufschluss über mögliche hormonelle Störungen und darüber, ob ein Eisen- oder Vitaminmangel vorliegt.

Wichtig ist, dass der Arzt neben den Symptomen auch die Krankengeschichte des Patienten genau analysiert. Bei einer vorangegangenen Darm- oder Magenoperation zum Beispiel ziehen Mediziner in der Regel sofort eine Dünndarm-Fehlbesiedlung in Betracht.

Therapie

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In ihrem Dünndarm haben sich falsche Bakterien angesiedelt: Doc Fleck zeigt Julia A., wie sie die mit richtigem Essen "aushungern" kann.

Liegt eine Grunderkrankung als Ursache für die Dünndarm-Fehlbesiedlung vor, muss sie gezielt behandelt werden. In einigen Fällen kann ein operativer Eingriff nötig sein. Gehen mit der Dünndarm-Fehlbesiedlung Mangelerscheinungen einher, können vorübergehend spezielle Präparate nötig sein, um beispielsweise den Vitaminmangel auszugleichen.

Vielfach verordnen Ärzte zur Therapie der Dünndarm-Fehlbesiedlung ein Antibiotikum, häufig Rifaximin. Hilft dieses, spricht man von einer antibiotikaresponsiven Enteritis. Nachteil einer antibiotischen Therapie ist, dass dabei auch gesunde Darmbakterien gestört werden. Zudem kann es schon wenige Woche nach Ende der Therapie zu einer neuen Fehlbesiedlung des Darms kommen.

Bakterien im Dünndarm aushungern

Ein anderer Weg ist, die Dickdarmbakterien "auszuhungern": Verzichten Sie sechs Wochen lang vollständig auf Zucker und weitgehend auf Kohlenhydrate. Weizen ist tabu und nur zuckerarmes Obst erlaubt. Auch Milchprodukte sollten in den ersten Wochen der Therapie gemieden werden. Wöchentlich ein Rohkosttag kann guttun: Die Rohkost führt dem Körper eine große Menge an Ballaststoffen und Nährstoffen zu, regt die Darmtätigkeit an und entschlackt. Empfehlenswert ist eine eiweißhaltige Kost mit viel Gemüse, Fisch und Fleisch, Nüssen und gesunden Fetten. Wichtig ist, dass das Essen gut zu kauen ist, damit es bei der Passage durch den Verdauungstrakt optimal verwertet werden kann - und so für die Bakterien im Dünndarm möglichst wenig Nahrung übrig bleibt.

Nach den sechs Wochen wird die Kohlenhydrat-Diät gelockert. Schritt für Schritt können Sie nun Getreidesorten wie Roggen, Dinkel und Buchweizen einführen und die Menge an Obst erhöhen. Langfristig können auch wieder ein paar Süßigkeiten auf dem Speiseplan stehen, etwa ein Stück dunkle Zartbitterschokolade.

Darmmotorik anregen und Süßhunger bremsen

Unterstützen Sie Ihre Verdauung durch täglich 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft. Auch Bitterstoffe wirken anregend, etwa aus frisch gebrühtem Kaffee oder als Tropfen. Bitterstoffe regulieren die Darmmotorik, regen die Sekretion von Verdauungssäften an und mindern den Süßhunger.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 04.03.2019 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

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