Stand: 10.01.2017 16:12 Uhr  | Archiv

Venenleiden mit Wickeln behandeln

Venenerkrankungen mit offenen Geschwüren an den Beinen sind in der Pflege immer wieder ein großes Problem. Vielen Ärzten fehlen Zeit und Know-how für eine effektive Behandlung, die zudem nur schlecht bezahlt wird. Nicht selten droht den Patienten nach jahrelangem Leiden schließlich die Amputation des betroffenen Beins.

Die AOK Nordost hat nun als Pilotprojekt ein eigenes Wundzentrum gegründet, in dem Patienten mit offenen Beinen nach traditionellen Methoden mit Wundwickeln versorgt werden. Tatsächlich gelingt es mit der alten Kompressionstherapie, viele Wunden zum Abheilen zu bringen.

So funktioniert die traditionelle Wickeltechnik

Zunächst wird die Wunde gesäubert und mit Salbe versorgt. Damit sie sich nicht entzündet, wird steriler Verbandsmull auf die Wunde gelegt und als Schutz bis zum Knie um das Bein gewickelt. Darüber wickelt der Arzt eine drei Millimeter dicke Schaumstoffbinde von unten nach oben um das Bein, darüber kommt  eine elastische Kurzzugbinde. Wichtig ist der Sitz des Verbandes, er darf weder zu viel noch zu wenig Druck auf das Gewebe ausübt. Denn nur dann können die traditionellen Wickel wirken und die aufgestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Venen zurückdrücken. Die Therapie wirkt wie eine ständige Lymphdrainage.

Erkrankte müssen sich viel bewegen

Entscheidend ist, dass sich die Betroffenen mit dem Verband ausreichend bewegen, damit der Druck der Wickel mit leichten Vibrationen die Flüssigkeit aus dem Bein befördert. Bis die Wunde abgeheilt ist, können drei bis zwölf Monate vergehen.

Wickeltherapie erfordert viel Zeit und Geschick

Die Wickeltherapie ist sehr zeitintensiv. Sie erfordert viel Übung, Mühe, Sorgfalt und Geduld und wird deshalb nicht von vielen Ärzten angewendet oder verordnet.

Weitere Informationen
Medizinische Abbildung "Krampfader"

Venenleiden - Diagnose und Behandlung

Etwa die Hälfte aller Deutschen haben Probleme mit ihren Beinvenen. Welche Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Visite gibt einen umfassenden Überblick. mehr

Besenreiser am Bein © NDR

Meist harmlos: Besenreiser

Sie treten vor allem an Knöcheln, Knien und Oberschenkeln auf: Besenreiser. Sie sind meist harmlos und nur ein kosmetisches Problem. mehr

Eine Frau cremt sich die Waden ein. © picture-alliance / Bildagentur H Foto: Bildagentur Huber/fotoconcepts

Wie Venen funktionieren

Als Venen werden die Blutgefäße bezeichnet, die das Blut aus dem Körper zurück zum Herzen führen. Wie arbeiten sie? mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 10.01.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © dpa-Bildfunk Foto: Sven Hoppe

Corona: Wie wirkt die Impfung?

Wie wirkt die Impfung gegen das Coronavirus und welche Nebenwirkungen gibt es? mehr

Ein Tropfen hängt an einer Nadelspitze. Dahinter das Wort "Impfung". © picture alliance/Friso Gentsch/dpa Foto: Friso Gentsch

Corona-Impfzentren: Wo und wann wird jetzt geimpft?

Die Impfzentren im Norden sind eingerichtet. Doch wer ist wann an der Reihe und wie kann man sich anmelden? Ein Überblick. mehr

Diagnostik anhand einer Mammodraghie-Aufnahme © dpa/picture alliance Foto: Jan-Peter Kasper

Familiärer Brustkrebs: Krankheitsrisiko durch Genmutation

Eine erbliche Veranlagung für Brustkrebs erhöht das Risiko zu erkranken. Welche Untersuchungen stehen Betroffenen zu? mehr

In einer Grafik sind Lebensmittel in einem Kopf abgebildet. © Colourbox

Essen für die Psyche: Abnehmen hilft bei Depressionen

Forscher vermuten, dass es eine Verbindung zwischen dem Darm und dem Hirn gibt. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr