Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

Annette: Hallo, ich bin 47 Jahre und habe seit sieben Jahren Parkinson. Behandelt werde ich mit Madopar, Rasagilln und Clarium. Meinen Alltag schaffe ich eigentlich recht gut, was mir aber immer mehr zu schaffen macht, ist die extreme Schlaflosigkeit. Ich bin müde und sobald ich das Bett sehe, bin ich glockenhell wach. Ich schlafe momentan keine fünf bis sechs Stunden. Was kann ich dagegen tun?

Buhmann: Schwierig. Ihre Medikation klingt sehr sinnvoll. Manchmal kann es helfen, das Clarium nicht am Abend zu geben. Ansonsten gibt es milde, nicht abhängig machende "Schlafmittel". Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

Tewes: Ich habe seit 2008 Parkinson rechtsseitig. Die Beschwerden hatte ich durch die Medikamente und viel Sport (Walken, Tennis, Gymnastik, Pilates) bislang ganz gut im Griff. Beim Tennis habe ich nun doch zunehmend Probleme und auch das Zittern verstärkt sich vor allem bei emotionaler Belastung. Das Schreiben fällt mir schwerer am Computer und auch mit einem Stift. Dennoch fühle ich mich noch relativ fit und zeige in ruhigen Lebenssituationen wenig Erkrankungsanzeichen. Mein Neurologe schlug mit vor, die Stereotaxie in Erwägung zu ziehen. Ich bin mir aber nicht sicher, dass dies jetzt schon zweckmäßig wäre. Ich bin 62 Jahre alt. Welche Erfahrungswerte können sie mir mitteilen?

Buhmann: Ich empfehle Ihnen, sich in einem Zentrum mit Expertise für Tiefe Hirnstimulation beraten zu lassen. Insgesamt ist das für Sie sicherlich eine Option, die Sie in Betracht ziehen sollten.

Meerhexe: Ich habe den Eindruck, dass bei mir Stalevo (100/25/200) überhaupt nicht zu einer Verlängerung der Wirkungsdauer (0n-Zeit) gegenüber dem normalen Levodopa (100/25) führt. Welche Erfahrungen haben Sie?

Buhmann: Es gibt einen stärker wirksamen COMT-Hemmer und voraussichtlich Anfang 2017 kommt ein weiterer auf den Markt. Dies wären Optionen für Sie.

Inge: Haben Sie schon von dem pflanzlichen Dopamin Mucuna pruriens gehört? Wenn ja, was halten Sie davon bzw. welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Buhmann: Nichts. Eine standardisierte Dosierung und Resorption (Aufnahme) ist mit dieser Art von Produkten nicht möglich.

Unbekannt: Mein Arzt empfiehlt, parallel zum Dopamin-Agonisten auch Azilect zu nehmen, welches den Krankheitsverlauf positiv verlängert, ein anderer Arzt sagt, das wäre nicht nachgewiesen. Was sagen Sie?

Buhmann: Korrekt, aber auch nicht widerlegt. Die Datenlage ist nicht einheitlich. Ich empfehle den jüngeren Patienten, zu Krankheitsbeginn diese Substanz zu nehmen.

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Visite | 06.09.2016 | 20:15 Uhr

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