Stand: 22.05.2018 21:55 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Nahrungsergänzungsmittel

Chris: Kann man Arthrose ohne Röntgen oder MRT erkennen und weshalb tun sich Ärzte so schwer, eine entsprechende Behandlung zu verschreiben?

Danner: Häufig ist eine Einschränkung der Beweglichkeit von Gelenken ein Hinweis auf eine Arthrose. Die Diagnose Arthrose selbst ist jedoch nur im Röntgenbild, MRT, CT oder bei einer Operation zu erkennen. Bei der erforderlichen Physiotherapie befinden sich die Ärzte oft in einem Dilemma, weil diese von den Krankenkassen gedeckelt ist. Wenn ein Arzt zu viel verschreibt, kann er zu Zahlungen aus seiner eigenen Kasse verpflichtet werden.

Doro: Meine Diagnose: Facetten des 4. und 5. Lendenwirbels stark verschlissen, Bandscheibenvorwölbung und deutliche Höhenminderung, Druck auf Spinalkanal. Starke Schmerzen bis in Hüfte und Bein. Wegen Barrett-Ösophagus kann ich nur wenig Schmerzmittel nehmen. Was kann ich tun?

Danner: Gerade eine Facettenarthrose und eine hierdurch bedingte Spinalkanalstenose sprechen sehr gut auf ein Hausübungsprogramm an, welches ich schon mehrfach beim NDR vorgestellt habe (Übung an der Wand).

Sab: Wie schätzen Sie die Wirksamkeit von Selen bei Heberden-Arthrose und gleichzeitiger Hashimoto-Erkrankung ein?

Danner: Diese Frage sollten Sie unbedingt Ihrem Endokrinologen stellen. Denn Hashimoto ist sein Fachgebiet. Bezüglich der Heberden-Arthrose ist eine Wirksamkeit von Selen wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Conny: Sollte man Hyaluronsäure ins Kniegelenk spritzen lassen bei Knorpelschaden III. Grades?

Danner: Hyaluronsäure kann erfolgreich die Kniegelenksbeschwerden vorübergehend lindern. Ich rate in der Regel dann auch gleichzeitig zu einer begleitenden Akupunkturbehandlung. In einer großen Studie der AOK wurde eine Wirkung von Akupunktur bei Rückenschmerzen und bei Kniegelenksschmerzen wissenschaftlich nachgewiesen.

Ingrid: Bei Arthrose mit Schuppenflechte wurden mir MTX-Spritzen vom Hautarzt und Rheumatologen verschrieben. Die können aber viele Nebenwirkungen haben. Was halten Sie von MTX?

Danner: Bei Ihnen handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung, für die MTX ein geeignetes Basistherapeutikum darstellt. Es ist richtig, dass MTX sehr viele Nebenwirkungen hat, aber es kann in Ihrem Fall sogar dazu führen, dass sich ein angegriffenes Gelenk deutlich verbessert.

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Visite | 22.05.2018 | 20:15 Uhr

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