Stand: 14.11.2017 15:38 Uhr

Studie: Profit bestimmt Behandlung

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Handeln Ärzte an Krankenhäusern aus Profitstreben?

In Deutschland wird so viel operiert wie schon lange nicht mehr: Mehr als 700.000 operative Eingriffe an der Wirbelsäule und fast 900.000 Herzkatheter-Untersuchungen pro Jahr werden hierzulande durchgeführt. Konservative Therapie - bei dieser Entscheidung spielen nicht immer nur medizinische Gründe eine Rolle, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Ein Chirurg bereitete einen Operationssaal vor.

Studie: Profit bestimmt Behandlung

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Ärzte in Krankenhäusern handeln laut einer Studie zunehmend profitorientiert. Wie können sich Patienten vor unnötigen, aber möglicherweise riskanten Behandlungen schützen?

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Lukrative Operationen und Fallpauschalen

Herzkatheter und Wirbelsäulen-OPs sind nur zwei Beispiele für besonders lukrative Eingriffe, bei denen im Zweifel der wirtschaftliche Vorteil für die Klinik eine entscheidende Rolle bei der Therapieentscheidung spielen kann. Daneben gibt es Tricks, wie sich durch wochenlanges Herauszögern einer Operation Fallpauschalen doppelt abrechnen lassen - auf Kosten des leidenden Patienten.

Kliniken spüren wirtschaftlichen Druck

Der wirtschaftliche Druck, der auf den Kliniken und Ärzten lastet, ist oft hoch und nimmt weiter zu. Zwar gebe es heute keine direkten Boni für die Chefärzte mehr, die sich nach der Anzahl der durchgeführten Operationen richten. Doch damit eine Klinik profitabel arbeitet, werde der Druck heute anders aufgebaut, berichten Branchenkenner. So müssten Abteilungen zum Beispiel für mehr Personal oder neue Geräte einen bestimmten Umsatz erwirtschaften.

Änderungen am Vergütungssystem gefordert

Die Entwicklung ist riskant für Erkrankte und teuer für die Gesellschaft. Um den Trend zu stoppen, fordern Experten eine Überarbeitung des aktuellen Vergütungssystems nach Fallpauschalen. Fehlanreize müssten frühzeitig erkannt und abgestellt werden, um eine profitorientierte Medizin auszubremsen und die Patientenversorgung zu sichern.

Fragen an den Arzt

Vor einem Eingriff sollte man seinem Arzt immer folgende Fragen stellen:

  • Welchen Nutzen hat die Operation?
  • Welche Risiken birgt die Operation?
  • Welche Alternativen zur Operation gibt es?
  • Was passiert, wenn ich den Eingriff nicht durchführen lasse und erst einmal abwarte?

Wenn Erkrankte Zweifel haben, ob ein empfohlener Eingriff oder eine teure Untersuchung tatsächlich medizinisch erforderlich und sinnvoll ist, sollten sie eine zweite Meinung eines unabhängigen Experten einholen.

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Interviewpartner

Prof. Dr. Thomas Meinertz, Kardiologie
Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung
Mittelweg 123, 20148 Hamburg
Internet: www.kardiologie-meinertz-jaeckle.de

Prof. Dr. Carsten Zornig, Chefarzt
Chirurgische Klinik
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenstieg 14, 22297 Hamburg
Tel. (040) 511 25–51 00, Fax (040) 511 25–51 02
Internet: www.ik-h.de

Dr. Steffen Oehme, Chefarzt
Gelenkzentrum - Orthopädie und Unfallchirurgie
imland Klinik Eckernförde
Schleswiger Straße 114-116, 24340 Eckernförde
Internet: eckernfoerde.imland.de

Prof. Dr. Volker Tronnier
Direktor Klinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Internet: www.neurochirurgie.uni-luebeck.de

Dr. Paul Brandenburg, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Taucherarzt
Internet: www.paulbrandenburg.com

Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter
UPD - Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbH
Tempelhofer Weg 62, 12347 Berlin
Internet: www.patientenberatung.de

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Visite | 14.11.2017 | 20:15 Uhr

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