Stand: 22.08.2017 22:44 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Spinalkanalstenose

Cire64: Ich habe seit längerer Zeit Probleme mit dem Ischias auf der rechten Seite. Der Schmerz zog über den hinteren Oberschenkel bis in den Fuß, sodass ich nur noch wenige Meter ohne Pause laufen konnte. Vor vier Tagen verschob sich der Schmerz auf die linke Seite und zog auf der Vorderseite über das Wadenbein. Ich konnte mich heute Nacht nur noch kriechend fortbewegen. Ein Arzt hat mir Ibuprofen 800 verschrieben. Heute kann ich wieder aufrecht gehen, aber das linke Bein fühlt sich wie gelähmt an und knickt weg. Ich weiß nicht, warum der Schmerz wandert. Ist eine Operation notwendig?

Danner: Bei dem, was Sie schildern, scheint es sich um eine akute Bandscheibenproblematik zu handeln, die unbedingt eine ärztliche Behandlung erfordert.

Gisela: Ist bei einem Gleitwirbel eine Versteifung notwendig? Mir wurde eine Spritzentherapie an die Nerven empfohlen.

Danner: Bei einem Gleitwirbel handelt es sich um eine Verschiebung im Spinalkanal, bedingt durch eine Instabilität. Dies geht häufig über das geschilderte Maß des Abrutschens der kleinen Wirbelgelenke in der Sendung hinaus. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Prozess, bei dem Haltungskorrektur und Muskeltraining an der richtigen Stelle zu einer Linderung und manchmal auch Schmerzfreiheit führen können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang für alle haltungskorrigierenden Behandlungen, die nicht operativ sind, dass Sie eine mehrmals tägliche (fünf bis sieben Mal) Durchführung über mehrere Wochen bis Monate erfordern. Viele Patienten sind zu ungeduldig und brechen vorzeitig ab, sodass sie nicht in den Genuss des gewünschten Erfolges kommen.

Unbekannt: Sie sagten, dass als Test ein Vorbeugen des oberen Rumpfes während des Schmerzes zu einer Verbesserung führen würde - und dass in diesem Fall diese Behandlung sinnvoll wäre. Ist das richtig so?

Danner: Eigentlich geht es in dem Zusammenhang um eine Aufrichtung des Beckens zur Geradestellung der Lendenwirbelsäule. Dies ist bei verkürzten Hüftbeugern häufig nicht möglich, sodass als Alternativbewegung für den Test das Vorbeugen des Rumpfes zur Geradestellung der Lendenwirbelsäule genutzt werden kann. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass es sich um die Geradestellung der Lendenwirbelsäule, das heißt, um eine Verringerung des Hohlkreuzes, handelt.

Altweinfan: Beim Ausprobieren habe ich festgestellt, dass die Füße etwas von der Wand wegstehen müssen, damit ich den Lendenwirbelbereich an die Wand gedrückt bekomme. Ist das okay?

Danner: Für den Anfang ist das okay. Wenn die Bauchmuskulatur genug Kraft hat, gegen die verkürzte Hüftbeuge-Muskulatur zu kämpfen, dann müssen die Füße an die Wand, um die Dehnung weiter voranzubringen.

Unbekannt: Wenn der Bauchnabel eingezogen wird, verlässt die Lendenwirbelsäule die natürliche Lordose. Die Lendenwirbelsäule geht in Richtung Kyphose und die Wirbelgelenke werden verschoben - ist das nicht eine vermehrte Belastung der Lendenwirbelsäule?

Danner: Damit das nicht passiert, wird die Übung an der Wand durchgeführt. Das Ziel ist der flächige Kontakt zur Wand. Diese verhindert die Bildung einer Kyphose, weil Sie sich sonst in die Wand hineinbohren müssten.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 22.08.2017 | 20:15 Uhr

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