Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

Ondrie Schulz: Danke für die vielen guten Informationen. Ich bin 57 und seit eineinhalb Jahren mit Diagnose Parkinson. Dank Medikamenten noch berufsfähig. Leider zwei Unfälle durch plötzliches Einschlafen. Medikation auf Clarium umgestellt. Habe das Gefühl, von nun an dem Spieltrieb zu verfallen. Kann das evtl. durch Clarium sein? Des Weiteren interessieren mich die Ursachen dieser Erkrankung. Vermute Quecksilber aus den Amalgambehandlungen in Jugendjahren (DDR-Zeiten).

Buhmann: Leider können die sogenannten Dopamin-Agonisten (z.B. Clarium) sowohl Einschlaf-Attacken als auch Spielsucht verursachen. Für Sie muss eine andere medikamentöse Behandlung gefunden werden.

Unbekannt: Vor zwei Monaten ist bei mir Parkinson diagnostiziert worden. Bin 56 Jahre. Der Neurologe hat mir als Medikament Levodop-neuraxpharm 100/25 mg 3 x tägl. je 1 Tablette verschrieben. Ist diese Medikation als erstes Medikament in Ordnung? Habe gelesen, dass man bei jüngeren Patienten mit anderen Medikamenten beginnt.

Buhmann: Im Einzelfall kann man auch bei jüngeren Patienten mit L-Dopa anfangen. In der Regel sollte man dies jedoch vermeiden.

Unbekannt: Mein Vater hat seit ca. 15 Jahren Parkinson. Er ist 77 Jahre alt. Im Laufe der Jahre muss er immer mehr Medikamente nehmen. Seit einem Jahr quält ihn ein nächtlicher Hustenreiz und ein immer wiederkehrender Schleimauswurf. Die Lunge, Bronchien, Herz sind alles untersucht und o.k. Kann der Hustenreiz von einer Unverträglichkeit dieser vielen Medikamente kommen? Er ist sehr verzweifelt, da er nachts nicht mehr zur Ruhe kommt.

Buhmann: Bei diesem langen Krankheitsverlauf sind Schluckstörungen häufig. Sowohl für Nahrung, Flüssigkeiten als auch Tabletten. Dies kann Hustenreiz und Schleimauswurf verursachen. Es empfiehlt sich eine kaum belastende Schluckuntersuchung (FEES).

S.B.: Kann der Hirnschrittmacher auch bei Multi-System-Atrophie helfen?

Buhmann: Leider nein.

Rainer S.: Die Tiefe Hirnstimulation wird häufig sehr positiv beurteilt, meines Erachtens nach birgt jede OP Gefahren. Wie viel Prozent der Operierten haben Schwierigkeiten?

Buhmann: Sie haben Recht, es kann Nebenwirkungen geben. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die richtigen Patienten operiert werden, bei denen ein hoher Nutzen und ein geringes Risiko zu erwarten ist. Dies kann nur ein Spezialist beurteilen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.09.2016 | 20:15 Uhr

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