Stand: 25.03.2019 14:08 Uhr

Schmerzen im Knie: Schiefe Beine begradigen

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In vielen Fällen ist eine Beinbegradigung besser als der Einsatz eines Kunstgelenks.

Bei Beschwerden im Knie lässt sich der Einsatz eines künstlichen Gelenks oft vermeiden, wenn Fehlstellungen wie O-Beine oder X-Beine die Ursache für Verschleiß, Schmerzen und Schwellungen sind. Etwa 30 Prozent aller Arthrosen am Knie lassen sich durch eine Schiefstellung erklären. Schon bei einem leichten O-Bein liegt die volle Belastung auf der Innenseite des Knies, das dadurch schnell verschleißt.

Die Beine einer Frau mit einer Fehlstellung.

Schmerzen im Knie: Schiefe Beine begradigen

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Durch Fehlstellungen wie O-Beine oder X-Beine kann das Kniegelenk verschleißen. In vielen Fällen ist die Begradigung der Beine sinnvoller als der Einsatz eines Kunstgelenks.

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Schuherhöhung oder Physiotherapie können OP hinauszögern

Nicht alle Menschen mit O- oder X-Beinen bekommen eine Arthrose – und wer keine Beschwerden hat, muss nicht operiert werden. Treten aber Probleme auf, häufig ein Ziehen an den Knie-Innenseiten aufgrund der Überlastung der Knorpel, besteht Handlungsbedarf.  Sofern die Sprunggelenke es zulassen, sollte der Ausgleich per Schuherhöhung an der Außensohle versucht werden.

Zusätzlich können Einlagen, Physiotherapie, Akupunktur und das Spritzen von Hyaluronsäure helfen. Immer sollte ein MRT-Bild gemacht werden. Ein bis zwei Jahre später kann der Arzt dann im Vergleich mit einem aktuellen MRT-Bild sicher beurteilen, ob die Behandlung mit diesen Hilfsmitteln erfolgreich war oder ob der Knorpel weiter dünner geworden ist.

Sollte sich der Knorpelanteil  weiter verringert haben, empfiehlt sich für  jüngere, aktive Patienten unter 55 Jahren häufig eine baldige Begradigungsoperation (Umstellungsosteotomie). Denn ein solcher Eingriff kann nur Erfolg haben,  wenn der Knorpel noch nicht zu dünn ist.

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Durch Fehlstellungen wie O-Beine oder X-Beine kann das Kniegelenk verschleißen. Welche Therapien sind empfehlenswert? Prof. Karl-Heinz Frosch gibt Tipps. Video (03:59 min)

Was passiert bei einer Begradigungsoperation?

Bei der Umstellungsosteotomie wird minimalinvasiv in den Knochen hineingeschnitten und das Bein - nach im Vorfeld am Computer durchgeführten Berechnungen - in eine gerade Form gebracht. Anschließend fixiert der Operateur den Knochen mit einer Titanplatte. Sie sorgt für Stabilität, während sich der Spalt mit frischem Knochenmaterial füllt. Dieser Eingriff dauert circa eine Stunde und bietet für junge Betroffene den großen Vorteil, dass das eigene Kniegelenk für viele Jahre erhalten bleiben kann.

Beinbegradigung oft besser als Kunstgelenk

Auch wenn die Operation, die Reha und optional das Entfernen der Schrauben viele Monate dauern können: Nach einer rechtzeitigen Umstellungsosteotomie bleibt jedem zweiten Patienten ein künstliches Kniegelenk erspart. Die Erfolgschance hängt davon ab, wie weit der Verschleiß bereits fortgeschritten ist und welche Belastungen das Knie nach der Operation aushalten muss. Dabei gilt grundsätzlich, dass die Patienten nach einer Umstellungsosteotomie stärkere Belastungen (zum Beispiel beim Sport) besser aushalten als mit einem künstlichen Gelenk.

Links

Arthrose Forum

Erfahrungsaustausch und umfangreiches Infomaterial. extern

Deutsche Arthrose-Hilfe e.V.

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Informationen über die Krankheit und die Zeitschrift des Vereins sowie Leserbriefe von Betroffenen. extern

Weitere Informationen

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Experten zum Thema

Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Direktor Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
(040) 74 10-0
www.uke.de

Dr. Axel Radelhof
Chefarzt Zentrum für Endoprothetik
Chefarzt Allgemeine Orthopädie
Schön Klinik Hamburg Eilbek
Dehnhaide 120
22081 Hamburg
(040) 20 92-0
www.schoen-klinik.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.03.2019 | 20:15 Uhr

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