Stand: 05.11.2018 15:04 Uhr  | Archiv

Schutz vor Erkältung: Trockene Luft meiden

Eine junge Frau schnäuzt sich die Nase © fotolia.com Foto: K.- P. Adler
Hatschi! In trockener Luft vermehren sich Viren rasant.

In der kalten Jahreszeit sind die Wartezimmer der Hausärzte voll mit Erkrankten, die an Erkältungssymptomen wie Husten und Schnupfen leiden. Dass sich Viren vor allem im Herbst und Winter so rasant verbreiten, liegt aber nicht an der Kälte im Freien, sondern an der trockener Luft. In der Heizperiode ist die Luft auch in Wohnungen viel zu trocken. Dadurch trocknen die Flimmerhärchen (Zilien) der Nasenschleimhaut aus, die eigentlich die Aufgabe haben, Fremdkörper und Krankheitserreger aus der Nase zu transportieren.

Die Trockenheit der Nasenschleimhaut beeinträchtigt die Beweglichkeit der Zilien, sodass ihre Reinigungsleistung nachlässt und Erreger leichter eindringen können. Nicht alle Menschen reagieren gleich sensibel auf trockene Heizungsluft.

Erkältungsviren überleben länger in trockener Luft

Beim Niesen und Husten werden Erkältungsviren in relativ großen Tropfen aus Wasser und Schleim in die Luft geschleudert. Liegt die Luftfeuchtigkeit in einem Innenraum im optimalen Bereich von 40 bis 60 Prozent, fliegen die Tropfen nicht weit und fallen schnell zu Boden. Bei trockener Heizungsluft, also bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 40 Prozent, verdunsten die Tropfen aus Wasser und Schleim. Zurück bleiben winzige Tropfenkerne mit den Viren, die stundenlang im Raum schweben können - auch wenn der Erkältete den Raum längst verlassen hat. Die infektiösen Tropfen sind so winzig, dass sie tief in die Atemwege eindringen können.

Tipps zum Schutz vor Infektionen

So können Sie das Risiko von Infektionen senken:

  • Für ein gutes Raumklima sorgen feuchte Tücher über der Heizung. Auch Pflanzen und Wasserschalen - idealerweise unversiegelte Tongefäße - auf der Heizung erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Elektrischer Luftbefeuchter müssen gereinigt und gepflegt werden, sonst raten Experten ab, weil sie Keime in der Luft verteilen können.
  • Ausreichend trinken - das beugt einem Flüssigkeitsverlust der Haut und Schleimhäute vor. Nur feuchte Schleimhäute sind in der Lage, Viren abzuwehren.
  • Salben oder Nasensprays aus Salzlösung können die Nasenschleimhaut auch unterwegs feucht und geschmeidig halten.

Weitere Informationen
Frau putzt sich die Nase © Fotolia Foto: SK.- P. Adler

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Eine junge Frau mit einem T-Shirt kratzt sich am Oberarm. © fotolia.com Foto: Adiano

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Experten zum Thema

Dr. Sylvia Brockhaus, Fachärztin HNO-Heilkunde, Allergologie und Laboratoriumsmedizin
Straßenbahnring 3, 20251 Hamburg
www.hno-falkenried.de

Prof. Dr. Johannes K.-M. Knobloch, Leiter Arbeitsbereich Krankenhaushygiene
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
Zentrum für Diagnostik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
www.uke.de

Dipl. Chem. Martin Wesselmann
Gebäudediagnostik Wesselmann
Eißendorfer Straße 77+79, 21073 Hamburg
www.gebaeudediagnostik.net

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Visite | 06.11.2018 | 20:15 Uhr

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