Stand: 07.09.2016 11:05 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll: Parkinson wirksam behandeln

Unbekannt: Meine Mutter (80) hat seit einigen Jahren Parkinson. Nun hat sie seit einigen Wochen starke Halluzinationen. Gehört das zum Krankheitsbild oder stimmt mit der Medikamentenzusammensetzung etwas nicht? Bei einer von ihr genommenen Herztablette haben wir als Nebenwirkung Halluzinationen im Beipackzettel gelesen.

Buhmann: In diesem Alter gibt es häufig Gedächtnisprobleme. Dies sollte man prüfen und gegebenenfalls ein Medikament dagegen geben. Das bessert in der Regel auch die Halluzinationen. Anticholinergika, Amantadin und Dopamin-Agonisten sollten langsam abgesetzt werden. Ihre Mutter sollte ausreichend trinken.

Unbekannt: Ich habe erhebliche Schlafstörungen. Sind das Nebenwirkungen und welche Medikamente sind hilfreich?

Buhmann: Schlafstörungen sind generell weit verbreitet, bei Parkinson tatsächlich aber vermehrt auftretend. Sie können vielfältige Ursachen haben, auch medikamentös bedingt. Dies ist allerdings im Einzelfall zu klären.

Unbekannt: Bei mir wurde vor fünf Jahren ein Tortikollis diagnostiziert. Seit drei Monaten ist ein gelegentliches Schütteln des Kopfes dazugekommen. Können das Parkinsonsymptome sein oder ist das etwas anderes?

Buhmann: Ein Tortikollis ist sehr häufig mit Kopfwackeln verbunden und trotzdem nicht Ausdruck einer Parkinson-Erkrankung.

Schl-werner: Ich bin 65 Jahre alt und habe seit 25 Jahren Parkinson. Ich nehme Stalevo, Madopar LT, PK Merz 100 und Neupro-Pflaster 4 mg. Kann dieses Pflaster Atemnot verursachen?

Buhmann: Dies ist sehr unwahrscheinlich, aber letztlich ist eine unübliche Nebenwirkung bei keinem Medikament ausgeschlossen. Bei 4 mg Neupro könnte man gegebenenfalls das Pflaster einige Tage absetzen und das L-Dopa temporär erhöhen, um zu sehen, ob das Pflaster für die Atemnot verantwortlich ist.

Zwilling: Wie kann ich den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen, außer mit Sport?

Buhmann: Eine optimierte Parkinson-Behandlung, gesunde Ernährung und gegebenenfalls gezielte aktivierende Therapien (Krankengymnastik, Logopädie, etc.). Eine "lebensbejahende" Grundeinstellung - es gibt Studien und die Praxis zeigt auch, dass eine optimistische Grundeinstellung hilfreich ist.

Unbekannt: Biperiden führt meines Erachtens bei meiner Mutter zu Gewichtsverlust und Demenz. Gibt es eine Alternative? Außerdem nimmt sie bereits Ropinirol und Levodopa.

Buhmann: Biperiden kann die Gedächtnisleistung beeinträchtigen. Sie sollten mit dem Arzt Ihrer Mutter sprechen, um eine Alternative zu finden.

Gba: Wie hoch sind die Probleme in Verbindung mit Feierabend-Bier?

Buhmann: Gegen ein Feierabendbier ist bei Verträglichkeit nichts einzuwenden. Die Wirkung des Alkohols kann aber durch die Parkinson-Wirkung verstärkt sein.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.09.2016 | 20:15 Uhr

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