Stand: 07.08.2018 11:32 Uhr

Weißer Hautkrebs: Die Schattenseite der Sonne

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Weißer Hautkrebs kann überall am Körper entstehen - vor allem dort, wo die Sonne oft auf die Haut trifft.

Pro Jahr erkranken mehr als 250.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs, davon 20 Prozent an dem gefürchteten schwarzen Hautkrebs, dem Melanom. Mit 80 Prozent ist der helle oder weiße Hautkrebs viel häufiger und eine echte Volkskrankheit. Er hat gute Heilungschancen und verläuft selten tödlich, ist aber trotzdem nicht ungefährlich. Heller Hautkrebs kann überall am Körper entstehen, tritt aber vor allem da auf, wo die Sonne oft auf die Haut trifft: an Kopf, Hals, Ohren, Händen und Armen, den sogenannten Sonnenterrassen. Setzen sich Menschen jahrelang ohne Schutz, also ohne Sonnencreme oder Kleidung, der Sonne aus, kann sich weißer Hautkrebs entwickeln.

Frau mit Pflastern im Gesicht

Weißer Hautkrebs: Die Schattenseite der Sonne

Visite -

Weißer Hautkrebs kann überall dort am Körper entstehen, wo die Sonne oft auf die Haut trifft. Die Krankheit ist selten tödlich, aber trotzdem nicht ungefährlich.

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Wie viel Sonne ist zu viel?

Jeder Mensch hat ein persönliches Sonnenkonto. Das bedeutet, je nach Hauttyp vertragen wir eine bestimmte Menge UV-Strahlung in unserem Leben. Jede Minute in der Sonne, jeder Sonnenbrand füllt das persönliche Sonnenkonto wie ein Fass. Das summiert sich im Laufe des Lebens und irgendwann ist es voll und läuft über. Die Hautzellen sind überlastet, Hautkrebs kann entstehen. Bis aus einer Zelle Krebs entsteht, braucht es etwa 20 bis 30 Jahre und relativ viele Sonnenbestrahlungen. Ist dieser Punkt erreicht, hat die gesamte Fläche diese UV-Energie abbekommen und das lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Zwei Arten von weißem Hautkrebs

Grundsätzlich sind zwei Arten von weißem Hautkrebs zu unterscheiden: Das Basalzellkarzinom (Basaliom) sowie das Plattenepithel-Karzinom (Spinaliom). Der häufigste Hautkrebs-Typ entsteht aus der Basalzell-Schicht und wird deshalb als Basalzell-Karzinom oder Basaliom bezeichnet. Pro Jahr treten in Deutschland etwa 156.000 Basalzell-Karzinome auf. Diese Hautkrebs-Form wächst langsam und bildet keine Metastasen, kann aber groß werden und sich in die Tiefe fressen. Deshalb sollte ein Basaliom möglichst frühzeitig entfernt werden. Basalzell-Karzinome verdoppeln ihre Größe meist innerhalb von einem Jahr und je größer der Tumor ist, desto mehr müssen die Ärzte wegschneiden. Ein Sicherheitsabstand ist wichtig, damit kein Tumor-Rest in der Haut bleibt. So muss bei einem ein Zentimeter großen Tumor rundherum noch mindestens ein halber Zentimeter gesundes Gewebe mit entfernt werden. So bleiben oft entstellende Narben zurück, die bei einer frühzeitigen Operation viel kleiner ausgefallen wären. Ist die Erkrankung sehr weit fortgeschritten, wächst der Tumor in Knorpel, Muskeln, Nerven und sogar in den Knochen hinein. Dann müssen zum Beispiel Teile der Nase oder des Ohres mit entfernt werden. Wichtig: Jeder zweite Patient bekommt innerhalb von drei Jahren einen weiteren hellen Hautkrebs. Deshalb müssen die Patienten immer wieder zur Nachsorgeuntersuchung kommen. Je stärker die Sonnenbelastung der Haut war, desto häufiger tritt der helle Hautkrebs wieder auf.

