Waldbaden: Medizin für Körper, Geist und Seele

Stand: 22.10.2021 11:21 Uhr

Waldbaden kann erstaunliche Effekte auf die Gesundheit haben. Bisher weiß man, dass ein Aufenthalt im Wald vor allem Blutdruck, Stress und Stimmungen positiv beeinflussen kann. Bei der Waldtherapie wird die Achtsamkeit geschult.

Im Wald baden wie in einem grünen Meer - der Trend aus Japan wird auch hierzulande beliebt. In einer großen Studie in Deutschland wird die Wirkung des Waldes nun genauer erforscht.

In Japan ist der Wald heilig

Für viele Japanerinnen und Japaner besitzt jede natürliche Sache eine Seele, daher ist ihnen der Wald heilig: Sie glauben, dass es im Baum einen Gott gibt und beten Bäume deshalb manchmal auch an. Im Wald können sie neue Kraft schöpfen. Asiatische Studien bestätigen, dass sich der Wald wie ein Medikament heilend auf Körper, Geist und Seele auswirken kann.

Mit Waldtherapie Achtsamkeit lernen

Während man beim Waldbaden zum Entspannen und Kraft sammeln auch allein im Grün spazieren gehen kann, funktioniert eine Waldtherapie mit körperlichen, sensorischen und mentalen Übungen unter Anleitung. Dabei schulen Waldtherapeutinnen oder -therapeuten die Teilnehmenden in Achtsamkeit: Es gilt zu spüren, zu lauschen, und zu riechen, um das Tempo rauszunehmen und die Sinne zu schärfen. 

 

Weitere Informationen
Eine Frau fasst mit beiden Händen an die Rinde eines Baumes. © picture alliance / Hauke-Christian Dittrich | Hauke-Christian Dittrich
8 Min

Waldbaden: Medizin für Körper, Geist und Seele

Der Wald gilt als Beruhigungsmittel für das Gehirn. Der Aufenthalt hellt die Stimmung auf und wirkt sogar antidepressiv. 8 Min

Der Wald als Beruhigungsmittel

Forschende der Berliner Charité untersuchen jetzt die Wirkung des Waldes auf die Gesundheit. Als gesichert gilt bisher: Der Wald ist für unser Gehirn ein Beruhigungsmittel - wenn man ihm achtsam begegnet. Er beruhigt unser Stressempfinden und hat eine stimmungsaufhellende, antidepressive Wirkung. 

Waldaromen stärken die Abwehrkräfte

Auch der Duft des Waldes ist heilsam: Die Waldaromen heißen Terpene - mit ihnen kommunizieren die Bäume und wehren Feinde ab. Vermutlich haben diese Duftstoffe auch eine pharmakologische Wirkung auf uns Menschen: Beim achtsamen Gehen entdeckt man nicht nur die Details des Waldes, sondern nimmt auch die Gerüche intensiv wahr. Diese Duftdusche könnte dann unsere Abwehrkräfte stärken.

Bäume gegen Depressionen

In der Waldtherapie lernen die Teilnehmenden auch, sich auf einen Baum einzulassen. Sie schauen sich um und beschäftigen sich intensiv mit einem Baum, den sie näher kennenlernen möchten. Was skurril klingen mag, kann aber durchaus heilsam sein.

Eine niederländische Studie zeigt: Menschen, deren Wohnort von Bäumen umgeben ist, bekommen seltener Depressionen. Dort, wo viele Bäume stehen, sinkt zudem die Gefahr für Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislaufstörungen. 

Pflanzen als Wald-Ersatz

Expertinnen und Experten raten, sich im Wald aufzuhalten, wann immer es geht. Doch wem die Luxus-Version Wald nicht oft zur Verfügung steht, kann dessen positive Wirkungen auch niedrigschwelliger erreichen: Schon ein grüner Garten, Zimmerpflanzen oder auch ein achtsamer Spaziergang im Stadtpark können heilsam sein. 

Expertinnen und Experten zum Thema 

 

Weitere Informationen
Junge Frau im Bett schaut verzweifelt und legt die Hand gegen die Stirn. © Fotolia.com Foto: Sergey

Schlafstörungen: Wie kann Naturheilkunde helfen?

Die Naturheilkunde hat verschiedene Methoden, die bei Schlafstörungen helfen können - ganz ohne Nebenwirkungen. mehr

Eine reife Löwenzahnpflanze ("Pusteblume"). © NDR Foto: Sigrid Rehm aus Rostock

Löwenzahn: Lästiges Unkraut und gesunde Heilpflanze

Er sprießt überall im Garten und gilt bei vielen als Unkraut. Dabei ist Löwenzahn auch schmackhaft und eine Heilpflanze. mehr

Eine Frau steht in einem Wald und breitet die Arme aus. Ihre Augen sind geschlossen. © colourbox Foto: Sergey Nivens

Waldbaden: Den Wald mit allen Sinnen erleben

Riechen, fühlen, sehen und schmecken: Waldbaden ist ein neuer Gesundheitstrend und soll Stress abbauen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.10.2021 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © picture alliance/Sven Hoppe Foto: Sven Hoppe

Impfstoffe gegen Corona: So unterscheiden sie sich

Vier Corona-Impfstoffe für Erwachsene sowie ein Kinderimpfstoff sind in der EU zugelassen. Wie wirken sie und wie gut schützen sie? mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr