Stand: 15.07.2019 16:45 Uhr

Vorsicht bei entzündeten Mückenstichen

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Mückenstiche sind nicht immer harmlos: Entzündungen und sogar Blutvergiftungen können Folgen sein.

Mücken kommen oft am Abend, sind schnell und stechen sofort zu. Doch nicht immer sind die Stiche harmlos: Immer häufiger werden in Krankenhäusern entzündete Mückenstiche behandelt. In einigen Fällen kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis), manchmal sogar zum Verlust des gestochenen Körperteils. Bei einer bakteriellen Infektion des Mückenstichs ist meist eine intravenöse Therapie mit Antibiotika erforderlich.

Mehr als 50 Mückenarten in Deutschland

In Deutschland gibt es mehr als 50 verschiedene Mückenarten, vereinzelt auch exotische wie die Asiatische Buschmücke. Sie injizieren ganz andere Giftmengen als die heimischen Kriebelmücken, Gnitzen oder die Hausmücke. Auch Umweltgifte, die die Mücken aufnehmen, können eine Rolle spielen. Und durch das vermehrte Aufkommen exotischer Mückenarten können auch Krankheiten wie das West-Nil-Fieber eingeschleppt werden.

Mückenarten im Vergleich

Quaddeln und Juckreiz sind normale Reaktion

Mückenstiche werden in Deutschland generell als ungefährlich eingestuft. Dennoch sind sie äußerst lästig, da sie einen starken Juckreiz mit sich bringen. Mit dem Stich der Mücke gelangt ein örtlich betäubendes und blutgerinnungshemmendes Sekret in die Stichwunde. Dadurch wird der Botenstoff Histamin freigesetzt, der für die Quaddelbildung und den lästigen Juckreiz verantwortlich ist.

Entzündungen durch Infektion mit Bakterien

Sobald die Mücke sticht, pumpt sie Eiweißstoffe in die Wunde, damit sie offen bleibt. Darauf reagieren einige Menschen mit heftigen Ausschlägen. Am Stechapparat der Mücke können auch Bakterien hängen, die beim Stich mit in den Körper gelangen. So können die Mücken zum Beispiel Fäkalbakterien wie Streptokokken oder Kolibakterien übertragen, wenn sie zuvor zum Beispiel auf einem Kuhfladen saßen.

Lymphödem oder Blutvergiftung durch Keime

Besonders gefährlich wird es, wenn der Betroffene den Juckreiz nicht aushält und sich den Stich aufkratzt. Dabei kommt es nicht selten zu einer gefährlichen Mischinfektion mit Hautbakterien, die sonst nie in den Körper gelangt wären. Wenn zum Beispiel Streptokokken in den menschlichen Körper gelangen, vermehren sie sich in den Lymphbahnen und können dann ein sogenanntes Lymphödem verursachen. Gelangen die Keime in den Blutkreislauf, droht eine Blutvergiftung. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen und sogar zum Tod führen.

Schutz vor Infektion: Kühlen statt kratzen

Mückenstiche sollte man wegen der Infektionsgefahr niemals aufkratzen. Gegen den Juckreiz hilft Kühlung, zum Beispiel mit kalten, feuchten Lappen, Coolpacks oder Gels. Auch die Wärme eines batteriebetriebenen Mückenstifts kann Juckreiz lindern: Der Stift heizt das Gewebe für einige Sekunden auf, sodass die Eiweißstoffe des Giftes zerfallen und der Juckreiz gestoppt wird. Wird ein Mückenstich heiß, pocht er oder verfärbt sich, sollte man sofort im Krankenhaus untersucht und behandelt werden.

Synthetische Mückenmittel schützen am besten

Schutz vor lästigen und möglicherweise gefährlichen Mückenstichen bieten langärmelige Kleidung, Insektengitter, imprägnierte Moskitonetze sowie Mückenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut. Diese Mittel sorgen dafür, dass Mücken den Geruch des Menschen nicht mehr wahrnehmen. Die natürliche Variante besteht aus ätherischen Ölen von Gewürznelken, Lippenblütlern, Süßgräsern, Myrtengewächsen oder Zedern. Der Nachteil diese Mittel ist ihre sehr kurze Wirkdauer (weniger als eine Stunde) und ein hohes allergisches Potenzial. Daher sollte man bevorzugt auf synthetische Produkte zurückgreifen, die eine deutlich längere Wirkdauer und einen besseren Schutz bieten.

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Visite | 19.06.2018 | 20:15 Uhr

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