Stand: 18.12.2017 13:46 Uhr  | Archiv

Schlaganfall: Anzeichen erkennen und handeln

Schlaganfall © yggg_de/fotolia Foto: yggg_de
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute.

Bei einem Schlaganfall wird an einer Stelle die Durchblutung des Gehirns unterbrochen. Der Grund: Eine Ader ist meist schon länger durch Ablagerungen verengt. An dieser Engstelle kann sich ein Blutgerinnsel bilden, die Ader verstopft. Dann gelangt kein Sauerstoff mehr in diese Teile des Gehirns. Die Folge: Jede Minute sterben Millionen Nervenzellen ab. Nur wer schnell und richtig reagiert, kann schlimme Folgen verhindern. Der Infarkt im Gehirn macht sich äußerlich durch einseitige Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen bemerkbar.

Schlaganfall? Schnellcheck gibt Aufschluss

  • Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin. Das ist ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung im motorischen Zentrum des Gehirns.

  • Bitten Sie den Betroffenen die Augen zu schließen, die Arme nach vorn zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Wenn die Arme nicht gleichzeitig gehoben und die Handinnenflächen nach oben gedreht werden können, also sinken und sich drehen, deutet auch das auf eine Störung der Motorik hin.

  • Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen? Versteht die Person die Aufforderung nicht? Das Sprachzentrum im Gehirn kann dann betroffen sein.

  • Wenn eines oder sogar mehrere dieser Symptome auftreten, zählt jede Minute. Es gibt nur eine richtige Reaktion: Sofort unter 112 den Notarzt rufen. Der bringt den Betroffenen sofort ins Krankenhaus, möglichst in eines mit einer speziellen Schlaganfall-Einheit, einer Stroke Unit.

Die Schnellcheck - FAST -Aktionen im Überblick:

Behandlung auf einer Stroke Unit

Wird der Schlaganfall rechtzeitig diagnostiziert, können die Ärzte dort, das für den Schlaganfall verantwortliche Blutgerinnsel wieder auflösen und so bleibende Schäden verringern und oft sogar ganz verhindern. Doch das ist nur in den ersten Stunden möglich.

Wer erst später in die Klinik kommt, behält oft schwerste Behinderungen zurück.

Symptome verschwinden wieder? Trotzdem Notarzt rufen!

Wichtig: Verschwinden die Symptome nach wenigen Sekunden oder Minuten wieder von selbst, sollte man trotzdem den Notarzt rufen und sich in die Klinik bringen lassen. Denn es kommt vor, dass sich ein Gerinnsel von allein wieder auflöst. Nicht selten kommt es nach solchen vorübergehenden Attacken - vom Neurologen TIA genannt - zu einem schweren Gehirninfarkt.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 19.12.2017 | 20:15 Uhr

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