Stand: 17.07.2018 09:59 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Herzmuskelverdickung, MS, Blutfettwerte

Manja: Ich fand es faszinierend, dass das Intervallfasten sogar als Therapie eingesetzt wird. Ich habe vor drei Monaten aus Neugier damit begonnen, weil das Thema im Kollegenkreis sehr gehypt wurde. Ich esse dreimal in acht Stunden, dazwischen konsequent nichts (war vorher quasi den ganzen Tag permanent am Snacken). Diverse kleinere Verdauungsbeschwerden und Bauchgrummeln, die ich immer mal wieder hatte, ohne die Ursache erkennen zu können, haben sich sehr schnell in Luft aufgelöst, und ich fühle mich insgesamt fitter und energiegeladener. Ich liebe Brot, Reis und Nudeln, habe das aber stark reduziert zu Gunsten von Gemüse und Eiweiß und in drei Monaten fünf Kilo abgenommen (von 70 auf 65 Kilogramm bei 1,63 Metern, mindestens fünf weitere Kilogramm sollen noch folgen). Dabei esse ich nicht weniger als vorher. Meine Rosazea ist auch etwas besser geworden. Daher beschäftigt mich im Moment die Frage: Bei welchen Krankheiten hilft das Intervallfasten? Ist es generell geeignet, um den klassischen Zivilisationskrankheiten auch vorzubeugen? Als dauerhafte Ernährungsform geeignet?

Riedl: Intervallfasten als Allheilmittel? Nicht ganz. Aber es ist das Gegenteil vom Snacking. Und das macht dick, fördert Diabetes und Hochdruck sowie andere Krankheiten. Wer dann noch die schlechten Kohlenhydrate reduziert (Zucker, Backwaren), der hat schon viel erreicht. Ja, insofern schon.

Pia: Dank der Ernährungs-Docs faste ich seit über einem Jahr konsequent im Intervall (16/8). Meine Schilddrüsenwerte (Hashimoto) haben sich deutlich verbessert (TSH leider nicht/> 2). Nun habe ich aber gelesen, dass bei Frauen das 16-Stunden-Zeitfenster bezüglich der Hormonausschüttung zu lange ist. Ich bin seit einem Jahr in der Postmenopause und habe einen sehr niedrigen Östrogenwert und stärkere Beschwerden. Würden Sie empfehlen, nicht mehr im Intervall zu fasten oder das Zeitfenster zu reduzieren?

Riedl: Nein, auch ältere Frauen können intervallfasten. Es hat sogar einen Effekt gegen das Krebsrisiko bei Frauen.

GK: Ich möchte 50 Kilogramm mit Intervallfasten und "LowCarb" abnehmen, da mein HbAc1-Wert auf 7,1 Prozent geklettert ist. Muss ich wirklich komplett auf Brot verzichten oder ist Dinkelvollkorn durchaus o.k.?

Riedl: Nein, niemand muss vollkommen auf Brot verzichten. Die Scheiben können auch dünner geschnitten werden und natürlich als Vollkorn. Dann ist das Brot halb so schlimm. Wichtig: darauf satt machenden Käse oder ein Ei oder Gemüse legen. Dann passt das.

Flo: Wo bekommt man Informationen, welche Lebensmittel gesund sind? So was muss es doch in Listen geben oder nicht?

Riedl: Letztlich kann man alles essen. Es kommt immer auf die Menge an. Aber gesund ist alles von Pflanzen (Pilze, Nüsse, Gemüse). Früchte nicht übertreiben wegen des Fruchtzuckers. Für Gemüse gibt es als Einziges kein Limit. Das als Hinweis. Wenn man die E-Docs-Bücher gelesen hat, bekommt man ein Gefühl für gesunde Lebensmittel. Und auf der Internetseite der Ernährungs-Docs.

Gerda Österreich: Darf ich Sie noch fragen, ob Sie einen Tipp zur Überwindung des Binge-Eating-(Desaster-)Disorder haben?

Riedl: Bei Essstörung bitte immer bei erfahrenen Therapeuten einer Schwerpunktpraxis für Ernährungsmedizin mit Psychotherapeuten im Team. Fragen Sie immer nach der Erfahrung in dem Bereich. Nicht jeder kann das und hat die Erfahrung. Ich halte sehr viel von einer Psycho-Ernährungstherapie.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 16.07.2018 | 21:00 Uhr

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