Stand: 20.02.2018 22:00 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Beinlängendifferenz nach Hüft-OP

Kramba: Vor knapp zwei Jahren habe ich eine neue Hüfte bekommen. Das operierte Bein ist seitdem zwei Zentimeter länger. Was kann ich außer Schuherhöhung tun, um meine Wirbelsäule zu schonen?

Wagner: Verspannte lumbale Muskeln und Hüftmuskeln regelmäßig dehnen und die Gegenspieler aufbauen.

Kriesi: Unser Sohn (24) hat vom Osteopathen bestätigt bekommen, dass er durch eine Hüftfehlstellung seine Beine unterschiedlich belastet (rechts sieben kg mehr als links). Jetzt soll er einen Kiefer- bzw. Zahnaufbau machen lassen, um die ursächliche Hüftbelastung zu beheben. Als Hochleistungssportler hatte er zudem jahrelang Knochenhautentzündungen am Schienbein, die ebenfalls ursächlich durch die unterschiedliche Hüftbelastung kommt. Kann das sein und wo kann man sich diesen Zahnaufbau machen lassen?

Wagner: Mal langsam: Die Seitendifferenz über einen langen Zeitraum kontrollieren. Die Kaumuskulatur detonisieren und ganz ehrlich den Hochleistungssport einschränken und nach einem definierten Zeitraum neu bewerten.

Sommer2851: Ich hatte vor einem Jahr eine Hüft-OP. Nach einigen Monaten wurde festgestellt, dass sich der Stift des Hüftimplantats 0,5 cm in den Oberschenkelknochen gesenkt hat. Ich habe bis heute immer noch einen "Wackelgang". Die Meinungen der Ärzte in der Klinik waren unterschiedlich. Von neuer OP bis keiner OP war die Rede, nur Reha-Sport machen. Das mache ich zweimal die Woche. Ich kann zwar laufen, aber es ist alles anstrengend. Ich fühle mich auch oft unsicher. Ich weiß nicht, was ich machen soll.

Wagner: Versuchen Sie, so lange wie möglich durchzuhalten, aber setzen Sie in regelmäßigen Abständen Ihren behandelnden Arzt über Ihre Schmerzen in Kenntnis.

Wiebke: Oberschenkelhalsbruch im Juli 2017 nach einem Sturz. Bekam drei Schrauben. Im Januar 2018 wurde ich erneut operiert, da der Bruch nicht verheilte. Jetzt habe ich eine dynamische Hüftschraube. Die letzte Option vor der künstlichen Hüfte. Wäre eine Reha sinnvoll? Bekomme zwei Mal die Woche Krankengymnastik. Ich bin 53 Jahre alt.

Wagner: Ja, das ist in jedem Fall sinnvoll. Schwerpunkt auf die Gangschule setzen.

E.Hinz: Ich habe beidseits eine Hüftarthrose. Bisher noch keine OP. Diese möchte ich möglichst weit hinausschieben und versuche mit gezielten Bewegungen, entsprechendem Sport, etc. viel zu tun, meine Frage: Kann oder könnte Osteopathie helfen?

Wagner: Primär hilft Folgendes in Ihrer Situation: erstens: Dehnung der verspannten Hüftmuskulatur. Zweitens: Kräftigung der abgeschwächten Muskulatur.

Muemue: Ich bin 39 Jahre und habe dieses Jahr Diagnose Hüftarthrose rechts bekommen. Ich laufe sehr schief und humple bzw. ziehe das Bein nach, habe eine Schonhaltung eingenommen wegen der Schmerzen. Drei Ärzte haben bestätigt, dass ich keine Beinlängen-Differenz habe. Ich soll das noch mehr oder weniger paar Jahre aushalten und dann neue Hüfte. Warum laufe ich so schief? Oft ist das rechte Bein einfach länger. Was soll ich nur tun?

Wagner: Die Therapie auf Traktionsbehandlung und Dehnung konzentrieren. Und tapfer bleiben.

Margret Eckhoff: Ich bekam neun Tage nach der Hüft-OP eine Schuherhöhung von 1,5 cm! Drei Monate bin ich damit rumgelaufen. Als sich Schmerzen einstellten, hat mein Prof. festgestellt, dass ich von Anfang an keine Beinverkürzung hatte. Die Schuhe sind wieder normal. Was kann ich machen, damit die Schmerzen verschwinden?

Wagner: Behutsames Training der unteren Rückenmuskeln, das heißt: leichte Beckenpattern zur Entlastung der Lendenwirbelsäule. Bitte mit einem Physiotherapeuten abstimmen.

Maggi: Seit Freitag habe ich ein neues Hüftgelenk und das Bein ist jetzt 1,5 cm länger. Die Ärzte sagen, das kann sich noch wieder regulieren. Ist das so richtig?

Wagner: Unbedingt Monate abwarten und dann nochmals kontrollieren. Ausnahme: Schmerzsteigerung.

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Visite | 20.02.2018 | 20:15 Uhr

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