Stand: 22.07.2014 15:25 Uhr  | Archiv

Wenn Kinder nicht schlafen können

von Thomas Samboll
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Können Kinder nicht schlafen, ist das meist eine nervliche Belastung für die ganze Familie.

Dass Kleinkinder nachts mal aufwachen, ist völlig normal. Geschieht das regelmäßig, also mehrmals die Woche, sprechen Mediziner von einer Schlafstörung. Dafür könne es verschiedene Ursachen geben, körperliche und seelische, erklärt Kinderarzt Hilmar Uhlig. Eine gründliche Untersuchung gibt Aufschluss: "Die häufigste Ursache sind die großen Mandeln. Kinder so zwischen drei und fünf Jahren haben oft noch zu große Nasen-Polypen. Sie kriegen einfach nicht richtig Luft. Und dann hat der Körper so einen Mechanismus, dass er sich selbst weckt."

Manche Kinder bekommen nachts aber zum Beispiel auch kleine Krampfanfälle, durch die sie aufwachen. "Es gibt ja verschiedene Formen der Epilepsie, und um die geht es dabei. Es gibt welche, die tatsächlich nur im Schlaf auftreten. Und es gibt Kinder, die sonst da gar nicht so auffällig sind, sondern nur im Schlaf", so Uhlig.

Kinder, die schlecht schlafen, müssen am nächsten Tag nicht unbedingt in den Seilen hängen, sondern können völlig aufgekratzt und hyperaktiv sein. Damit überspielen sie ihre Müdigkeit, sagt Uhlig: "Es gibt immer wieder mal Fälle, in denen Kinder ADHS als Diagnose bekommen, diese Diagnose aber vielleicht zu kurz greift. Wenn man sich mal den Schlaf angucken würde, dann hätte man vielleicht schon eine sehr gute Behandlungsmethode, nämlich zu versuchen, dass das Kind besser schläft."

Ratgeber-Literatur nur bedingt hilfreich

Die meisten Kinder sind jedoch körperlich eigentlich kerngesund und können trotzdem nicht ohne die Hilfe ihrer Eltern wieder einschlafen, etwa weil sie Angst vor der Dunkelheit haben. Was genau der Grund für solche Kinderängste ist, ob Albträume dahinterstecken, eine überbordende Fantasie oder Verlust-Ängste - all das müsse ganz individuell geklärt werden, meint die Kinderärztin Dagmar Brandi.

Die vielen Ratgeber-Bücher auf dem Markt seien da nur bedingt hilfreich: "Jeder hat einen ganz anderen Schlaf- und Wach-Rhythmus. Auch das gilt es zu beachten. Es gibt eben die Eulen und die Lerchen. Auch daran kann man nicht viel drehen. Das muss man akzeptieren. Deshalb sind die Bücher so schrecklich. Da stehen Dinge drin, von denen die Eltern glauben, sie auch bei sich finden zu müssen. Dann ist es aber ganz anders. Und das führt zu großen Missverständnissen!"

Protokoll führen kann sinnvoll sein

Wer hingegen versteht, warum sein Kind nicht durchschläft, der kann eventuell gelassener mit der Situation umgehen. Aufschlussreich kann dafür ein Protokoll sein, in dem das Schlafverhalten des Kindes zum Beispiel über 14 Tage festgehalten wird. Manche Kliniken bieten auch Schlaftraining für Eltern an, deren Kinder nachts keine Ruhe finden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 23.07.2014 | 09:20 Uhr

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