Stand: 20.10.2019 08:48 Uhr  | Archiv

So schädlich sind Transfette

Eine Hand greift vor einem Fernseher in eine Chipsschüssel. © Fotolia.com_13182749_S, © Fabian Rothe Foto: © Fabian Rothe
Vor dem Fernseher knabbert sich eine Tüte mit Chips schnell weg.

Fett gilt vielen Menschen als Feind. Das ist so nicht gerechtfertigt, denn unser Körper braucht Fett zum Überleben. Ohne es können unsere Zellen nicht arbeiten. Eine Fett-Gruppe ist jedoch tatsächlich gesundheitlich bedenklich: die der Transfett-Säuren. Sie stecken in vielen unserer Lebensmittel, wie etwa in Chips, Keksen, Pommes frites, Berlinern, Croissants, Fertigsuppen oder Frühstücksflocken - in vielem also, was wir besonders lecker finden.

Aus flüssigen Pflanzenölen wird billiges Industriefett

Ein Glas mit Olivenöl. © NDR
Pflanzenfett ist normalerweise flüssig. Erst ein chemischer Prozess macht daraus festes Fett.

Transfette bestehen aus gehärteten Pflanzenölen. In einem chemischen Prozess werden die flüssigen Öle feste, aber formbare und hitzestabile Industriefette, die vor allem billig sind. Transfette bilden sich auch, wenn Öl stark erhitzt wird, also etwa beim Braten und Frittieren. Wenn man Produkte mit Transfetten zu sich nimmt, besteht die Gefahr, dass diese das schlechte LDL-Cholesterin im Blut erhöhen und das gute Cholesterin HDL absenken. Damit steigern sie das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Transfette können vor allem in Produkten stecken, die mit billigem Fett hergestellt wurden, zum Beispiel in Backwaren. Es kommt darauf an, welches Fett der Bäcker verwendet.

An der Universität Jena hat eine Forschergruppe um den Ernährungsphysiologen Gerhard Jahreis vor acht Jahren den Transfett-Gehalt in einigen Hundert Lebensmitteln untersucht. Gefunden hat sie Anteile von bis zu 50 Prozent. 2011 wurde die Untersuchung wiederholt. Die gute Nachricht: Die meisten Produkte enthalten nur noch fünf bis zehn Prozent Transfette. Die Industrie hat andere Verfahren zur Härtung der Pflanzen-Öle entwickelt. 

Beispiel: Transfette in Berlinern

Etwa 20 Prozent des Fettanteils in einem Berliner besteht aus Transfettsäuren. Das heißt, wenn wir einen Berliner essen, haben wir schon die Menge von zwei Gramm Transfettsäuren erreicht, und das ist die Menge, die man pro Tag möglichst nicht überschreiten soll.

Untersuchung der Universität Jena für 45 Min.

Aber es gibt immer noch schwarze Schafe: "Hohe Gehalte haben wir zum Beispiel in Popcorn gefunden. Auch in frittierten Lebensmitteln steckt teilweise noch sehr viel davon, zum Teil in Backwaren. Vor allem in den Rohstoffen haben wir sehr hohe Gehalte gefunden, also den Fetten, die im Großhandel für billige Backwaren angeboten werden. Darin konnten wir noch einen Transfett-Anteil von bis zu 30 Prozent feststellen", erklärt Gerhard Jahreis.

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 13.01.2014 | 22:00 Uhr

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