Stand: 09.07.2013 20:15 Uhr  - Visite  | Archiv

Schöne Beine im Sommer: Krampfadern behandeln

Etwa jede zweite Frau und jeder vierte Mann in Deutschland leiden unter Krampfadern, sogenannten Varizen. Die Veranlagung für die Venenerkrankung ist genetisch bedingt. Schwangerschaften sowie zunehmendes Alter, Bewegungsmangel, langes Stehen oder Sitzen mit übergeschlagenen Beinen und Übergewicht erhöhen das Risiko für das Entstehen von Krampfadern. 

Solange sie keine Beschwerden verursachen, stellen sie lediglich ein kosmetisches Problem dar und es besteht kein zwingender Behandlungsbedarf. Dagegen können schwere und geschwollene Beine ein Hinweis auf ein chronisches Venenleiden sein. Gerade tieferliegende Krampfadern können schwerwiegende Komplikationen wie Thrombosen, offenen Beine und Kreislaufprobleme verursachen.

Venenstripping und Schaumsklerosierung

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Frau Dr. Petra Schneider
4 Min

Was tun bei Krampfadern: Interview

Radiowellen- oder Laser-Therapie - welche Methode empfiehlt die Expertin? Dr. Petra Schneider im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. 4 Min

Es existieren verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Das Venenstripping ist das bekannteste Verfahren, um Varizen zu entfernen. Dabei wird das betroffene Gefäß über zwei kleine Schnitte in der Leiste und Kniekehle entfernt. Bei der Schaumsklerosierung wird unter Ultraschallkontrolle ein aufgeschäumtes Medikament in die krankhaft veränderten Venen gespritzt. Für einen dauerhaften Verschluss der Gefäße muss die Behandlung gelegentlich wiederholt werden. Diese Methode eignet sich besonders für Patienten, bei denen die Krampfadern nach einer vorausgegangenen Behandlung erneut aufgetreten sind und sich in der Ultraschalluntersuchung als anatomisch unübersichtlich darstellen. Geeignet ist diese Methode außerdem für Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder große Angst vor Operationen haben.

Radiowellen- und Lasertherapie

Die Radiowellentherapie stellt eine weitere minimalinvasive Behandlungsmethode dar. Unter Ultraschallkontrolle und örtlicher Betäubung wird ein spezieller Katheter in das betroffene Gefäß eingeführt. Durch die Abgabe von 120 Grad heißen Radiowellen wird es dann beim Zurückziehen des Katheters Stück für Stück verschlossen. Ähnlich funktioniert die Lasermethode: Auch hier werden die Krampfadern durch den Einsatz hoher Temperaturen verschlossen.

Kein Patentrezept

Bei der Vielzahl der Therapieoptionen gilt ein Grundsatz: Es existiert weder ein Patentrezept  zur Behandlung von Krampfadern, noch gibt es eine Garantie, dass sie nach einer Behandlung dauerhaft verschwinden.

Einfache Tipps

Moderne medizinische Stützstrümpfe © fotolia Foto: PeJo
Auch Kompressionsstrümpfe können helfen.

Einige einfache Tipps können das Anschwellen der Beine verhindern und der Entstehung von Krampfadern vorbeugen: Langes Stehen oder Sitzen ist schlecht für die Beine. Liegen oder Laufen regt dagegen die Blutzirkulation an und verhindert so den Stau von Blut in den Beinen. Insbesondere Treppensteigen trainiert Muskeln und Gefäße in den Beinen. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen fördert ebenfalls den Rückstrom des Blutes zum Herzen. Sie werden im Fachhandeln von Ärzten oder in Sanitätshäusern individuell angepasst. Experten empfehlen außerdem das Tragen flacher Schuhe und häufiges Barfußgehen. Wechselduschen der Unterschenkel sind zudem ein gutes Venentraining und bringen den Kreislauf in Schwung.

Interviewpartner:

Im Studio:
Dr. Petra Schneider
Fachärztin für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Phlebologie
Medizinisches Versorgungszentrum Stade
Hohenwedeler Weg 18
21682 Stade
Tel. (04141) 786 00
Fax: (04141) 78 60 10 05
E-Mail: petra.schneider@mvz-stade.de

Im Beitrag:
Dr. Wolfgang Hiemer
Facharzt für Gefäßchirurgie
Medizinisches Versorgungszentrum Stade
Hohenwedeler Weg 18
21682 Stade
Tel. (04141) 786 00
E-Mail: wolfgang.hiemer@mvz-stade.de

Dr. Harald Salzbrunn
Chefarzt im Zentrum für Venen- und Dermatochirurgie
Krankenhaus Tabea GmbH & Co. KG
Im Artemed-Klinikverbund
Kösterbergstraße 32
22587 Hamburg
Tel. (040) 86 69 20
Fax: (040) 86 69 23 00
E-Mail: info@tabea-krankenhaus.de

Dieses Thema im Programm:

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