Stand: 01.10.2019 10:18 Uhr

Nasennebenhöhlen entzündet: Was hilft?

Die Nase ist verstopft, oft kommen Kopfschmerzen und Fieber dazu: Die Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Millionen Menschen erkranken hierzulande jährlich an der akuten Form, die meist aus einem gewöhnlichen Schnupfen (Rhinitis) hervorgeht.

Aus einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung kann sich unter bestimmten Bedingungen, etwa bei geschwächtem Immunsystem, eine chronische entwickeln. Begünstigend wirken unter anderem Allergien, gutartige Schleimhautwucherungen (Nasenpolypen) oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand, die zu Engstellen in der Nase führen.

Sinusitis: Ursache häufig Erkältung oder Grippe

Eine akute Sinusitis bildet sich oft auf der Grundlage einer Erkältung, wenn die feinen, mit Schleimhaut ausgekleideten Verbindungskanäle zwischen Nasenhöhle und den verschiedenen Nebenhöhlen verstopfen. Normalerweise transportieren winzige Flimmerhärchen ständig Sekret mit eingeatmeten Staubkörnchen, Schmutzteilchen oder Krankheitserregern aus den Nebenhöhlen Richtung Nase und Rachen ab. Entzünden sich die Schleimhäute und schwellen an, gerät dieser Abfluss jedoch ins Stocken. Krankheitserreger können sich dann in den Nebenhöhlen vermehren, sodass sich dort die Entzündung ausbreitet, die Schleimhäute anschwellen und noch mehr Sekret bilden.

Besteht die Nasennebenhöhlenentzündung über zwölf Wochen hinaus fort oder kehrt sie mehr als viermal jährlich wieder, spricht man von chronischer Sinusitis. Betroffene sollten eine Sinusitis nicht als ärgerlichen Schnupfen abtun: In Einzelfällen kann sie sogar die Sehnerven schädigen oder Hirnhautentzündungen verursachen.

Symptome einer Sinusitis

Bei einer akuten Sinusitis treten häufig Schmerzen in der Stirn, im Kiefer oder um die Augen herum auf. Sie verstärken sich meist, wenn man sich nach vorn lehnt, etwa beim Aufstehen aus dem Bett. Der Geruchssinn ist oft eingeschränkt oder ganz verschwunden. Außerdem können die Gesichtspartien über den jeweiligen Nebenhöhlen angeschwollen sein. Bei manchen Erkrankten läuft ständig Sekret von der Nase in den Rachen.

Verdacht auf eine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen besteht, wenn

  • ein Schnupfen gar nicht aufhört
  • der Nasenschleim gelbgrünlich ist
  • der Kopf beim raschen Vornüberbeugen heftig schmerzt
  • erhöhte Temperatur bis zu 40 Grad Fieber gemessen wird
  • man meint, im Oberkiefer Zahnschmerzen zu haben
  • Gerüche schlechter wahrgenommen werden
  • morgens besonders viel Schleim aus der Nase kommt
  • sich Husten und Halsschmerzen verschlimmern
  • man das Gefühl hat, im Rachen laufe etwas Klebriges herunter

Anzeichen für Komplikationen sind ein geschwollenes Gesicht und gerötete Augen, Sehstörungen oder Nackenschmerzen.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Bei einer chronischen Sinusitis sind die Schmerzen geringer ausgeprägt oder fehlen ganz. Hier ist die Nasenatmung oftmals nur einseitig behindert. Eine Riechstörung kann ebenfalls bestehen, besonders dann, wenn gleichzeitig Nasenpolypen vorhanden sind. Fieber fehlt.

So entsteht eine chronische Sinusitis

Diagnose mit Endoskopie, Abstrich oder Allergietest

Der Arzt fragt nach Beschwerden wie Schmerzen, Fieber und dem Allgemeinbefinden, nach Husten, Auswurf und Riech- und Geschmacksstörungen. Mithilfe eines Endoskops (eines schlauchförmigen Geräts mit einer kleinen Lampe) kann das Innere der Nase untersucht werden. Bei länger bestehenden Beschwerden wird gelegentlich auch ein Abstrich des Sekrets gemacht und im Labor auf Krankheitserreger untersucht. Ist die Diagnose weiterhin unklar oder gibt es Anzeichen für Komplikationen, kann eine Computertomografie (CT) oder ein Ultraschall nötig sein. Bei Verdacht auf eine chronische Nasennebenhöhlentzündung kann ein Allergietest sinnvoll sein.

Therapie: So wird Sinusitis behandelt

  • Bei einer akuten Sinusitis können abschwellende Nasensprays vorübergehend die Beschwerden lindern. Sie können bis zu sechs Mal am Tag verwendet werden, bei anhaltenden Beschwerden kann bis zu zwei Mal am Tag nach dem Nasenspray noch ein Kortisonspray eingesetzt werden. Manchen Betroffenen hilft es auch, die Nase mit Meersalzlösung zu spülen oder zu inhalieren.

  • Extrem wichtig ist das richtige Schnäuzen: Hochziehen ist zwar nicht salonfähig, aber gesünder als Ausschnauben. Wenn Sie schnauben, bitte immer ein Nasenloch dabei zuhalten.

  • Der Eukalyptus wirkstoff Cineol kann, in Tablettenform eingenommen, die Schleimhaut abschwellen lassen und das Wiederauftreten von Polypen bremsen.

  • Täglich ein halbstündiger Spaziergang oder andere Bewegung im Freien sind ebenso wichtig wie ausreichend Schlaf und die richtige Portion Erholung. Das stärkt den ganzen Organismus und damit auch das Immunsystem.

  • Werden im Abstrich Bakterien als Ursache nachgewiesen, kann unter Umständen eine Antibiotika-Therapie sinnvoll sein.

Zusätzliche Behandlungsansätze bei chronischer Sinusitis

Bei einer chronischen Sinusitis sollten Sie unbedingt Ihr Immunsystem stärken. Dabei hilft die richtige Ernährung.

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Darüber hinaus können kortisonhaltige Nasentropfen Linderung bringen. Zudem wird ein Allergietest weiterhelfen, weil Allergien häufig zusammen mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auftreten. Ist eine Allergie mitursächlich, kann eine Desensibilisierung oder Allergenvermeidung sinnvoll sein. Unter Umständen kann eine Operation in Betracht kommen, um Polypen zu entfernen oder Engstellen in den Nasennebenhöhlen zu erweitern.

Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen

Um Erkältungen vorzubeugen, hilft eine ausgewogene, zuckerarme und vitaminreiche Ernährung: Zu viele Kohlenhydrate (Brot, Süßes) fördern allgemein Entzündungen und schwächen das Immunsystem. Eine eher mediterrane Kost mit viel Gemüse stärkt dagegen über den Darm das Immunsystem, ebenso probiotische Bakterien aus beispielsweise Joghurt, Dickmilch, Kefir oder Sauerkrautsaft. Achten Sie auch darauf, genug zu trinken: Zwei Liter pro Tag, bevorzugt Kräutertees - Kamille, Fenchel, Pfefferminz, Thymian.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 03.07.2017 | 21:00 Uhr

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