Stand: 21.10.2014 11:55 Uhr  | Archiv

Prostatakrebs-OP - Was kommt danach?

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Beckenbodentraining ist ein Bestandteil der Reha nach einer Prostatakrebs-OP.

Nach der Schockdiagnose Prostatakrebs leiden viele Betroffene nicht nur unter der kraftraubenden Krebserkrankung, sondern auch unter unangenehmen Folgen der Therapie. Die meist durchgeführte Totaloperation, aber auch andere Verfahren führen häufig zu Inkontinenz und Erektionsstörungen. Auch Hormon- und Chemotherapie, Bestrahlungen kosten - neben der psychischen Belastung - viel Kraft.

Betreuung durch Experten verschiedener Fachrichtungen

Deshalb empfehlen Experten Patienten eine Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung. Hier behandeln Spezialisten verschiedener Fachrichtungen nicht nur die nach Krebserkrankungen üblichen Allgemeinsymptome wie Niedergeschlagenheit, Müdigkeit oder Kraftlosigkeit, sondern auch besondere Beschwerden wie Inkontinenz, Potenzstörungen sowie Blasen- und Darmreizungen. Ärzte, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten, Ernährungs- und Sozialberater arbeiten zusammen daran, dem Patienten den Wiedereinstieg in den Alltag zu erleichtern. Neben der Rehabilitation wird bei Bedarf auch die Tumortherapie fortgesetzt.

Beckenbodentraining gegen Inkontinenz

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Da es sich auch mit schonendsten Methoden kaum vermeiden lässt, dass der Blasenverschluss bei der Operation beeinträchtigt wird, leiden die meisten Prostatakrebspatienten zumindest anfangs unter einer mehr oder weniger starken Harninkontinenz. Sie wird in der Rehabilitation mit einem täglichen Beckenbodentraining behandelt. Für die meisten Männer ist dieses Thema zunächst sehr fremd. Sie müssen erst die anatomischen und funktionellen Grundlagen verstehen, bevor sie sich unter der Anleitung des Physiotherapeuten auf die Übungen einlassen und die Region rund um ihren Schließmuskel durch sanftes Drücken und Schieben des Beckens trainieren.

Zusätzlich kann eine Reizstrombehandlung den Blasenschließmuskel aktivieren. Sie fördert die Durchblutung und die Ansteuerung des Schließmuskels sowie des gesamten Beckenbodens. Zwar lässt sich die Inkontinenz nicht immer ganz beheben, aber in der Regel kommt es zu einer deutlichen Besserung und die Patienten haben ein Training erlernt, das sie zu Hause fortführen können. In schweren Fällen kann auch die Implantation eines künstlichen Schließmuskels sinnvoll sein.

Psychologische Betreuung wichtiger Reha-Bestandteil

Außerdem werden in der Reha Möglichkeiten zur Behandlung der erektilen Dysfunktionen besprochen sowie der Umgang mit einem etwaigen künstlichen Blasen- oder Harnleiterausgang (Stoma). Neben den Rehabilitationsangeboten wie Biofeedback, Physiotherapie, Reizstrom, Ergotherapie, Entspannungstechniken, Bewegungstherapie, Wasseranwendungen sowie Ernährungs- und Inkontinenzberatung ist die psychologische Betreuung besonders wichtig, denn belastende Themen wie Inkontinenz und insbesondere Erektionsstörungen liegen den meisten Betroffenen auf der Seele.

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Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Lutz Kuhlmann
Facharzt für Urologie
Leiter Department Urologie/Onkologie
Helios Klinik Schloss Schönhagen
Schloßstraße 1
24398 Ostseebad Schönhagen
Tel. (0800) 222 33 35
Fax (04644) 90 18 00
Internet: www.helios-kliniken.de/klinik/schoenhagen/fachabteilungen/onkologische-urologie.html

Im Beitrag:
Thomas Hoy
Physiotherapeut
Helios Klinik Schloss Schönhagen
Schloßstraße 1
24398 Ostseebad Schönhagen
Tel. (0800) 222 33 35
Fax (04644) 90 18 00
Internet: www.helios-kliniken.de/klinik/schoenhagen/fachabteilungen/onkologische-urologie.html

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