Stand: 23.02.2016 17:00 Uhr  | Archiv

Wie gesund sind Innereien?

Niere und Leber auf einem Teller angerichtet
Innereien enthalten Eiweiß, Mineralien und Spurenelemente.

Innereien von Schwein, Rind oder Geflügel werden in Deutschland nur noch wenig gegessen. Sie sollen eigenwillig schmecken und gelten als ungesund. Früher waren Reinigungsorgane wie Leber und Niere tatsächlich belastet. Denn die Tiere wurden geschlachtet, wenn sie schon alt waren. Inzwischen werden Schweine kaum älter als sechs Monate, Rinder auch nur zwei Jahre alt. Die Organe sind deshalb also kaum belastet und gesunde Menschen können sie ohne Bedenken verzehren.

Leber enthält viel Vitamin A

Die Innereien enthalten viel hochwertiges Eiweiß, viele Mineralien und Spurenelemente. Ein Herz besteht aus purem Muskelfleisch und hat kein Fett. Es ähnelt beim Verzehr einem Filet. Leber enthält Eisen und Folsäure. Diese sind wichtig für unsere Zellteilung und den Sauerstoff-Transport im Körper. Außerdem enthält Leber jede Menge Vitamin A. Der Körper braucht es für die Haut und das Knorpelgewebe, kann es aber nicht selbst bilden. Um den durchschnittlichen Tagesbedarf an Vitamin A zu decken, sind zum Beispiel 200 Gramm Käse oder nur zehn Gramm Leber nötig. Schwangere sollten auf Leber allerdings verzichten, denn zu viel Vitamin A kann dem ungeborenen Kind schaden.

Auch Nieren sind gesund: Sie enthalten Vitamin B3, welches wichtig für den Stoffwechsel ist, außerdem viel Kalium für Nerven und Muskeln. Ihr Geschmack ist allerdings etwas eigenwillig: leicht säuerlich.

Purine können Gichtanfall auslösen

Menschen, die unter Rheuma oder Gicht leiden, sollten allerdings auf Innereien verzichten. Denn Innereien haben einen hohen Purin-Gehalt. Die Purine werden in unserem Körper zu Harnsäure umgebaut. Übersteigt der Harnsäurespiegel im Blut eine gewisse Konzentration, bilden sich Kristalle. Diese lagern sich in Gelenken, Haut und Nieren ab und führen zu einer Entzündungsreaktion - einem Gichtanfall.

Arachidon-Säure bedenklich für Rheumatiker

Der hohe Anteil von Arachidon-Säure in den Innereien ist für Rheumatiker bedenklich. Das Problem: Beim Rheumatiker werden aus dieser Fettsäure Entzündungsboten gebildet, die Erkrankung kann sich dadurch verschlechtern.

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Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Anne Fleck
Fachärztin Innere Medizin und Rheumatologie
Internet: www.docfleck.com

Thomas Sampl
Küchenchef
Restaurant VLET
Block N / 1. Boden
Am Sandtorkai 23/24, 20457 Hamburg
Tel. (040) 334 75 37 50
Internet: www.vlet.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 23.02.2016 | 20:15 Uhr

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