Stand: 03.04.2018 22:51 Uhr  - Visite  | Archiv

Chat-Protokoll: Depressionen

Ronald: Seit einigen Wochen habe ich Schlafstörungen, wenig Appetit und neben Ängsten auch extreme Antriebslosigkeit. Weist neben diesen Symptomen auch eine extreme innere Unruhe auf Depressionen hin? Teilweise rühren daher die Schlafstörungen und ich wache nachts von Unruhe getrieben auf.

Lammers: Die Symptome, die Sie schildern, klingen sehr typisch für eine Depression. Auch die innere Unruhe ist als Symptom bei schweren Depressionen bekannt. Soweit man das aus der Entfernung beurteilen kann, sollten Sie sich unbedingt an einen Psychiater beziehungsweise an eine psychiatrische Klinik wenden.

Birgit: Uni-Klinik-Ärzte nennen mich therapieresistent nach zwölf Jahren Therapie. Habe auch im Januar Ketamin-Infusionen bekommen, seit Februar Jatrosom. Nichts hilft, habe auch PTBS und schon mehrere Traumatherapien hinter mir. Was kann mir noch helfen? Beim ersten EKT-Versuch hatte ich einen Herzstillstand, danach trauten sie sich nicht mehr. Ich brauche Hilfe!

Lammers: Leider kann ich Ihnen nur den Rat geben, sich mit dieser Frage an Ihre behandelnden Ärzte an der Universität zu wenden.

Vanni: Ich nehme seit circa fünf Wochen ein Antidepressivum. Mir geht es schon etwas besser, aber bei Weitem nicht wie vorher. Muss ich noch abwarten oder sollte man das Medikament wechseln?

Lammers: Ich würde diese Frage mit Ihrem behandelnden Psychiater besprechen. Eine Besserung nach fünf Wochen ist aber grundsätzlich ein gutes Zeichen, welches ein weiteres Abwarten rechtfertigt.

Chrisko: Seit circa zwei Monaten nehme ich aufgrund einer schweren depressiven Episode morgens 25 mg Sertralin. Darf ich ab und zu abends ein Bier trinken oder ist Alkohol absolut verboten?

Lammers: Die Dosis von 25 mg Sertralin ist noch zu gering. Zur Behandlung einer Depression sollte die Dosis 50 mg betragen. Alkohol in geringen Mengen können Sie in Absprache mit dem verschreibenden Arzt trinken.

Bine: Was ist eine Elektroheilkraft-Therapie?

Lammers: Die Elektroheilkrampf-Therapie dient dazu, einen epileptischen Anfall unter Narkose auszulösen. Sie ist die wirksamste Therapie bei sehr schweren Depressionen, insbesondere mit Selbstmordgedanken.

Martina: Gibt es auch Hausmittel, welche man bei leichter Depression einsetzen/einnehmen kann?

Lammers: Bei leichter Depression kann man durchaus das sogenannte Johanniskraut (Dosierung 900 mg pro Tag) ausprobieren.

Binja: Sind Panikattacken auch eine Art Depression?

Lammers: Nein, Panikattacken sind Zeichen einer Angsterkrankung. Die Betroffenen entwickeln aber im Laufe dieser Erkrankung nicht selten auch eine Depression.

Fridoline: Gibt es Antidepressiva, die man bei häufigem Harnverhalt gefahrlos nehmen kann, und wie vermeidet man eine serotonerge Reaktion?

Lammers: Die modernen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer haben in der Regel keinen schädlichen Einfluss auf einen Harnverhalt. Eine serotonerge Reaktion gehört zu den seltenen Nebenwirkungen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 03.04.2018 | 20:15 Uhr

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