Sendedatum: 29.04.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Überflüssige OP: Wenn Ärzte das Bild operieren

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Tausende Operationen in Deutschland sind jedes Jahr unnötig.

Etwa 200.000 Hüft- und etwa 160.000 Knie-Operationen werden jährlich in Deutschland durchgeführt. Experten schätzen allerdings, dass jede zehnte OP unnötig ist. Dabei verlassen sich einige Ärzte allein auf die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren wie MRT, CT oder Röntgen.

So zeigen die Bilder, aufgrund der hochauflösenden Technik der Geräte, oftmals einen hohen Verschleiß - trotzdem machen die Gelenke aber kaum Beschwerden. Und selbst wenn auf einem Röntgenbild Verschleißerscheinungen sichtbar sind, können die Schmerzen eine ganz andere Ursache haben. Sind Muskeln der Grund für die Beschwerden, ist dies mit bildgebenden Verfahren gar nicht zu erkennen.

Muskel- und Koordinationstraining kann Linderung verschaffen

Patienten mit einer Knie- oder Hüftarthrose beispielsweise, kann oftmals mit gezieltem Muskel- und Koordinationstraining Linderung verschafft werden. Auch eine Kniearthroskopie, bei der der Knorpel geglättet wird, oder schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sind Optionen, um eine Gelenkersatz-OP zu verhindern oder hinauszuzögern.

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Werden bei jüngeren Patienten Prothesen eingesetzt, ist dies besonders problematisch, denn bei ihnen hält eine Prothese aller Wahrscheinlichkeit nicht das ganze Leben. Da sich junge Menschen meist viel bewegen, ist die Gefahr, dass sich der Gelenkersatz lockert und ausgetauscht werden muss, erhöht. Die Schwachstelle ist dabei der Knochen, nicht die Prothese: Weil der Knochen bei jeder Wechsel-OP reduziert werden muss, nimmt die Größe des Implantats zu.

Zweitmeinung einholen

Wenn sich Betroffene unsicher sind, ob eine Gelenkersatz-OP wirklich nötig ist, sollten sie unbedingt eine Zweitmeinung einholen. Sinnvoll ist es, dabei einen Arzt aufzusuchen, der nicht selbst operiert. Die Krankenkassen unterstützen dies, helfen bei der Suche nach einem Experten und übernehmen in der Regel die Kosten. Und als Patient sollte man darauf achten, dass man von seinem Arzt gründlich untersucht wird.

Interviewpartner:

Im Studio:
Prof. Dr. Karl-Dieter Heller
Facharzt für Orthopädie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Chirotherapie, Physikalische Therapie, Balneologie, Sportmedizin, Kinderorthopädie, spezielle orthopädische Chirurgie
Chefarzt Orthopädische Klinik im Herzogin Elisabeth Hospital
Leipziger Straße 24
38124 Braunschweig
Tel. (0531) 699 20 01
Fax (0531) 699 20 90

Im Beitrag:
Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Chefarzt des Chirurgisch-Traumatologischen Zentrums
Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Tel. (040) 18 18 85 22 87
Fax: (040) 18 18 85 37 70
E-Mail: k.frosch(at)asklepios.com

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