Stand: 29.11.2017 08:56 Uhr  - Visite  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Lymphdrainage

Petra68: Ich habe ein Lymphödem am Bein, habe Strümpfe und bekomme zwei Mal in der Woche MLD 45. Ich fahre alle drei Jahre nach Zechlin in die Lymphklinik. Jetzt sagte mir meine Physiotherapeutin hier vor Ort, ich solle mir ein Lymph-Press-Gerät für zu Hause verschreiben lassen. Das Rezept habe ich und morgen werden auch meine Beine ausgemessen für dieses Gerät. Hilft es mir? In der Lymphklinik wurde ich nicht damit behandelt, da ich ein reines Lymphödem habe.

Schreiber: Am reinen Lymphödem wäre ich wirklich vorsichtig. Es darf auf jeden Fall nur zusätzlich zur manuellen Lymphdrainage eingesetzt werden.

Unbekannt: Ich leide seit meiner Jugend an einem Lipödem und gehe seit drei Jahren zur Lymphdrainage. Die Schmerzen werden nur kurz gelindert. Eine Operation wird mir nicht genehmigt. Was kann ich tun?

Schreiber: Falls Sie noch keine Kompressionsstrümpfe tragen, probieren Sie das gerne aus.

Sarah: Ich habe ein Lipo-Lymphödem im zweiten Stadium. Ich werde im Dezember operiert. Nächstes Jahr sind die Beine noch mal dran und dann die Arme. Muss ich danach weiterhin zur Lymphdrainage?

Schreiber: Das kann man erst nach der Operation sehen.

Petra: Meine Mutter liegt im Pflegebett. Seit ein paar Tagen sind ihr linker Fuß und Unterschenkel dick und fest. Wende mehrmals täglich eine Druckmassage an. Ist das richtig? Meine Mutter ist vor Kurzem 90 geworden.

Schreiber: Das sollte sich ein Arzt anschauen.

Unbekannt: Nach einer Sprunggelenkfraktur bei Polyneuropathie entwickelten sich bei meiner Frau Ödeme an den Beinen. Allerdings kann auch Lyrica dazu führen, sodass unklar ist, wer welchen Anteil hat. Lymphdrainage hilft bisher kaum und Kompressionsstrümpfe kann sie wegen der Berührungsschmerzen (durch PNP hervorgerufen) nicht tragen. Welche Möglichkeiten gibt es noch? Und ist das Medikament wirklich der Auslöser?

Schreiber: Es kann der Auslöser sein, aber auch die Fraktur und die Polyneuropathie können Ödeme auslösen. Vielleicht könnte Ihre Frau flachgestrickte Kompressionsstrümpfe tragen.

Hamburg: Bei mir wurde ein Lipödem ersten Grades festgestellt. Der Arzt meint, ich solle mich ketogen ernähren und hat Flachstrickstrümpfe verschrieben. Allerdings keine Lymphdrainage, weil er meint, dies würde nichts bringen. Ist dies korrekt? Wie stehen Sie zum Thema Ernährung? Ketogen ist kaum in den Alltag integrierbar, wenn man berufstätig ist.

Schreiber: Flachstrickstrümpfe sind richtig. Ein Lipödem ist eine Fettgewebsvermehrung, die wir im Stadium 1 nicht mit der Lymphdrainage behandeln können. Vielleicht wäre eine Ernährungsberatung sinnvoll.

Ulrike: Mein Mann wurde Ende Oktober wegen eines Prostatakarzinoms operiert, wobei auch 24 Lymphknoten entfernt wurden. Seit etwa drei Wochen leidet er nun an Lymphozelen. Es wurden links und rechts am Unterbauch Drainagebeutel angebracht, die seitdem jeden Tag gewechselt werden müssen. Er ist seit einer Woche zu Hause. Derzeit fließt noch etwa ein Liter Flüssigkeit pro Tag aus. Welche Möglichkeiten gibt es - außer einer Fensterung, die der operierende Arzt vornehmen will? Kann der Körper das Problem selbst lösen? Wie lange kann das dauern? Was können wir zur Unterstützung tun?

Schreiber: Manchmal kann da sogar eine Lymphdrainage helfen. Sonst bleibt nur die operative Versorgung.

Doris: Letztes Jahr habe ich durch Brustkrebs zwei Lymphknoten in der rechten Achsel eingebüßt. Nun habe ich in der linken Leiste eine längliche Schwellung (acht Mal zwei Zentimeter). Die Ärzte wissen nicht, was es ist. Im Ultraschall gab es keine eindeutige Erkenntnis. Nach zehn Tagen Antibiotikum keine Verkleinerung. Kann es ein Lymphödem sein?

Schreiber: Ein Lymphödem in der Leiste ist das eher nicht.

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