Stand: 11.02.2019 11:19 Uhr

Schlaganfall: Gerinnsel per Katheter entfernen

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Per Mikrokatheter können Ärzte Blutgerinnsel im Gehirn entfernen.

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Überlebende haben oft mit schwerwiegenden Behinderungen wie Lähmungen sowie Sprach-, Schluck- oder Sehstörungen zu kämpfen. Deshalb ist jeder Schlaganfall oder seine Vorboten ein ernst zu nehmender Notfall und muss umgehend in einer spezialisierten Klinik behandelt werden.

Aus einem dünnen Katheter kommt ein kleines Netz zum Vorschein, dass geronnenes Blut abtragen soll.

Schlaganfall: Gerinnsel per Katheter entfernen

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Nach einem Schlaganfall lässt sich ein Blutgerinnsel im Gehirn mit Medikamenten oder per Katheter entfernen. Wie unterscheiden sich die Verfahren?

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Durchblutungsstörung des Gehirns

Ursache eines Schlaganfalls ist meist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns. In der Mehrzahl der Fälle ist hierfür ein Blutgerinnsel (Thrombus) verantwortlich, welches ein Hirngefäß verschließt. Das umliegende Gewebe kann nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und nimmt Schaden. Ein Schlaganfall muss deshalb umgehend behandelt werden.

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Schlaganfall: Wann ist Katheter-OP sinnvoll?

12.02.2019 20:15 Uhr
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Nach einem Schlaganfall lassen sich größere Gerinnsel im Gehirn per Katheter entfernen. Wann der Eingriff sinnvoll ist erklärt Neuroradiologie Prof. Peter Schramm. Video (04:15 min)

Behandlung mit Medikamenten

Standardtherapie ist die sogenannte Lyse. Dabei erhalten Betroffene ein Medikament, das Blutgerinnsel im Gehirn nach und nach auflösen soll. Je schneller das gelingt, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Doch nur bei rund fünf Prozent der Behandelten löst sich der Pfropf komplett auf. Seit einigen Jahren steht mit einem Kathetereingriff ein Verfahren zur Verfügung, durch das das Gerinnsel komplett entfernt werden kann.

Behandlung mit Katheter

Über einen Gefäßzugang in der Leiste wird ein dünner Katheter unter Röntgenkontrolle über die Hauptschlagader bis in das verschlossene Hirngefäß vorgeschoben.

Im Bereich des Gefäßverschlusses öffnet sich eine Art Stent und verhakt sich mit dem Gerinnsel. Beim Zurückziehen des Katheters bleibt das Gerinnsel an der Gitterstruktur hängen und wird dadurch entfernt. In einigen Fällen muss die Behandlung wiederholt werden, um das komplette Gerinnsel zu beseitigen.

Bisher gingen Mediziner davon aus, dass der Kathetereingriff bis maximal sechs Stunden nach dem Schlaganfall sinnvoll ist. Doch neueste Erkenntnisse zeigen, dass die Behandlung sogar innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn wirksam ist, das heißt schwere bleibende Folgen häufig verhindert werden können.

Voraussetzung für einen Kathetereingriff ist, dass der Schlaganfall durch eine Durchblutungsstörung verursacht wurde, sich das Blutgerinnsel in einem der großen Hirngefäße befindet und außerdem noch zu rettendes Gewebe vorhanden ist. Dies trifft auf rund 10 bis 12 Prozent der Schlaganfälle zu.

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Experten zum Thema

PD Dr. med. Georg Royl, Oberarzt, Neurologe
Klinik für Neurologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
www.neuro.uni-luebeck.de

Prof. Peter Schramm, Direktor
Dr. Thomas Eckey, Leitender Oberarzt
Klinik für Neuroradiologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
www.uksh.de/neuroradiologie-luebeck

Weitere Informationen
Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe
Schulstraße 22
33311 Gütersloh
(05241) 977 00
www.schlaganfall-hilfe.de

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Visite | 12.02.2019 | 20:15 Uhr

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