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Plattenepithel-Karzinom kann Metastasen bilden

Mit knapp 100.000 Neuerkrankungen in Deutschland etwas seltener, aber auch gefährlicher als das Basaliom ist das sogenannte Plattenepithel-Karzinom oder Spinaliom. Es entwickelt sich aus der Plattenepithelschicht der Haut und kann Metastasen bilden. Zunächst bilden sich in der Regel Vorstufen, sogenannte aktinische Keratosen. Diese unscheinbaren, hautfarbenen Knötchen oder roten Flecken, an denen sich die Haut abschuppt, entstehen im Lauf der Jahre aufgrund der Sonnenbelastung. Mit zunehmendem Alter treten aktinische Keratosen immer häufiger auf. Hautärzte warnen seit Langem, dass diese Hauterkrankung durch das veränderte Freizeit- und Reiseverhalten im Rentenalter immer mehr zunimmt und meist unterschätzt wird, denn aus jeder zehnten unbehandelten aktinischen Keratose entwickelt sich ein Spinaliom. Während sich die aktinische Keratose auf die oberste Hautschicht beschränkt, breitet sich das Spinaliom in tiefere Schichten aus. Anders als der besonders gefährliche schwarze Hautkrebs (Melanom) bleibt das Spinaliom aber in der Regel auf ein kleines Areal begrenzt und bildet nur in drei Prozent der Fälle Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen, vor allem in den Lymphknoten. Um das Fortschreiten eines Plattenepithel-Karzinoms zu verhindern, müssen verdächtige Stellen so früh wie möglich entdeckt und entfernt werden. Nach der Operation werden die Hautstückchen im Labor untersucht, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen und ihr zuvorkommen zu können.

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Im Frühstadium genügt eine Creme

Aktinische Keratosen lassen sich im Frühstadium in den allermeisten Fällen unproblematisch mit einer speziellen Creme heilen, die das Immunsystem im Kampf gegen die Krebszellen stärkt und gleichzeitig deren Wachstum unterdrückt. Reicht die großflächige Behandlung mit der Creme nicht aus, setzt der Hautarzt eine photodynamische Therapie ein. Dabei wird eine lichtempfindliche Creme aufgetragen, deren Wirkstoffe durch gezielte Bestrahlung der aktinischen Keratosen aktiviert werden. So werden veränderte Zellen vernichtet. Diese Therapie ist so erfolgreich, dass vor allem großflächig auftretende aktinische Keratosen heute in aller Regeln nicht mehr herausgeschnitten werden. Wer raue Stellen bemerkt, die nicht von selbst wieder verschwinden und sich anfühlen wir Schmirgelpapier, sollte sie deshalb unbedingt zeitnah vom Hautarzt untersuchen lassen, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen. Hautärzte warnen, dass die meisten Patienten erst spät zum Arzt kommen, meist mit einem Jahr Verzögerung. Und dann sei die Behandlung viel aufwendiger und belastender, als sie bei frühzeitiger Erkennung sein müsste.

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Experten zum Thema

Dr. Julia Maerker-Stroemer, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie
Hautarztpraxis im Krohnstiegcenter
Krohnstieg 41-43, 22415 Hamburg
(0 40) 41 12 55 66-0
www.hautarztpraxis-langenhorn.de

Dr. Peter Mohr, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Medikamentöse Tumortherapie, Palliativmedizin
Hautkrebszentrum
Elbe Klinikum Buxtehude
Am Krankenhaus 1, 21614 Buxtehude
(0 4161) 703-0
www.elbekliniken.de

Weitere Informationen:
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Onko-Internetportal
www.krebsgesellschaft.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstraße 32, 53113 Bonn
(0 228) 72 99 00
www.krebshilfe.de

Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.
Cremon 11, 20457 Hamburg
www.unserehaut.de

Ratgeber:
Dirk Hasselmann: Heller Hautkrebs. Erkennen, Behandeln, Sich schützen.
64 S.; epubli (2017); € 10,99
Friedrich Breier, Karin Gruber: Hautkrebs. Vorbeugen, erkennen, behandeln.
150 S.; Verlagshaus der Ärzte (2017); € 17,90

Dieses Thema im Programm:

Visite | 07.08.2018 | 20:15 Uhr

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