Stand: 23.09.2019 11:51 Uhr  | Archiv

UKE Hamburg: Fortschritt in der Herzforschung

Eine Hand hält ein Modell-Herz in die Luft. © photocase.de / dioxin Foto: photocase.de / dioxin
Bei der Erkrankung HOCM verdickt sich der Herzmuskel und behindert den Blutfluss.

Fortschritte in der Medizin erfordern Experimente, die man nicht immer am Menschen durchführen kann. Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf ist es gelungen, lebende Herzmuskelzellen außerhalb des menschlichen Körpers zu untersuchen, um den Ursachen der schweren Herzerkrankung hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) auf die Spur zu kommen und Therapieansätze zu testen.

Herzzellen aus Hautzellen gezüchtet

Die im Labor zuckenden Herzmuskelzellen wurden aus ehemaligen Hautzellen von Menschen mit einer erblichen Herzmuskelerkrankung gewonnen. Sie wandelten die Hautzellen zu Stammzellen um, aus denen sich alle möglichen Zelltypen züchten lassen - auch Herzmuskelzellen. Aus den Zellen haben die Wissenschaftler kleine Herzmuskelstränge hergestellt, in denen sich die genetische Ursache für die Erkrankung befindet.

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie

Bei der hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie verdickt sich der Herzmuskel aufgrund einer Genmutation und behindert den Blutfluss. Die Betroffenen leiden unter Luftnot bei Belastung, Druck auf der Brust, Schwindel und Ohnmacht. Gefährlich ist die Erkrankung vor allem dann, wenn Herzrhythmusstörungen auftreten.

Forschung mit der Genschere

Die Wissenschaftler am UKE wollen herausfinden, wie genau der Gendefekt die Erkrankung verursacht. Um die kranken Zellen mit gesunden Zellen vom selben Organismus zu vergleichen, "heilen" die Forscher den Gendefekt in einem Teil der Zellen, indem sie das mutierte Gen mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 korrigieren. Bis auf diese Reparatur ist der genetischen Hintergrund der Zellen identisch. So können die Wissenschaftler genau nachweisen, welche Mutation welche Beschwerden erzeugt.

Auf diese Weise haben sie bei der HOCM bereits erkannt, dass sich die kranken Zellen stärker und länger zusammenziehen und zudem länger elektrisch erregt werden. Und es gelang ihnen, die Ursache dafür zu finden - einen vermehrten Kalziumstrom, der sich mit Medikamenten wie dem Kalziumkanalblocker Diltiazem beeinflussen lässt.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Thomas Eschenhagen, Institutsdirektor
Institut für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie
Zentrum für Experimentelle Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
www.uke.de

Prof. Dr. Monica Patten-Hamel, Oberärztin
Klinik und Poliklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie
Universitäres Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
www.uke.de

Dr. Marc D. Lemoine, Assistenzarzt
Klinik für Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie
Universitäres Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
www.uke.de

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