Stand: 16.03.2020 11:05 Uhr  - Mein Nachmittag

Seife: Fest und flüssig im Vergleich

Seife - das steht für Sauberkeit und guten Duft. Grundbestandteil sind häufig pflanzliche Fette wie Kokosfett, Oliven- oder Palmöl. Doch nicht jede Seife besteht aus wertvollen Ölen. Viele industriell hergestellte Seifen enthalten tierisches Fett aus Schlachtabfällen wie Rindertalg, zu erkennen an der Zutat Sodium tallowate auf der Inhaltsliste. Für den angenehmen Geruch sorgen dann Duftstoffe.

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Eine Lauge zerlegt das Fett

Weiterer wesentlicher Bestandteil von Seife ist eine Lauge, meist Natron- und Kalilauge. Bei der sogenannten Verseifung werden Fette mit der Lauge aufgekocht und dabei in Glycerin und Salze der Fettsäuren zerlegt. Es entsteht der sogenannte Seifenleim. Natriumchlorid (Kochsalz) trennt diesen breiigen Sud. Der feste, oben schwimmende Seifenkern aus den Salzen wird als Kernseife abgeschöpft. Zusammen mit Zutaten wie Duft- und Farbstoffen, ätherischen Ölen und Konservierungsstoffen entstehen daraus verschiedene Seifen.

Naturseifen nutzen pflanzliche Öle

Anders bei sogenannten Naturseifen, dort bleibt das Glycerin pflanzlicher Öle in der Seife erhalten. Unterschiedliche Eigenschaften und Gerüche der Öle ergeben verschiedene Seifen. Wie bei allen Kosmetik-Produkten müssen Inhaltsstoffe unter dem Stichwort "Indredients" auf der Verpackung genannt werden - nicht in deutscher Sprache, sondern nach dem internationalen Standard INCI.

Flüssigseife auf dem Vormarsch

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Flüssigseifen enthalten zahlreiche Stoffe, die auf der Verpackung genannt werden müssen.

Das klassische Seifenstück wird zunehmend von Flüssigseifen verdrängt. Allerdings sind Flüssigseifen keine Seifen im herkömmlichen Sinne. Sie bestehen überwiegend nicht aus verseiften Fetten, sondern aus Wasser, synthetisch hergestellten Tensiden wie dem Stoff Sodium Laureth Sulfate sowie Duft-, Verdickungs- und Konservierungsmitteln. Die sogenannten Syndets gelten im Allgemeinen als hygienischer, da sich am kleinen Auslass des Spenders weniger Keime bilden können als auf einem großen, feuchten Seifenstück.

Der ph-Wert macht den Unterschied

Syndets sind echten Seifen vor allem in Bezug auf den Erhalt des Säureschutzmantels der Haut überlegen. Während feste Seifen einen stark basischen pH-Wert von neun bis zehn haben, liegt der pH-Wert der Syndets bei rund fünf, etwa dem normalen Wert der Haut. Nach dem Gebrauch von fester Seife steigt der pH der Haut zunächst an. Es dauert rund zwei bis vier Stunden bis die Haut wieder ihren normalen pH-Wert erreicht.

Kein Problem für gesunde Haut

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In öffentlichen Toiletten und Waschräumen ist flüssige Seife die hygienischere Lösung.

Forscher gehen davon aus, dass die pH-Wert-Erhöhung dazu führt, dass die Haut stärker aufquillt und sich mehr Krankheitserreger auf der Haut ansiedeln können. Für gesunde Haut ist echte Seife dennoch kein Problem. Personen mit empfindlicher oder kranker Haut und Menschen, die sich mehr als zehn Mal täglich die Hände waschen, sollten eher Flüssigseifen verwenden.

Händewaschen trocknet die Haut aus

Bereits einfaches Waschen mit Wasser trocknet die Haut aus. Sowohl feste als auch flüssige Seifen entfernen zusätzlich wichtiges Hautfett. Die Zugabe von rückfettenden Substanzen kann das kaum verhindern, da die zusätzlichen Fette mit dem Waschwasser abgespült werden. Wirksamer ist es, die Hände nach dem Waschen einzucremen.

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Mein Nachmittag | 11.03.2020 | 16:20 Uhr