Stand: 06.04.2016 09:02 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Infarkt im Darm

Alex: Ich bin 44 Jahre, männlich. Vor 15 Jahren hatte ich eine Fundoplicatio wegen ständigem Reflux mit Entzündung der Speiseröhre und chronischer Gastritis. Lange war danach alles gut. Seit gut einem Jahr habe nach dem Essen und manchmal sporadisch heftige Oberbauchschmerzen. Darmspiegelung und Magenspiegelung war im Februar ohne Befund. Im Dezember wurde ein extrem niedriger Eisenspiegel festgestellt - deshalb auch die Spiegelungen. Die Schmerzen sind geblieben. Mein Hausarzt möchte mich im Sommer zur MRT schicken.

Freys: Das ist sicher gut, es sollte sichergestellt werden, ob die Fundoplicatio noch in Ordnung ist. Dies geht am besten per Magenspiegelung. Schauen Sie, ob das bei der stattgefundenen Magenspiegelung befundet worden ist.

Ute S.: Ich bin 60 Jahre alt , weiblich, schlank, rauche nicht und habe so alle paar Monate bei Kälte und Bewegung Probleme - also zum Beispiel langer Spaziergang im Winter. Ich haben dann starke, kolikartige Schmerzen in der Nähe des Rektums. Nach circa zehn Minuten heftigsten Schmerzen wird es besser. Eine Darmspiegelung habe ich machen lassen, demnach alles in Ordnung. Kann es so ein Darm-Infakt sein? Sollte ich es weiter abklären lassen?

Freys: Das hört sich überhaupt nicht nach Durchblutungsstörung an. Ich empfehle eine Untersuchung bei einem Proktologen.

Bebo 42: Ich wurde 2012 an Mastdarmkrebs operiert - mit zeitweiligem künstlichen Darmausgang und Rückverlagerung. Anschließend hatte ich eine Gallen-OP. Vor der OP hatte ich Bestrahlung und Chemo, danach nochmals Chemo. Ich leide seitdem an starken Schmerzen im Unterbauch. Hauptsächlich nach dem Frühstück und dem Stuhlgang. Ich hatte am Wochenende wieder solche sehr starken Schmerzen. Es helfen da keine Schmerzmittel.

Freys: Dann sollte man eventuell eine Darmspiegelung machen und/oder eine MRT des Dünn- und Dickdarms, um gegebenenfalls Verwachsungen darstellen oder ausschließen zu können.

Acar: Ich bin in der zehnten Schwangerschaftswoche und habe seit drei Wochen starke Bauchkrämpfe, besonders morgens und zwei bis drei Mal am Tag. Ich habe auch morgens Durchfall. Gibt es da einen Zusammenhang mit einer Kalkbildung im Darm?

Freys: Nein, dazu sind Sie eigentlich zu jung.

Juli: Kann so ein Infarkt auch durch Bestrahlung ausgelöst werden? (Chemo und Bestrahlung nach Cervix Ca)

Freys: Eigentlich nein, da die Beckenarterien nicht im Bestrahlungsfeld liegen.

Visite Fan: Vielleicht gibt es ein Lebensmittel, das einen Inhaltsstoff hat, der den Kalk wegätzt?

Freys: Schön wär's...

Anni: Wie ist das, wenn eine Stelle des Darms nicht mehr durchblutet wird? Kann da ein Darm-Infarkt entstehen?

Freys: Ja.

karlchen: Bei mir wurde ein Morbus Chilaiditi diagnostiziert. Leider habe ich seit einer Darmvorsorgeuntersuchung ein sehr starkes Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen. Kann durch ein Abschnüren des Darmbereichs durch die Leber ein Darm-Infarkt entstehen? Können durch eine OP den Morbus Chilaiditi beseitigen?

Freys: Ein Abschnüren ist da eher unwahrscheinlich, durch eine Lagekorrektur kann das Chilaiditi-Syndrom beseitigt werden.

Valerierose: Meine Mutter hat seit Jahren im rechten Oberbauch nach dem Essen einen starken Druck, den sich kein Arzt erklären kann. Immer in Abständen von ein paar Jahren kamen dann auch Entzündungen im Darm hinzu, die mit Antibiotika behandelt wurden und dann relativ schnell wieder verschwanden. Ist das ein Zeichen für einen Darm-Infarkt?

Freys: Nein, man sollte vielleicht einmal die Gallenwege inklusive der Gallenblase auf Steine untersuchen und den Magen und Zwölffingerdarm, hier könnten chronische Entzündungen bestehen.

Anni: Vor einem Jahr hatte ich einen Darm-Infarkt, nach circa 60 Stunden wurde ich operiert und dabei wurden 70 Zentimeter Darm entfernt . Wie hoch ist das Risiko, noch einmal einen Darm-Infarkt zu bekommen? Was kann ich vorbeugend tun? Diät?

Freys: Es gibt keine spezifische Diät, wenn eine Embolie die Ursache war, sollte auf einen normalen Herzrhythmus geachtet werden. Wenn eine arterielle Thrombose die Ursache war, so gibt es keine spezifische Prophylaxe. In beiden Fällen ist eventuell Aspirin in einer Dosierung von 100 Milligramm pro Tag sinnvoll. Dies sollte jedoch Ihr Hausarzt entscheiden.

GSTRO: Sind Ärzte in der Notaufnahme überhaupt in der Lage, einen Darm-Infarkt zuerkennen?

Freys: Natürlich. Wenn der Verdacht besteht, wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße durchgeführt oder eine Gefäßdarstellung per CT.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.04.2016 | 20:15 Uhr

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