Stand: 02.10.2018 22:27 Uhr

Chat-Protokoll: Schlaganfall-Auslöser

Gori: Ich würde gerne wissen, ob eine Grippeimpfung auch sinnvoll ist, wenn man nur eine TIA und eine Herzschwäche (Aortenklappeninsuffizienz Grad 1) hat?

Röther: Die Grippeimpfung wird für jeden Patienten über 60 Jahre empfohlen. Außerdem für Patienten mit einer Immunschwäche. Am besten kontaktieren Sie hierzu Ihren Hausarzt.

Unbekannt: Ich habe seit einiger Zeit eine Aura ohne Migräne (evtl. Augenmigräne?) fast täglich. Bei mir wurde vor einiger Zeit eine HWS-Stenose diagnostiziert. Habe ich ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufgrund der Stenose?

Röther: Die HWS-Stenose hat nichts mit der Migräne zu tun. Wegen der Augen-Migräne sollten Sie zu einem Neurologen gehen. Ggf. hilft eine Therapie mit einem speziellen Medikament (Topiramat).

Britta: Wie hoch ist das Risko bei einer Herzkatheteruntersuchung über die Leiste einen Schlaganfall zu bekommen?

Röther: Das Risiko ist gering und liegt bei etwa 0,5 % für eine kleine Durchblutungsstörung, die keinen dauerhaften Schaden hinterlässt. Die Herzkatheteruntersuchung sollte immer gut begründet sein, dann ist der gesundheitliche Vorteil der Untersuchung deutlich größer als das Schlaganfall-Risiko.

Franzi: Ich hatte vor drei Jahren einen Schlaganfall durch eine Migräneattacke. Habe seit vier Tagen schon wieder solche Kopfschmerzen. Weisen diese wieder auf einen Schlaganfall hin?

Röther: Üblicherweise gehen Schlaganfälle nicht mit Kopfschmerzen einher. Wenn Sie einen Schlaganfall durch eine Migräneattacke hatten, sollten Sie mit Ihrem Neurologen besprechen, ob es sinnvoll ist ein vorbeugendes Medikament gegen Migräneattacken einzunehmen.

Gila: Ich hatte bereits mehrere Schlaganfälle und TIAs. Zudem leide ich unter chronischer Bursitis trochanterica. Sehen Sie einen Zusammenhang und kann ich etwas tun?

Röther: Einen Zusammenhang zwischen den Schlaganfällen und der chronischen Bursitis ist nicht hundertprozentig auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich.

Ulrike: Ist ein Schlaganfallrisiko vererbbar? Meine Oma, mütterlicherseits, meine Mutter und mein Bruder hatten welche.

Röther: Es gibt genetische Faktoren, die zu einem höheren Schlaganfallrisiko führen. Meistens sind diese aber weniger relevant als Lebensgewohnheiten, wie zu fettes Essen, zu wenig Bewegung und Rauchen.

Chaplin: Ich habe Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte. Bei einem Ultraschall wurde festgestellt, dass meine Halsschlagader verkalkter ist als bei einer 35-Jährigen üblich. Wie verhalte ich mich am besten? Ist mein Schlaganfallrisiko erhöht?

Röther: Gefäßverkalkung sind häufige Ursache für Schlaganfälle und Sie müssen alles tun, um Ihre Risikofaktoren optimal zu kontrollieren. Hierzu gehört, dass der HbA1C unter 7 sein sollte, der Blutdruck um 130/80 mmHg und das "schlechte Cholesterin" (LDL) deutlich unter 100.

Ute: Ich hatte einen Schlaganfall infolge einer spontanen Dissektion der ACI ohne traumatische Ursachen, keine Risikofaktoren usw. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, erneut einen Einriss einer Schlagader zu bekommen?

Röther: Das Risiko ist im Vergleich zu Personen, die noch keine Dissektion hatten, leicht erhöht. Aber die Risikoerhöhung ist gering und Sie sollten sich nicht zu viele Sorgen machen.

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Visite | 02.10.2018 | 20:15 Uhr

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