Sendedatum: 15.04.2014 20:15 Uhr  - Visite  | Archiv

Schwindel - das Chat-Protokoll

Birgit: Bei mir ist erst ein gutartiger Lagerungsschwindel diagnostiziert worden, der nicht mit den Befreiungsmanövern wegging. Nun ist es ein neurogener Schwindel. Was verstehe ich darunter?

Helmchen: Solange Sie als Patient noch über lagerungsabhängigen Schwindel klagen, muss von einem anhaltenden Lagerungsschwindel ausgegangen werden und die richtigen Befreiungsmanöver müssen ausgewählt werden. Der neurogene oder psychische Schwindel könnte nur dann anzunehmen sein, wenn keine Schwindelattacken mehr auftreten.

dihewa: Was ist der Unterschied zwischen zerebellärer und sensibler Ataxie? Behandlungsalternativen?

Helmchen: Zerebelläre Ataxien erfordern eine andere Physiotherapie und lassen sich manchmal auch medikamentös behandeln - anders als sensible Ataxien (keine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit, nur Krankengymnastik). Aber eine Behandlung der Ursache der sensiblen Ataxie sollte zur Besserung führen, zum Beispiel Diabetes.

Erich F.: Wie geht man mit Schwindel um, wenn ein klassischer Morbus Meniere diagnostiziert worden ist?

Helmchen: Die Standardbehandlung ist medikamentös mit Betahistin (dreimal 12 Milligramm, kann gesteigert werden bis dreimal 48 Milligramm pro Tag) - guter Behandlungserfolg den Studien nach.

Dieter: Was kann mir gegen meinen Schwindel helfen, der als Ursache eine Verengung in der Halswirbelsäule hat?

Helmchen: Verengungen der Nervenaustrittsstellen in der HWS machen keinen Schwindel - sollten daher auch nicht bei Schwindel operiert werden. Ihr Schwindel hat wahrscheinlich eine andere Ursache.

Brigitte: Meine Mutter (78) erhält von ihrem Arzt wegen ihres Schwindels die Auskunft: "Bedenken Sie doch mal Ihr Alter!" Sie nimmt Medikamente gegen Bluthochdruck und gegen Vorhofkammerflimmern. Könnten die Medikamente etwas mit dem Schwindel zu tun haben?

Helmchen: Häufig können blutdrucksenkende Medikamente zu Schwindel führen, insbesondere dann, wenn Sie einen zeitlichen Zusammenhang zur Medikamenteneinnahme bemerken. Rücksprache mit dem Internisten und Blutdruckmessung wären ratsam.

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Visite | 15.04.2014 | 20:15 Uhr

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