Stand: 07.07.2015 11:32 Uhr  | Archiv

Gesundheitsgefahren bei großer Hitze

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Aktive Kühlung und viel Flüssigkeit sind im Hochsommer sehr wichtig.

Ob an Nord- und Ostsee, am Baggersee oder im eigenen Garten - wer kann, verbringt seine Zeit bei großer Hitze im Freien und genießt die hochsommerlichen Temperaturen. Doch die hohe Luftfeuchtigkeit und die direkte Sonneneinstrahlung treiben die Körpertemperatur in die Höhe. Gerade bei Aktivitäten im Freien drohen Hitzschlag und Sonnenstich.

So entsteht ein Sonnenstich

Ein Sonnenstich entsteht durch andauernde direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf und den Nackenbereich. Das führt zu einer Überwärmung und Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes. In schweren Fällen kann es dabei zu einer Schwellung des Gehirns, einem sogenannten Hirnödem, kommen. Die typischen Symptome eines Sonnenstichs sind Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Nicht selten kommt es zu Nackenschmerzen und sogar Nackensteifigkeit (Meningismus). In schweren Verlaufsfällen kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zu Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen führen. Der beste Schutz vor einem Sonnenstich sind helle Kopfbedeckungen. Insbesondere kleine Kinder und Menschen mit einer Glatze sind gefährdet.

Was ist ein Hitzschlag?

Bei einem Hitzschlag steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius. Ein Hitzschlag wird medizinisch daher auch als Hyperthermiesyndrom bezeichnet. Es kann entstehen, wenn der Körper über lange Zeit großer Hitze ausgesetzt ist oder bei Hitze übermäßig belastet wird. Neben hohen Umgebungstemperaturen beschleunigt eine hohe Luftfeuchtigkeit die Aufheizung des Körpers. Durch eine vermehrte Schweißproduktion und eine Erweiterung der Blutgefäße der Haut versucht der Körper die Körpertemperatur zu senken. Solange die Wärmeabgabe auf diese Weise funktioniert, kann eine Überhitzung verhindert werden. Allerdings kommt durch den großen Flüssigkeitsverlust im Verlauf zu einem Zusammenbruch der Schweißproduktion. Kann der Körper dann nicht mehr genug Wärme abgeben, entwickelt sich ein gefährlicher Wärmestau im Körper.

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Kann der Körper nicht genug Wärme abgeben, kann sich ein gefährlicher Wärmestau im Körper entwickeln.

Die Symptome eines Hitzeschlags entsprechen denen von sehr hohem Fieber. Typischerweise ist die Haut aufgrund der fehlenden Schweißproduktion heiß, trocken und gerötet. Die hohe Körpertemperatur belastet insbesondere das Herz-Kreislauf-System, da durch den hohen Schweißverlustes zu wenig Flüssigkeit in den Blutgefäßen vorhanden ist. Bei anhaltender Hitzebelastung und fehlendem Flüssigkeitsausgleich kann ein Schock mit sehr niedrigem Blutdruck und sehr hoher Herzfrequenz entstehen. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand, da wichtige Organe wie das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Durch die unzureichende Durchblutung des Gehirns droht dann ein Hirnödem. Starke Kopf- und Nackenschmerzen, Bewusstseinseintrübungen oder Krampfanfälle können die Folge sein.

Ältere und chronisch kranke Menschen eher betroffen

Insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen sowie Kinder, deren Temperaturregulation nicht mehr oder noch nicht voll leistungsfähig ist, sind durch einen Hitzschlag bedroht.  Auch bestimmte Medikamente erhöhen das Risiko für einen Hitzeschlag. Dazu gehören beispielsweise Diuretika, die den Körper zur vermehrten Wasserausscheidung anregen sowie Medikamente, die die Arbeit der Schweißdrüsen drosseln (Psychopharmaka oder Parkinson-Mittel). Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und sollte vom Notarzt oder in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandelt werden.

Kühlung und Flüssigkeitsgabe

Die wichtigsten Therapiemaßnahmen bestehen aus Kühlung und Flüssigkeitsgabe. Wichtig ist, dass die Betroffenen keiner direkten Sonne mehr ausgesetzt werden, damit der Körper abkühlen kann. Oft reicht schon der Schatten eines Baumes oder eines Sonnenschirms. Auch eine aktive Kühlung mit kalten Umschlägen oder Coolpacks kann den überhitzten Körper kühlen. Die Lagerung des Betroffenen mit erhöhten Beinen (Schocklage) erhöht die Durchblutung des Gehirns. Der Flüssigkeitsverlust sollte mit lauwarmen Getränken wie Wasser, Saftschorlen oder Tee ausgeglichen werden. Ernährungsmediziner empfehlen zudem kleine, fettarme, wasser- und vitaminreiche Mahlzeiten.

Was tun bei geschwollenen Beinen?

Auch geschwollene Beine sind harmlose aber unangenehme Beschwerden an heißen Sommertagen. Durch die Wärme weiten sich die Venen, sodass das Blut langsamer fließt. Wasser tritt aus und sammelt sich im umliegenden Gewebe an. Die Beine schwellen an. Gegen hitzebedingt geschwollene Beine helfen Kompressionsstrümpfe.  Auch Schwimmen lindert die unangenehmen Schwellungen, da die natürliche Kompression im Wasser den Lymphfluss anregt. Die Bewegung sorgt für einen verbesserten Rücktransport des Blutes zum Herzen.

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Visite | 07.07.2015 | 20:15 Uhr

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