Stand: 07.09.2015 13:35 Uhr  | Archiv

Wenn Osteoporose genetisch bedingt ist

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Bei Osteoporose werden die Knochen porös.

Wenn schon in frühen Jahren Knochen brechen, denkt kaum jemand an Osteoporose, eine Krankheit, die meist erst im fortgeschrittenen Alter auftritt. Doch inzwischen haben Wissenschaftler eine Genveränderung nachgewiesen, die dazu führt, dass der Knochenschwund schon im Jugendalter einsetzt.

Was passiert in den Knochen?

Die Knochensubstanz befindet sich im ständigen Umbau. Dafür sind spezialisierte Zellen zuständig: Die sogenannten Osteoklasten bauen Knochen ab und die sogenannten Osteoblasten bilden neue Knochensubstanz. Normalerweise besteht in diesem System ein Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kommt es zum Knochenschwund.

Defekt im wnt1-Gen

Anders als bei der weit verbreiteten "klassischen" Osteoporose im fortgeschrittenen Alter, bei der unter anderem ein Mangel des Hormons Östrogen, bestimmte Medikamente oder eine ungesunde Lebensweise wichtige Auslöser sind, ist bei der sogenannten juvenilen Osteoporose das Gleichgewicht durch einen Defekt im sogenannten wnt1-Gen gestört. Das haben Forscher erst im Jahre 2013 herausgefunden.

Die Funktion der Knochenzellen ist verlangsamt und als Folge verändert sich die Architektur der Knochen. Diese können den normalen Anforderungen nicht mehr standhalten. Schon kleinste Krafteinwirkungen können dann Knochenbrüche verursachen.

Vitamin D und Kalzium stärken den Knochen

Wird diese Form der Osteoporose durch eine Genanalyse auf Basis einer Blutprobe rechtzeitig festgestellt, müssen die Betroffenen Vitamin D und Kalzium einnehmen. So können die Knochen stabilisiert werden. Mit Sport kann der Kochenaufbau zusätzlich angeregt werden. Die Stoßbelastung - zum Beispiel beim Seilspringen oder Walken, stimuliert den Knochen. Das Gute: Knochen sind sehr stressresisitent. Wenn man frühzeitig weiß, dass man genetisch vorbelastet ist und gegensteuert, kann man ein ganz normales Leben führen.

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Interviewpartner im Beitrag und Studio:

Prof. Dr. Michael Amling
Leiter des Zentrums für Klinische Osteologie und Biomechanik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 63 62
Fax (040) 741 05 58 25
Internet: www.uke.de/institute/osteologie-biomechanik

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Visite | 08.09.2015 | 20:15 Uhr

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