Stand: 06.04.2016 09:02 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Infarkt im Darm

Professor Stephan M. Freys © Diako Bremen
Prof. Stephan M. Freys ist Chefarzt am Evangelischen Diakonie-Krankenhaus in Bremen.

Heftige Bauchschmerzen können eine akute Lebensgefahr bedeuten - wenn es sich um einen Mesenterialinfarkt handelt, dem Verschluss einer Arterie im Darm. Heimtückisch dabei ist, dass bei dieser Erkrankung die Schmerzen nach einigen Stunden von allein nachlassen. "Fauler Friede" heißt diese trügerische Phase bei Medizinern. Doch währenddessen schreitet die lebensbedrohliche Erkrankung weiter fort. Nur eine rechtzeitige Diagnose und schnelle Behandlung kann die Betroffenen retten.

Prof. Stephan M. Freys, Chefarzt der Chirurgie am Diakonie-Krankenhaus Bremen, hat Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Visite Fan: Wie kann man seine Adern rein halten oder den Kalk wieder abbauen - zum Beispiel durch Lorbeer-Tee?

Prof. Stephan M. Freys: Einmal abgelagerter Kalk kann nicht wieder "aufgelöst" werden.

Chassalla: Meine Mutter erlitt im Anschluss an eine Hüft-OP einen Darm-Infarkt. Habe ich als Tochter ein erhöhtes Risiko? Kann es einen Zusammenhang geben zwischen der Hüft-OP und dem Darm-Infarkt?

Freys: Wenn der Darm-Infarkt durch eine Embolie entstanden ist, nein. Wenn der Darm-Infarkt durch eine arterielle Thrombose entstanden ist (Verkalkung) kann gegebenenfalls ein familiär erhöhtes Risiko bestehen, je nachdem was die Ursache für die Verkalkung ist.

Fußpunkt: Ich hatte innerhalb von fünf Jahren dreimal heftige gastrointestinale Blutungen (an der Fußpunkt-Anastomose nach Roux). Bei dem dritten Ereignis wurde ich operiert (vor einem Jahr). Bin ich deshalb anfällig für einen Darm-Infarkt? Welche Prophylaxe gibt es? Gibt es Nachsorgeempfehlungen?

Freys: Nein, Sie sind nicht anfällig. Prophylaxe ist eigentlich gesunde Lebensführung.

Harika: Welche Untersuchung ist nötig, um die verengten Gefäße des Darms zu entdecken? Reicht ein Ultraschall oder kann die Verengung dabei übersehen werden?

Freys: Untersuchungen sind: eine spezielle Gefäßultraschalluntersuchung oder eine Gefäßdarstellung - am besten per CT.

Krebs 52: Gibt es noch andere Symptome vor so einem Infarkt?

Freys: Leider nicht.

Isabel: Ich (weiblich, 30 Jahre) habe immer wenige Minuten vor dem Stuhlgang heftigste Krämpfe im linken Unterbauch, teilweise bis zur Bewusstlosigkeit. Eine Darmspiegelung brachte keine Ergebnisse. Können verstopfte Arterien auch hier eine Rolle spielen? Wenn ja, wie untersucht man darauf?

Freys: Sehr unwahrscheinlich, das scheint eher ein Passageproblem zu sein. Ist der Darm schon mal mit Kontrastmittel geröntgt worden? Untersuchungen zur Darstellung der Durchblutung werden per Ultraschall oder Gefäßdarstellung mittels CT gemacht.

Sarah: Guten Abend, ich habe oft heftig stechende Schmerzen im Unterbauch, sodass ich mich krümmen muss, und meist vor dem Stuhlgang. Können das Blähungen sein, also Luft im Darm, die in Bewegung kommt? Oder könnte das was Ernsteres sein?

Freys: Das ist schwierig zu sagen. Man sollte gegebenenfalls eine Darmspiegelung machen oder den Darm per Kernspintomografie darstellen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.04.2016 | 20:15 Uhr

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